01. 04. 2014

Seit 15 Jahren stark für Kinder und Jugendliche

SOS-Kinderdorffamilie spielt mit Luftballons

Jubiläum der SOS-Kinder- und Jugendhilfen Bremen-Diepholz-Verden

Am 1. April 1999 entstanden aus drei kleinen SOS-Jugendeinrichtungen die SOS-Kinder- und Jugendhilfen Bremern-Diepholz-Verden. Heute ist die Einrichtung mit ihren Kinder- und Jugendwohngruppen, den Schulbetreuungsprojekten und nicht zuletzt dem seit 2011 bestehenden SOS-Kinderdorf-Zentrum in der Bremer Neustadt aus der Kinder- und Jugendhilfelandschaft nicht mehr wegzudenken.

Prävention als wichtiger Baustein

Die Fusion hat uns stärker gemacht“, erinnert sich Karin Mummenthey, die 1999 die Leitung der neu entstehenden Einrichtung übernommen hat, „wir wurden in der Region deutlicher wahrgenommen und hatten einfach auch aufgrund der neuen Größe mehr Möglichkeiten, Hilfen für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien in Bremen und umzu zu entwickeln.“ Heute, 15 Jahre nach ihrem Amtsantritt, blickt die Pädagogin mit Stolz auf das gewachsene Angebot: „Neben den stationären Angeboten in Form unserer betreuten Wohngruppen und Wohngemeinschaften konnten wir mit der Eröffnung des SOS-Kinderdorf-Zentrums in der Bremer Neustadt auch im Bereich der Prävention einen riesigen Schritt nach vorne machen.“ Mit Elternkursen, Beratungsangeboten und Veranstaltungen erhalten Familien hier Unterstützung, Anregungen zur Erziehung und Hilfe zur Selbsthilfe. „Wir wollen die Eltern stark machen, damit die Kinder gesund aufwachsen können“, erklärt Karin Mummenthey.

Ein neues Zuhause für traumatisierte Kinder & Jugendliche

Kinder schauen Bilderbuch an Bild vergrößern

Kinder schauen Bilderbuch an

Startpunkt der SOS-Kinder- und Jugendhilfen Bremen-Diepholz-Verden war 1975 die Gründung der Jugendwohngemeinschaft in Brinkum, aus der 1993 eine Mädchenwohngemeinschaft entstand. Weitere Kinder- und Jugend-wohngruppen, ambulante Hilfen sowie eine therapeutische Wohngruppe für junge Erwachsene kamen im Laufe der Jahre hinzu. Körperliche und seelische Gewalt, Vernachlässigung oder sexueller Missbrauch – die Gründe, aus denen die Jugendlichen hier und nicht in ihrer leiblichen Familie aufwachsen, sind vielfältig. Mit ihren stationären Angeboten bieten die SOS-Kinder- und Jugendhilfen Bremen-Diepholz-Verden den oft traumatisierten Kindern und Jugendlichen ein neues Zuhause mit stabilen Strukturen, individueller Förderung und Zuwendung. Therapeuten und Erzieher unterstützen die Kinder dabei, das Erlebte zu verarbeiten und neue Perspektiven zu entwickeln. "Man wird hier intensiv darauf vorbereitet, sein Leben in die Hand zu nehmen", formuliert es ein Mädchen aus einer SOS-Wohngemeinschaft selbst. Eine Besonderheit der Einrichtung ist, dass sich die pädagogischen Mitarbeiter auch um die Herkunftsfamilien der Kinder kümmern, sie während der Zeit der Fremdunterbringung und im Falle einer Rückführung begleiten.

"Kinder stark machen, heißt auch, ihr Umfeld stärken!"

Ansicht der Alten Stadtbibliothek Bild vergrößern

Die Alte Stadtbibliothek wurde das neue Domizil des SOS-Kinderdorf-Zentrums.

