11. 06. 2014Quelle: SOS-Kinderdörfer weltweit

SOS-Kinderdorf unterstützt Familien aus Überschwemmungsgebieten

Die Flut traf die Menschen in den armen Ländern Südosteuropas

Die Flut traf die Menschen in den armen Ländern Südosteuropas

Flut auf dem Balkan: SOS-Nothilfe läuft an

Stand der Dinge zum 11. Juni 2014:

Die stärksten Regenfälle seit über 120 Jahren haben die Menschen in Bosnien, Kroatien und Serbien hart getroffen. Bislang hat die Katastrophe mindestens 59 Menschenleben gefordert. Etwa 1,5 Millionen Menschen sind von der Flut betroffen. In Bosnien, einem der ärmsten Länder Europas, hat rund ein Viertel der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. In den betroffenen Gebieten wurden mehr als 100.000 Häuser zerstört. Zehntausende sind durch die Flut obdachlos geworden und derzeit in Notquartieren untergebracht. Es wird geschätzt, dass der Wiederaufbau mindestens fünf Jahre dauern wird. Von Erdrutschen und angespülten Landminen – gefährliche Relikte des Bürgerkriegs – geht weiter tödliche Gefahr aus. Zudem warnen die Behörden vor dem Ausbruch von Seuchen.

SOS-Nothilfe für Kinder und Familien

Kinder aus dem SOS-Kinderdorf in Bosnien-Herzegowina. Bild vergrößern

Geborgen im SOS-Kinderdorf: Kinder in Bosnien-Herzegowina.

SOS-Kinderdorf hat in den betroffenen Regionen Nothilfemaßnahmen gestartet, um den Kindern und Familien schnell
und unkompliziert zu helfen. Die Hilfsmaßnahmen gehen von den SOS-Kinderdörfern aus, die von der Katastrophe verschont blieben.  Die SOS-Kinderdörfer Sarajewo und Gračanica nehmen in den Gästehäusern obdachlose Familien auf. Auch das SOS-Kinderdorf Ladimirevci im Osten Kroatiens hat sein Gästehaus für evakuierte Familien zur Verfügung gestellt.

SOS-Mitarbeiter versorgen die betroffene Bevölkerung mit haltbaren Lebensmitteln, Trinkwasser, Hygiene-/Desinfizier- und Putzmitteln, Gummistiefeln, Wasserpumpen, Windeln und Medikamenten.

Unsere Hilfsmaßnahmen in Bosnien gliedern sich in folgende Bereiche:

1. Materielle Hilfe
Es werden Lebensmittel, sowie Trinkwasser, Hygiene- und Sanitärprodukte (Desinfektionsmittel, Wasch- und Putzmittel, Windeln) und Medikamente für etwa 600 betroffene Familien in den Gemeinden Doboj, Maglaj und Gračanica bereitgestellt.

2. Einrichtung von Child-Friendly Spaces (CFS) (Kinderbetreuungsangebote)
In den ersten drei Monaten des Nothilfeprogramms sollen drei dieser Angebote in Doboj, Maglaj und Gračanica eingerichtet werden. In den darauffolgenden Monaten werden dann weitere drei CFS in Vogošća/Svraka (Sarajewo), Željezno Polje (Zenica) und Tuzla eingerichtet.
In diesen Programmen sollen bis zu 450 Kinder betreut werden, um den Eltern die Möglichkeit zu geben, sich um die Säuberung und Renovierung ihrer Häuser zu kümmern.

3. Mobile Betreuerteams
Von diesen sogenannten mobilen Teams sollen vor allem benachteiligte Kinder aus abgelegenen, ländlichen und von der Flut betroffenen Gemeinden profitieren. Es werden bildende, sportliche und auch kreative Aktivitäten angeboten. Etwa 200 Kinder sollen durch diese Maßnahme erreicht werden.

4. Child and Family Resource Centres (Servicezentren)
Diese Servicezentren sollen Anlaufstellen für Erwachsene, Kinder und Jugendliche sein. Es werden dort Notunterkünfte und psychologische Unterstützung für bis zu 600 betroffene Familien und Jugendliche angeboten. Hierzu werden bestehende Gemeindeinfrastrukturen in Doboj, Maglaj und Gračanica renoviert, adaptiert und ausgestattet, welche später wieder an die jeweiligen Gemeinden zur Weiterführung übergeben werden.

5. Renovierung/Wiederaufbau
Es ist seitens SOS-Kinderdorf geplant zunächst zwei Kindergärten - jeweils einer in Doboj und Maglaj - zu renovieren und danach neu auszustatten, damit diese baldmöglichst ihre Pforten wieder für die Kinder öffnen können.
Zudem werden Baumaterialien und Werkzeuge (Farbe, Schaufeln, Gummistiefel etc.) an Familien ausgegeben, welche die Renovierung ihrer Häuser mit eigenen Mitteln nicht bewerkstelligen können.

Helfen Sie in Bosnien-Herzegowina

Mädchen aus einem SOS-Kinderdorf in Serbien

Allein in Bosnien-Herzegowina ist jeder vierte Einwohner Opfer des Hochwassers. Viele stehen vor dem Nichts. SOS-Kinderdorf begleitet mit zahlreichen Familienstärkungsprojekten Kinder und Familien in Not in eine bessere Zukunft. Diese langfristige Unterstützung ist in den von der Flut betroffenen Gemeinden heute wichtiger denn je!

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