Nach dem Hochwasser: Aufräumen in den SOS-Einrichtungen

Neues Dokument (1) Bild vergrößern

Elbwasser sickert in Wittenberge durch die mit Sandsäcken verstärkte Spritzwasserschutzwand in der Altstadt.

Als "alarmiert, aber nicht kritisch" bezeichnete Einrichtungsleiter Daniel Krause-Pongratz die Situation der SOS-Beratungsstelle Prignitz in der Hochwasserregion der Elbe. Das Gebäude liegt am Rande des Evakuierungsgebietes. Zur Sicherheit wurde der Server im Keller abgebaut und in die oberen Etagen verlegt. Der derzeitige Hochwasserstand der Elbe hat den vom Jahrhunderthochwasser 2002 überschritten, berichtet Daniel Krause-Pongratz.

Heute gibt er Entwarnung: "Die Pegel sinken und langsam stellt sich in Wittenberge wieder Normalität ein. Durch den engagierten Einsatz der Bewohner konnte die mobile Spundwand, die eigentlich nur als Spritzwasserschutz konzipiert ist, mit Tausenden von Sandsäcken stabilisiert werden. Das SOS-Beratungszentrum und auch kein Mitarbeiter musste zum Glück größere Schäden an Haus und Hof in Kauf nehmen. Unsere Telefonanlage und der Server ist wieder installiert, auf der Baustelle ist wieder Hochbetrieb und das Kellerinventar wird nach und nach wieder runtergetragen."

Die SOS-Beratungsstelle ist nur eine von vielen Einrichtungen, die in der vom Hochwasser schwer betroffenen Regionen im Osten Deutschlands liegen.

Am Schlimmsten traf es das SOS-Mütterzentrum Salzgitter. Einrichtungsleiterin Sabine Genther berichtet: „Das Wasser ist bei uns in den gesamten Keller auf der Vorderseite über die Lichtschächte eingedrungen. Betroffen ist die Küche, in der wir mit den Schulkindern und den jungen Müttern Kochkurse durchführen. Ebenfalls betroffen sind die Toiletten für die Kinder, sie sind im Moment nicht benutzbar. Ansonsten sind die Waschküche und Lagerräume betroffen, die ebenfalls wieder saniert werden müssen. Wir hatten den Keller gerade gestrichen. An Kosten kommen also erneut Malerarbeiten auf uns zu und wir werden im vorderen Bereich, wenn baulich möglich, einen zusätzlichen Pumpenschacht installieren.“

Neues Dokument (1) Bild vergrößern

Viele fleißige Helfer waren nötig, um die Küche im SOS-Mütterzentrum Salzgitter trocken zu legen.

Im SOS-Beratungszentrum Bernburg lief der Keller etwa knöchelhoch mit Wasser voll. Hier ist die Saale über die Ufer getreten. Auch hier waren die SOS-Mitarbeiter gewappnet und hatten Server und Lagergegenstände rechtzeitig abgebaut und in Sicherheit gebracht. Der Laminatboden in den für Angebote genutzten Kellerräumen ist aufgequollen und muss ersetzt werden.

Moralische Unterstützung aus Mosambik

Wie groß der Zusammenhalt der weltweiten SOS-Familie ist, zeigen die Scans von drei Briefen, die uns heute aus dem SOS-Kinderdorf Pemba in Mosambik erreichten.

In den Briefen drücken die Jugendlichen ihr Mitgefühl und Verständnis für den schmerzlichen Verlust der Heimat an das Hochwasser in Europa aus. Aufgrund seiner geographischen Lage wird Pemba häufig von Überschwemmungen und Tropenstürmen heimgesucht. Viele der Kinder dort sind indirekt als Folge eines Hochwassers in das SOS-Kinderdorf gekommen.

Neues Dokument (1) Bild vergrößern

Brief der 17-jährigen Ana aus Mosambik.