11. 06. 2014

SOS-Kinderdorf hilft in Brasilien

Natürlich sind besonders die Jungs in den brasilianischen SOS-Kinderdörfern große Fußballfans

Natürlich sind besonders die Jungs in den brasilianischen SOS-Kinderdörfern große Fußballfans

Fußballbegeisterte Augen aus der ganzen Welt blicken  dieser Tage nach Brasilien, vor Millionen Fernsehern wird mitgefiebert: Wer wird dieses Jahr Fußball-Weltmeister? SOS-Kinderdorf macht sich  seit über 40 Jahren in dem südamerikanischen Land für Kinder und Familien stark, in dem die Schere zwischen Arm und Reich riesengroß ist.

Eine Großfamilie feiert Geburtstag Bild vergrößern

Kuchen in XXL: eine SOS-Kinderdorffamilie feiert Geburtsttag

Brasilien ist das größte und bevölkerungsreichste Land Südamerikas. Aufgrund  extremer sozialer und wirtschaftlicher  Unterschiede ist die Schere zwischen Arm und Reich weit geöffnet. Aufgrund der hohen Schuldenlast des Landes hat der Staat zuletzt immer weniger für Soziales ausgegeben. Darunter leiden vor allem die Kinder. Besonders in den Städten Brasiliens leben unzählige Kinder auf der Straße. Wie viele es sind, lässt sich nur schätzen.

Sie besuchen keine Schule, nehmen oftmals Drogen und müssen stehlen und sich prostituieren, um zu überleben. Alleine haben sie kaum Chancen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Jedes Jahr werden in Brasilien rund eine halbe Million Kinder geboren, ohne dass sie ins Melderegister eingetragen werden. Dies beschneidet jedes einzelne dieser Kinder in seinen Grundrechten, denn staatliche Fürsorge- und Unterstützungsleistungen bleiben ihnen vorenthalten.

Ein weiteres großes Thema spielt AIDS. Mehr als 460.000 Brasilianer sind HIV-infiziert. Auch wenn die Ausbreitung von Aids durch Aufklärungskampagnen insgesamt eingedämmt werden konnte, steigt doch die Verbreitung des HIV-Virus unter jungen Frauen.

Ein Zuhause im SOS-Kinderdorf: brasilianische SOS-Kinder

SOS-Kinderdorffamilie aus Brasilien Bild vergrößern

Mit Liebe und Geborgenheit aufwachsen: Eine SOS-Kinderdorffamilie aus Brasilien

Die Anfänge der Arbeit von SOS-Kinderdorf in Brasilien reichen bis in die späten sechziger Jahre zurück. Um Kindern aus den Elendsviertel - den so genannten Favelas - ein neues Zuhause zu geben, wurden  Anfang der 70er Jahre drei SOS-Kinderdörfer gebaut. Die Wirtschaftskrise, die Brasilien in den achtziger Jahren erlebte, verschärfte die soziale Situation der ohnehin schon armen Bevölkerung. In dieser Zeit entstanden weitere SOS-Einrichtungen. Heute leben mehr als 1200 Kinder und Jugendliche in brasilianischen SOS-Kinderdörfern. Neben 16 SOS-Kinderdörfer und 12 SOS-Jugendeinrichtungen, gibt es mittlerweile auch 16 Sozialzentren.  Dort gibt es  eine Reihe von Programmen und Projekten, die Bedürftige unterstützen und Familien stärken.
So ist beispielsweise an jedes Sozialzentrum auch eine Kindertagesstätte angeschlossen. Ergänzend gibt es  in Brasilien einige  Kriseninterventionszentren, in denen wir im Notfall gefährdete Kinder kurz- und mittelfristig aufnehmen können, bis sich eine andere Lösung bietet.