21. 02. 2014

Seine Kinder von Anfang an verstehen

Frühe Hilfen - von Anfang an

Großer Spaß mit den ganz Kleinen

Eigentlich steht die Abkürzung FuN für "Familie und Nachbarschaft - doch auch die englische Übersetzung "Spaß" passt perfekt zu dem Angebot des SOS-Kinderdorfes Berlin. Das Ziel: Die Bindung zwischen Eltern und Kindern schon von Geburt an zu festigen, so dass die kleinen und großen Alltagskrisen keine Chance haben!

Vor einem halben Jahrstartete der erste kostenlose FuN-Baby-Kurs mit insgesamt acht Müttern bzw. Vätern und ihren Kindern von 0 bis 18 Monaten. Im Mittelpunkt steht  die Überzeugung, dass in den ersten Lebensmonaten eines Kindes der Grundstein  für die Interaktion und Kommunikation zwischen Eltern und Kindgelegt wird.

Sich Zeit nehmen, beobachten und die Babysprache verstehen lernen

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Gemeinsam die Welt entdecken

„Bei FuN Baby geht es nicht darum, den Erwachsenen zu zeigen, wie man es richtig macht. Wir wollen die Eltern begleiten, sie stützen und ihnen zeigen, dass sie nicht alleine sind in der oft anstrengenden ersten Zeit mit dem Baby“, erläutert Dagmar Becker, eine der beiden Fun-Teamerinnen im SOS-Kinderdorf Berlin-Moabit.

In unterschiedlichen Situationen lernen die Eltern abzuwarten, wie das Kind reagiert -  ohne gleich selbst aktiv zu werden. „Beobachten, was das Kind macht, sich Zeit lassen, das ist das Wichtigste in unserem ersten Kursbaustein“, weiß Dagmar Becker. Ganz entscheidend dabei ist auch, dass die Eltern mit ihren Kindern sprechen, die Dinge beim Namen nennen und ihnen durch die Sprache die Welt erschließen und zeigen.

Sinnvolles Coaching: Mut zur Zurückhaltung

Bei allen Spielen halten sich die Begleiterinnen im Hintergrund, sie coachen die Situation, aber lassen in erster Linie die Eltern agieren. Was haben sie beobachtet? Manchmal ist die Aktivität der Eltern einfach zu stark, sie wollen steuern und beobachten weniger, was eigentlich vom Kind kommt. Ganz anders jene Eltern, die bestimmte Situationen einfach laufen lassen und sich nicht in den Austausch mit ihrem Kind begeben. Das beobachten die Fachfrauen häufig im zweiten Kursmodul, in dem die Eltern den Kindern den Weg weisen sollen.

So oder so – alle Eltern werden erst einmal positiv darin bestärkt, was gut läuft und erhalten Anregungen für unterstützende Spielaktivitäten. „Die Bestätigung, etwas gut und richtig zu machen, ist wohltuend. Darüber habe ich mich richtig gefreut“, fasste ein Vater das Coaching von Dagmar Becker und Angela Cordes, der zweiten FuN-Teamerin  von der Beratungsstelle Mitte „Familie im Zentrum“, zusammen.

Frühe Hilfen - ein guter Start
FuN-Baby gehört zu den Frühen Hilfen, einem Angebots-Portfolio, das in die offenen Angebote des SOS-Kinderdorf e.V. eingebunden ist. Im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe sind sie Teil der Arbeit in den SOS-Familien- oder Mütterzentren, den SOS-Kindertagesstätten oder Beratungszentren. Die SOS-Kinderdorfmitarbeiter unterstützen Eltern dabei, im einfühlsamen Miteinander mit ihren Kindern den Familienalltag zu gestalten. Das hilft, ein förderliches Erziehungsklima zu schaffen und kindlichen Entwicklungsproblemen vorzubeugen. Ein gelingendes, vertrauensvolles Familienleben schützt Kinder außerdem vor Vernachlässigung und Gewalt.