24. 03. 2016

Osterbräuche im SOS-Kinderdorf

Hochkonzentriert bei der Sache: Ostereier bemalen im SOS-Kinderdorf

Hochkonzentriert bei der Sache: Ostereier bemalen im SOS-Kinderdorf

Eier auspusten, bemalen und damit die ersten Frühlingszweige dekorieren - dieser Brauch gehört für viele zum Osterfest. Doch in den SOS-Kinderdörfern in Deutschland und weltweit gibt es noch viele weitere Ostertraditionen. SOS-Mitarbeiter erzählen, wie sie Ostern in ihrer Region feiern:

SOS-Kinderdorf wünscht frohe Ostern! Bild vergrößern
Eiertrudeln
In der Nähe des SOS-Kinderdorfs Prignitz im nordwestlichen Teil Brandenburgs gibt es den Brauch des Eiertrudelns. Dafür bekommt die Spieler ein Körbchen mit hartgekochten Eiern und dann geht es gemeinsam auf einen kleinen Berg. „Jedes Dorf hat seinen Eierberg. Dabei ist die Prignitz ein recht flaches Stück Land und die Berge sind wirklich nur ganz klein", erzählen die Mitarbeiter des SOS-Beratungszentrums.Vom Eierberg werden die Eier dann „herunter getrudelt“, sprich geworfen, gekullert oder gekegelt. Jeder probiert dabei seine ganz eigene Technik aus. Gewonnen hat am Ende derjenige, dessen Ei heil geblieben ist. Meistens ist die Schale bei allen zerplatzt, dann zählt die Entfernung, die ein Ei beim Trudeln zurückgelegt hat. Der abendliche Lohn für alle Eiertrudler: Eiersalat!

Kinder bemalen Ostereier Bild vergrößern
Eiertitschen
Ein weiteres beliebtes Spiel nach der Eiersuche nennt sich Eiertitischen. Jeweils zwei Spieler nehmen dafür ein hart gekochtes Ei und stoßen die spitzen Seiten gegeneinander. Bleibt das Ei eines Spielers beim Titischen heil, steht der Gewinner fest und bekommt das zermatschte Ei seines Gegenübers.

Drei Mädchen sitzen auf einer Blumenwiese und suchen Ostereier. Bild vergrößern
Osterräderlauf
Etwas abenteuerlicher mutet das Osterräderrollen an, das in Lügde in der Nähe des SOS-Kinderdorf Lippe bekannt ist. Dabei werden sechs brennende Wagenräder den Berg herunter gerollt, die als Symbol des Frühlings Funken und Licht versprühen. Im SOS-Kinderdorfes Lippe selbst geht es hingegen etwas ruhiger zu. Es gibt dort das traditionelle „Osterputzen“. Dabei vertreiben Mitarbeiter und SOS-Kinder in einer großen gemeinsamen Aktion den Winterstaub mit Putzeimern- und –lappen aus dem Dorf.

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Internationale Osterbräuche
Auch in vielen SOS-Kinderdörfern weltweit wird  Ostern gefeiert, oft mit ganz unterschiedlichen und speziellen Osterbräuchen. In Mexiko erleben die Kinder ein regelrechtes "Oster-Volksfest", bei dem für zwei Wochen die Menschen zusammenkommen und mit viel Musik und Tanz feiern. In Italien gibt es am Karfreitag eine große Osterprozession durch die Stadt. Eine Tradition, die sich in den USA zu der  „Easter Parade“ entwickelt hat, bei der mit Blumen geschmückte Wagen durch die Straßen New Yorks fahren. Und während in Deutschland die Osterkörbe am Sonntag schon längst geplündert wurden, suchen die französischen Kinder erst am Ostermontag nach Eiern und Süßigkeiten.

Ostern-Kampagnebild Bild vergrößern
Traditionelle Osterspeisen
Mit dem Osterfest endet auch die Fastenzeit. Steht am Karfreitag noch in vielen SOS-Kantinen Fisch auf dem Speiseplan, so wird an den Osterfeiertagen reich aufgetischt. In Italien werden an Ostern salzige Speisen bevorzugt, wie eine besondere Torte aus Ei und Spinat. In unseren deutschen SOS-Kinderdörfern stehen eher die klassiche Osterspezialitäten wie der Hefezopf und Lammbraten auf dem Tisch. Und auch  die Eier dürfen nicht fehlen, ob als Rührei, Omelette oder einfach hart gekocht und bunt verziert.