03. 09. 2013

SOS-Kinderdorf hilft verängstigten Kindern in Syrien

Syrisches Mädchen hinter zerbrochener Glastür

 „Es gibt keinen Ort in Damaskus, an dem sich Kinder verstecken können“, sagt Rasha Muhrez, Leiter des SOS-Nothilfeprogramms in Syrien. Trotz der momentan schwierigen Lage leistet das SOS-Nothilfe-Team praktische Unterstützung für Familien und gibt Kindern Hoffnung, die kaum mehr als das Recht einfordern zur Schule zu gehen.

„Es wird geschätzt, dass allein am Mittwoch 10.000 Menschen versucht haben, aus Syrien zu fliehen. Die Zahl der Flüchtlinge wird weiter steigen. Das Stadtbild von Damaskus ist dadurch geprägt, dass sich viele Regierungsgebäude in Wohnvierteln befinden. Das bedeutet, dass bei einem Anschlag auf eine Regierungseinrichtung generell die große Gefahr besteht, dass auch Kinder zu Schaden kommen. Aus diesem Grund gibt es keine sicheren Rückzugsorte für Familien in Damaskus. Angesichts des andauernden Konfliktes gehen die Lebensmittelvorräte der Familien zur Neige.  Die Preise für Grundnahrungsmittel stiegen auf das Zwanzigfache, kurz nachdem bekannt wurde, dass ein Anschlag unmittelbar bevorsteht“, so Rasha.

Schutz und Geborgenheit in einem Klima der Angst

Drei syrische Mädchen Bild vergrößern

„Die Familien im SOS-Kinderdorf sind in Sicherheit, doch wissen wir nicht, was die Zukunft bringt. Es gibt wenig Alternativen zur jetzigen Situation. Die Kinderdorfmütter und Erzieher gehen mit viel Feingefühl vor und beruhigen die verängstigten Kinder im Dorf. Zudem wurden ein Notfallplan erarbeitet und Erste-Hilfe-Schulungen abgehalten. Die Kinder wissen, wie sie sich bei einer Explosion am besten schützen können.

"Gegenwärtig unterstützt SOS-Kinderdorf Syrien monatlich 180 vertriebene Familien in Damaskus mit Grundnahrungsmitteln. Damit können die Familie bis zur zweiten Septemberwoche auskommen“, erklärt Rasha und wiederholt zudem, was auch andere in der Hauptstadt sagen: „Wir müssen abwarten, was kommt. Die ganze Stadt hat Angst vor einem Anschlag“.

Das Trauma, das Kinder in Syrien ertragen müssen, ist nicht hinnehmbar. Es wird geschätzt, dass jedes zehnte Opfer des Syrien-Konfliktes ein Kind war. Während weltweit über die Zukunft des Landes debattiert wird, ist dem Schutz der Unversehrtheit von Kindern oberste Priorität zu schenken. Es muss sichergestellt werden, dass die Kinderrechte eingehalten werden. SOS-Kinderdorf fordert alle Parteien auf, zu beweisen, dass sie Kinderrechte achten. Das ist nur möglich, wenn die Parteien die Konvention zu Kinderrechten einhalten.

Mehr als 60.000 Mahlzeiten verteilt

SOS-Kinderdorf helfen syrischen Familien Bild vergrößern

Trotz der schwierigen Lage hat SOS-Kinderdorf Syrien im letzten Monat insgesamt 60.000 Mahlzeiten an vertriebene Familien in Damaskus und Aleppo verteilt. Die Begünstigten sind für die Unterstützung von SOS-Kinderdorf sehr dankbar. Ohne diese Hilfe hätten die Familien das wichtigste Fest im Islam, das Fastenbrechen nach dem Ramadan, nicht feiern können. Auch die von den Rebellen gehaltene, nahe der jordanischen Grenze gelegene Stadt Daraa konnte mit 1.500 Mahlzeiten versorgt werden.    

6.000 Kinder sollen wieder zur Schule gehen können

Der eskalierende Konflikt hat das Team von SOS-Kinderdorf Syrien nicht daran gehindert, Vorbereitungen zu treffen, dass 6.000 Kinder im nächsten Monat wieder zur Schule gehen können. Das Team hilft nun Kindern vertriebener Familien dabei, die erforderlichen Anmeldeunterlagen zu beschaffen. Da bei den Konflikten viele Schulen zerstört wurden oder als Notunterkünfte zur Unterbringung der 4,25 Mio. Binnenflüchtlinge umfunktioniert wurden, wird im Schichtsystem unterrichtet.

Ein kleines Mädchen steht in der Haustür Bild vergrößern

SOS-Kinderdorf übernimmt die Schulgebühren und stellt Schulmaterialien und Bücher bereit für Kinder, die seit zwei Jahren keine Schule besuchen konnten. Aufgrund des Platzmangels müssen viele Kinder nachts dem Unterricht folgen. Die Initiative wird in Zusammenarbeit mit einem umfassenderen nationalen Programm durchgeführt, an welchem auch der Syrian Trust mitwirkt. Als weitere Maßnahme sollen die Bedürftigen mit dringend benötigter Winterkleidung und Bettzeug versorgt werden.

„Die steigende Inflation und die beständig steigende Spannung haben die Kinder stark verängstigt, und Eltern fühlen sich machtlos, sagt Rasha Muhrez und lässt die Welt wissen:

"Ganz gleich, auf welcher Seite des Konfliktes die Leute stehen, sie teilen alle dieselben Ängste. Sie alle wollen Frieden – um der Kinder willen“

Helfen Sie den Familien und Kindern in Not!

Die seit Jahren anhaltenden kriegerischen Unruhen in Syrien fordern ihren Tribut besonders bei den Kindern und Jugendlichen. Mit Ihrer Spende können Sie helfen, die Arbeit unserer Mitarbeiter in Nothilfegebieten wie in Syrien und weltweit zu unterstützen.

Jetzt spenden

  • SOS-Kinderdorf Syrien unterstützt monatlich 180 vertriebene Familien in Damaskus und Aleppo mit Grundnahrungsmitteln. Allein im letzten Monat haben die SOS-Mitarbeiter 60.000 Mahlzeiten ausgeliefert.
  • In den Kinderdörfern selbst gehen die Kinderdorfmütter und Erzieher mit viel Feingefühl vor und beruhigen die verängstigten Kinder im Dorf. Zudem wurden ein Notfallplan erarbeitet und zur präventiv Erste-Hilfe-Schulungen abgehalten.
  • Viele Kinder haben seit zwei Jahren keine Schule mehr besucht. SOS will das ändern. Deshalb treffen wir trotz eskalierendem Konflikt Vorbereitungen, dass 6.000 Kinder im nächsten Monat wieder zur Schule gehen können. Wir übernehmen die Schulgebühren und stellen Schulmaterialien und Bücher für die Kinder bereit.
  • Zurzeit organisieren wir einen schichtweisen Schulunterricht in provisorischen Notlagern. Aufgrund des Platzmangels müssen viele Kinder nachts unterrichtet werden.
  • SOS-Kinderdorf fordert alle Parteien auf, zu beweisen, dass sie Kinderrechte achten. Das ist nur möglich, wenn die Parteien die Konvention zu Kinderrechten einhalten.