10. 06. 2014

Schnecke, Tausendfüßer und Co.

Wald-Memory

Natur zum Fühlen: Das Wald-Memory

NABU-Tag für das SOS-Kinderdorf Württemberg

Ein Tag inmitten der Natur spannende Abenteuer erleben: der NABU-Tag ist für die Kinder des SOS-Kinderdorfes in Oberberken immer etwas ganz besonderes. Auch dieses Jahr stand eine treue Fangemeinde von Kindern freudig vorm Wasserturm und begrüßte die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vom NABU und der Deutschen Bank. Viele von ihnen kennen sich schon seit Jahren, es sind jedoch auch immer wieder ein paar neue naturbegeisterte Kinder dabei. Sozusagen frischer Wind in der Gruppe.

Natur mit allen Sinnen erleben

Schnell wurden zwei Teams gebildet: „Kleine Kinder“ und „Große Kinder“. Für die nächsten Stunden werden sich die Wege der beiden Gruppen trennen. Die Großen liefen erst einmal ein Stück, um Abstand zur anderen Gruppe zu gewinnen. Schon gleich bekamen sie die erste kleine Aufgabe von Iris, der NABU-Mitarbeiterin: „Jeder sucht unterwegs einen kleinen Gegenstand, der gut in seine Hand passt. Das ist euer Schatz, den dürft ihr niemandem zeigen!“ Einige Kinder fingen gleich emsig an zu suchen, andere schwatzten so vergnügt, dass sie den „Schatz“ um ein Haar vergessen hätten. Doch als wir schließlich anhielten, hatten alle eine geballte Faust, in der etwas versteckt war. Zunächst musste sich jeder ganz genau einprägen, wie sich sein „Schatz“ anfühlt. Als nächstes wurde ein enger Kreis gebildet. Hinter unserem Rücken reichten wir die „Schätze“ weiter und versuchten, diese durch fühlen wieder zu erkennen: Gar nicht so einfach. Alle waren hoch konzentriert, die Sinne geschärft. Genau so sollte es sein: Die Natur anfassen dürfen, sie erspüren und mit allen Sinnen erleben.

Hoch hinaus: ein Turm aus Ästen Bild vergrößern

Hoch hinaus: ein Turm aus Ästen

Nach dieser Aufwärmübung gingen wir vom Feld in den Wald und wurden erneut zur Schatzsuche aufgeteilt. Jede Gruppe bekam eine Schatzkiste in die Hand gedrückt und den Auftrag, diese für die andere Gruppe zu verstecken. Die jungen Abenteurer schlugen sich durchs Dickicht, legten Stöcke zu Pfeilen als Wegweiser und suchten nach einem passenden Versteck. Schließlich trafen wir uns warteten auf den Stratschuss: Jede Gruppe folgte den Hinweisen der anderen.

Schnitzeljagd bis zur Schatztruhe

Zurück beim Treffpunkt wusste Iris, wie man sich im Wald die Zeit vertreibt, bis alle wieder versammelt sind: Sie zeigte den Kindern, wie man aus Holzstöcken einen Bilderrahmen legen und ihn mit Naturgegenständen, Tausendfüßern und Schnecken verzieren kann oder wie man einen Turm aus dünnen Ästen baut. Als die andere Gruppe schließlich auch mit der Schatzkiste eintrudelte, war einer der Türme schon fast so hoch wie das kleinste Kind.

Als nächstes hatte Iris eine Art Wald-Memory vorbereitet: Unter einem Tuch waren verschiedene Gegenstände versteckt, die alle mit Tieren zu tun hatten. Es gab einen Vogelschädel, eine Schlangenhaut, Nüsse mit Fraßspuren und Teile eines Wespennests. Nur kurz wurde das Tuch angehoben, danach sollten sich die Kinder reihum an das erinnern, was sie gesehen hatten. Zum Schluss durften sie das Tuch ganz anheben und die Gegenstände sogar anfassen. Viel zu schnell neigte sich unsere Zeit im Wald dem Ende zu. Für den Rückweg bekamen die Kinder kleine Zettel, auf denen stand: „etwas Weiches“ oder „etwas Gelbes“ oder „Etwas, das raschelt“. Die Zettel blieben geheim und jedes Kind sammelte so viele Gegenstände mit der entsprechenden Eigenschaft ein, wie es nur konnte. Die anderen sollten nun die Eigenschaft anhand der Gegenstände erraten. Das klappte ziemlich gut und machte Allen großen Spaß. Zurück im SOS-Kinderdorf trafen wir am Lagerfeuer wieder auf die „Kleinen“. Sie waren in der Zwischenzeit geschminkt worden und trugen Indianerfedern auf dem Kopf, sie lachten und erzählen, wie sie Tipis gebaut und welche Abenteuer sie erlebt hatten.
Wir alle waren erschöpft, glücklich und hungrig: Zum Glück hatte die Deutsche Bank, die den NABU-Tag alljährlich sponsert, zum Ausklang für Würstchen und Getränke gesorgt. So ein perfekter Tag….