22. 06. 2012

Kick it like Murewa!

„Ich bin ein ruhiger und gefasster Dribbler. Ich weiß, wann ich den Ball dribbeln, abgeben oder querspielen muss. Wenn ich den Ball habe, kann ich damit machen, was ich will. Ich bin in der Lage, Abwehrspieler rankommen zu lassen und auszuspielen und sie mit meinen bedrohlichen Schrägpässen in Verlegenheit zu bringen.“

Afrikanisches Mädchen mit Fußball Bild vergrößern

Kämpfernatur und Nachwuchstalent: Nomsa aus Simbabwe

Dass diese Worte von einem Fußballer kommen, ist nicht schwer zu erraten. Dass dieser Fußballer ein Stürmer sein muss, erkennt der fachkundige Fan vermutlich auch. Aber dass dieser selbstbewusste Kicker ein Mädchen namens Nomsa aus Afrika ist, würde wohl so schnell niemand vermuten.

Kein Platz für Träume

In Mashonaland East, eine Provinz in Simbabwe, spielt die talentierte „Linksfüßlerin” mittlerweile in der U18 Mädchenfußballmannschaft. Nomsas Geschichte ist in doppelter Hinsicht eine kleine Sensation. Zum einen, weil in Simbabwe viele Menschen glauben, dass Fußball ausschließlich ein Männersport ist und dass es gegen die Sitten und die Landeskultur verstößt, wenn Mädchen Fußball spielen. Zum anderen, weil zwischen Alltagssorgen wie Hunger und Arbeitslosigkeit kein Platz zu sein scheint für Träume.

„Fußball stärkt mein Selbstvertrauen“

Trotzdem wird Fußball bei Mädchen und Frauen immer beliebter und das weibliche Geschlecht kämpft um seine Rechte – mit Erfolg: Mittlerweile gibt es sogar auf Nationalebene spezielle Wettkämpfe für Mädchenmannschaften. Für Nomsa ist Fußball viel mehr als nur ein Sport: „Es stärkt mein Selbstvertrauen.“ Ihr starker Wille war es auch, der Nomsa bis in die simbabwischen U18 gebracht hat. „Mich ins Provinzteam zu wählen, war kein Fehler. Ich zeigte den Trainern Fähigkeiten, die mich sicher bis unter die letzten Elf brachten“, erzählt sie stolz.

Großes Ziel – Profifußballerin

Nomsas Vorbild ist  der simbabwische Profifußballer Tauya Murewa. Er spielt in der Nationalmannschaft und ist außerdem ein talentierter Arzt, was ihm bei seinen Fans den Spitznamen „Der fliegende Doktor“ eingebracht hat. Nomsa hat ihr Ziel fest vor Augen: „Ich möchte später einmal wie Dr. Murewa sein.“