Neben den stationären Betreuungsangeboten für Kinder und Jugendliche macht sich die Einrichtung auch für Prävention stark, einmal mehr seit Eröffnung des SOS-Kinderdorf-Zentrums. Mitten in der Bremer Neustadt ist ein Stadtteil- und Familienzentrum entstanden, das Menschen aus ganz Bremen anlockt. "Die Veranstaltungen im Zentrum, die vom Stillcafé bis hin zur kulturellen Mittagspause mit Live-Musik reichen, sind gut besucht, die Beteiligung der Menschen im Stadtteil ist hervorragend", berichtet Karin Mummenthey. Auch die Zahl der sich dort ehrenamtlich engagierenden Mitarbeiter ist hoch und ermöglicht damit die Bandbreite der Angebote. In den offenen Sprechstunden gibt es für die Besucher kostenlose und anonyme Beratungen, bei familiären Krisen und Fragen zur Erziehung, ebenso wie bei rechtlichen Problemen. Darüber hinaus befinden sich im SOS-Kinderdorf-Zentrum der Second-Hand-Laden „Klamöttchen“, die SOS-Kinderkrippe, eine heilpädagogische Tagesgruppe und seit August 2013 auch die Frühberatungsstelle Süd in Kooperation mit dem Amt für Soziale Dienste. Besonders beliebt ist auch der soziale Mittagstisch, bei dem Jung und Alt, bei einem abwechslungsreichen Mittagessen gemeinsam am Tisch sitzen.

Hilfen für Schulen

Lächelnde Jugendliche mit Wiesenblumenstrauß Bild vergrößern

Einen immer größere Bedeutung in der Arbeit der SOS-Kinder- und Jugendhilfen Bremen-Diepholz-Verden kommt auch der schulbezogenen Hilfe zu. In aktuell zwei Grundschulen in der Bremer Neustadt unterstützen SOS-MitarbeiterInnen Schüler, Lehrer und Eltern und helfen, Probleme am Lebensort Schule zu erkennen und anzugehen. In der Grundschule an der Kantstraße und in der Grundschule an der Oderstraße stellt die Einrichtung die Betreuung der Kinder außerhalb der Unterrichtszeit am Nachmittag sicher. In der Oderstraße werden zudem rund 100 Kinder mit einem warmen Mittagessen versorgt. Ganz neu ist hier auch die AG „Kinder in Bewegung“, ein Spiel-, Spaß- und Sportangebot von zwei Physiotherapeutinnen des RehaZentrums Bremen. „Unser Ziel ist es, den Kindern zu einem besseren und bewussteren Körpergefühl zu verhelfen, indem sie spielerisch ihren Körper und seine Funktionen kennen lernen“, erzählt Britta Neumann, eine der beiden Physiotherapeutinnen. An der Grundschule in der Kantstraße gibt es außerdem einmal wöchentlich ein Gruppenangebot speziell für Jungen. Hier können sich die Heranwachsenden ohne Leistungsdruck und Noten in unterschiedlichsten Dingen ausprobieren können. Ziel der Jungengruppe ist es, die Jungen in ihrer Entwicklung zu fördern und möglichen Problemen in der Pubertät vorzubeugen.

"Gutes tun ist leicht, wenn viele helfen."

Betreuerin liest zwei Kleinkindern vor Bild vergrößern

Die Leseecke im neuen Zentrum ist richtig kuschelig!

Ziel für die Zukunft ist, die Arbeit erfolgreich fortzusetzen. "Damit wir unser Programm in diesem Umfang aufrechterhalten bzw. ausbauen können, brauchen wir Menschen, die aktiv dazu beitragen", betont Karin Mummenthey. Neben ehrenamtlichem Engagement und einmaligen Spenden gibt es auch die Möglichkeit, eine Patenschaft speziell für die SOS-Kinder- und Jugendhilfen Bremen-Diepholz-Verden zu übernehmen. Mit nur 26 Euro pro Monat und damit nicht einmal 1 Euro am Tag kann man so gezielt die Arbeit der Einrichtung vor Ort unterstützen. Weitere Informationen hierzu gibt es direkt im SOS-Kinderdorf-Zentrum in der Friedrich-Ebert-Straße 101.

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© claire cordier - Fotolia

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