12. 04. 2012

Südsudan: Hilfe für unbegleitete Kinder

Ein Junge im Sudan: Hand in Hand mit seiner Mutter

Der Konflikt zwischen dem Sudan und dem Südsudan spitzt sich dramatisch zu: Immer wieder kommt es an den Grenzen zu heftigen Gefechten. International wächst die Befürchtung, dass die fortgesetzten Feindseligkeiten in einen offenen Krieg münden könnten.

SOS-Nothilfe im Sudan: Eine SOS-Kinderdorfmutter füttert ein Baby Bild vergrößern

SOS-Nothilfe im Sudan: Eine SOS-Kinderdorfmutter füttert ein Baby

Nach der Abspaltung des Südsudans vom Sudan im vergangenen Jahr hat der Sudan vor einigen Wochen auch damit begonnen, hunderttausende ehemaliger Bürgerkriegsflüchtlinge in den Südsudan zurück zu schicken. Da die südlichen Behörden weder die Kapazitäten und Finanzmittel haben, die Flüchtlinge aufzunehmen, wird die Lage prekärer: Die Menschen - viele davon unbegleitete Kinder - sind oft wochenlang zu Fuß unterwegs, ohne Nahrungsmittel, Wasser oder Medikamente. Am 8. April endete das Ultimatum, innerhalb dessen sich Südsudanesen entweder im Norden offiziell registrieren lassen oder in den Südsudan abwandern mussten.

Das Sozialministerium des Bundesstaates Central Equatoria rechnet damit, dass in den nächsten beiden Wochen nochmals an die 14.000 Flüchtlinge mit dem Boot im Hafen von Juba ankommen werden. Auch in Malakal wird mit einer hohen Anzahl an Rückkehrern gerechnet; Schätzungen gehen von bis zu 120.000 Flüchtlingen aus.  

SOS-Kinderdorf Südsudan: Nothilfe-Programme für Kinder startet

SOS-Kinderdorf hat umgehend ein umfassendes Nothilfe-Programm erstellt, mit dem besonders unbegleitete Kinder, die in den Süden zurückkehren, unterstützt werden. Derzeit wird mit Hochdruck an dem Aufbau eines neuen Büros Juba gearbeitet. Bereits Anfang Mai werden unbegleitete Kinder  in Malakal und Juba Unterkunft, Verpflegung, medizinische Grundversorgung, psychologische Betreuung und Bildung erhalten.

Ziel ist es auch, so viele Kinder wie möglich wieder mit ihren Familien zu vereinen. Bei der Suche nach Angehörigen arbeitet SOS mit örtlichen Behörden, UN-Agenturen und anderen Hilfsorganisationen zusammen. Kinder, die keine Familien mehr haben, können im SOS-Kinderdorf Malakal ein dauerhaftes Zuhause finden. Zur Datenprüfung und zum Identifizieren unserer Zielgruppe arbeitet SOS-Kinderdorf mit der SSRRC (Southern Sudan Relief and Rehabilitation Commission, Kommission für den Wiederaufbau im Südsudan) und dem Sozialministerium zusammen.

Bitte spenden Sie jetzt – damit wir rechtzeitig helfen können!

Die Flüchtlinge im Sudan und Südsudan leiden unter Hunger, Armut und Obdachlosigkeit. Mit den Nothilfeprogrammen im Südsudan wollen wir das Schlimmste verhindern. Sie können unsere Arbeit mit Ihrer Spende wirkungsvoll und nachhaltig unterstützen! Danke!

Hier ist SOS-Kinderdorf aktiv:
Derzeit gibt es in Sudan und Südsudan zwei SOS-Kinderdörfer, zwei SOS-Jugendeinrichtungen, einen SOS-Kindergarten, zwei SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, zwei Sozialzentren und zwei SOS-Berufsbildungszentren.

 

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