05. 03. 2018

SOS-Kinderdorf entsetzt über Bombardements in Syrien

Zerstörung in Syrien: SOS-Kinderdorf hilft

Im umkämpften Ost-Ghuta kam es erneut zu verheerenden Bombardierungen, sie gehören zu den schwersten seit Beginn des Krieges vor fast sieben Jahren. Medienberichten zufolge wurden über 700 Menschen getötet, davon mindestens 170 Kinder. Die Zahl der Verletzten soll in die Tausende gehen. Ost-Ghuta ist das letzte von Rebellen kontrollierte Gebiet in Syrien. Seit Wochen sind die dort lebenden Menschen von Hilfsgütern abgeschnitten. Die Lage verschärft sich von Tag zu Tag.

Auch SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter, die das in der Nähe gelegene SOS-Nothilfezentrum Jaramara betreiben, sind unter Beschuss geraten und mussten zeitweise die dringend notwendige Hilfen einstellen. Mittlerweile konnte das Nothilfezentrum jedoch wieder öffnen. „Wir haben die Kapazitäten, umfangreich Hilfe zu leisten, aber erst mussten die Gefechte aufhören", schildert uns eine SOS-Mitarbeiterin die Lage. Glücklicherweise sind alle Kinder und Mitarbeiter der SOS-Kinderdörfer in Damaskus und Saboura wohlauf.

SOS-Kinderdorf appelliert an die Konfliktparteien, die Sicherheit und den Schutz der Kinder zu gewährleisten und insbesondere den Beschuss von Schulen und Krankenhäusern einzustellen.

SOS-Kinderdorf: Seit Jahren in Syrien aktiv

SOS-Kinderdorf ist seit 1980 als nationale Organisation in Syrien tätig und betreibt in Aleppo und Quodsaya/Damaskus SOS-Kinderdörfer und Familienprogramme. Wegen schwerer Kämpfe musste das SOS-Kinderdorf in Aleppo allerdings 2012 evakuiert werden. Die Mädchen und Jungen wurden damals in das SOS-Kinderdorf Quodsaya gebracht, in dem sie bis heute leben.

Warme Mahlzeiten, Nothilfeversorgung und Trauma-Therapie

Auch im Krieg ist SOS-Kinderdorf vor Ort und bemüht sich in Form von Nothilfeprogrammen, einer traumatisierten Generation Halt zu geben. Mit einer warmen Mahlzeit, einem Dach über dem Kopf, einem Bett, einem geschützten Ort für die Nacht. Und durch Menschen, die zuhören und da sind, wenn das Erlebte die Kinder nachts in ihren Träumen verfolgt und sie tagsüber verstummen lässt. Denn ein Ende des Konflikts ist weiterhin nicht in Sicht.