05. 10. 2016

SOS-Kinderdorf und DLRG Worpswede helfen Geflüchteten

Jetzt sehen die Geflüchteten Wasser nicht mehr als Gefahr an, sondern haben Spaß beim Schwimmen

Jetzt sehen die Geflüchteten Wasser nicht mehr als Gefahr an, sondern haben Spaß beim Schwimmen

Leuchtendes Vorbild gewinnt 1. Preis

Ein „bronzener Stern“ für den DLRG: Angefragt vom SOS-Kinderdorf Worpswede, initiierte die ortsansässige Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft im Spätsommer einen Schwimmkurs für unbegleitete minderjährige Asylsuchende, kurz UMAs. Mit doppeltem Erfolg: elf junge Afghanen aus dem SOS-Kinderdorf Worpswede lernten erfolgreich schwimmen und der DLRG wurde mit dem 1. Preis bei "Sterne des Sports" ausgezeichnet. Der Wettbewerb vom Deutschen Olympischen Sportverbund e.V., DOSB, und den Volks- und Raiffeisenbanken der Region belohnt seit 12 Jahren ehrenamtliches Engagement von Sportvereinen. Der „bronzene Stern“ als erster Preis im regionalen Wettbewerb bescherte dem Gewinner ein Preisgeld von 1.500 Euro.

Wasser ist für Geflüchtete oft völliges Neuland

Oder mit Angst besetzt, da sie in ihrer Heimat häufig nicht schwimmen lernten und das Meer auf der Flucht oft als todbringende Gefahr erlebten. Alarmierend ist dementsprechend die Zahl der Asylsuchenden, die z.B. in deutschen Badeseen ertranken. Allein 56 Flüchtlinge sollen in den ersten acht Monaten dieses Jahres in der Region ums Leben gekommen sein - mehr als doppelt so viele Menschen wie im Vorjahr. Um für seine Schützlinge aus aller Welt diese Situation deutlich zu verbessern, wurde das SOS-Kinderdorf Worpswede aktiv und bat den DLRG um Hilfe. Für mehr Sicherheit am Hammestrand startete der ortsansässige Verein unter dem Motto „Helfer in der Not“ kurz entschlossen einen Schwimmkurs für geflüchtete Kinder und Jugendliche.

Eine neue Freizeitbeschäftigung

Für elf junge Afghanen aus dem SOS-Kinderdorf Worpswede eine willkommene Chance. Denn so richtig vertraut waren sie mit dem Schwimmen nicht. Auch wenn einige angaben, es in Afghanistan gelernt zu haben. Begleitet von Anika Jaruschewski, pädagogische Fachkraft des Kinder- und Jugendhilfeträgers, erschienen die Schwimmfreudigen jeden Sonntag pünktlich und vollzählig im Worpsweder Hallenbad zum Unterricht. Ganz ohne Schwimmflügel aber sehr behutsam führten Lena Geffken und Jana Bohling vom DLRG ihre 12 bis 17-jährigen Schwimmschüler an das kühle Nass heran. Das Wasser bis zur Brust, bewegten sich die jungen Afghanen im 1,25 Meter tiefen Schwimmbecken nach und nach immer sicherer und freier. Wiederholte Trockenübungen am Beckenrand führten rasch zum gewünschten Lernerfolg. „Es war toll zu sehen, wie gut alle von Anfang an mitmachten. Unsere Jungs legten sich echt ins Zeug!“, freut sich Anika Jaruschewski vom SOS-Kinderdorf Worpswede. Mittlerweile haben die Jugendlichen im Schwimmbad einen Riesenspaß. Mutig haben sie nicht nur ihre Angst vor dem teils „gefürchteten Element“ überwunden. Mit dem Schwimmen lernten sie auch eine schöne Freizeitbeschäftigung kennen, die sie mit Gleichaltrigen vor Ort verbindet. Die jungen Asylsuchenden werden weiterhin die Möglichkeit haben, bei der Worpsweder DLRG Schwimmen zu üben und die verschiedenen Jugendschwimmscheine zu absolvieren. Alle Beteiligten würden sich besonders freuen, wenn der eine oder andere es sogar bis zum Rettungsschwimmer schafft und sich dann als solcher bei der DLRG engagiert.

Sport ist einer der einfachsten Wege zur Integration

"Neben seiner sozialen Komponente dient Sport nämlich auch der Gesundheitsvorsorge“, skizzierte Stefan Schwenke, Bürgermeister von Worpswede bei der Preisverleihung von „Sterne des Sports“. Zwölf Vereine bewarben sich insgesamt um die begehrte Auszeichnung des sportlichen Wettbewerbs, der von den regionalen Volks- und Raiffeisenbanken aus Worpswede, Osterholz, Schwanewede und Bremen-Nord gesponsert wird. Über dem Künstlerdorf im Landkreis Osterholz leuchtete diesmal  der „Stern des Ehrenamts“ am hellsten. Die drei Erstplatzierten in der regionalen Wertung nehmen mit ihren Projekten automatisch am Landeswettbewerb teil, in dem es um den großen „silbernen Stern“ geht und sind gleichzeitig für den Wettbewerb um die Verleihung des „goldenen Sterns“ auf Bundesebene nominiert. Daumen drücken!