27. 11. 2017

Bindung, Bildung und Beteiligung für Kinder

Vorstandsvorsitzender Dr. Kay Vorwerk bedankte sich bei Landrat Thomas Eichinger und Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch

Vorstandsvorsitzender Dr. Kay Vorwerk (Mitte) bedankte sich bei Landrat Thomas Eichinger (rechts) und Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch für die Grußworte

Erfolgsmeldungen bei Mitgliederversammlung des SOS-Kinderdorf e.V.

Mit der „Strategie 2024“ hat sich der SOS-Kinderdorf e.V. einen neuen Rahmen für seine Arbeit in Deutschland und weltweit gegeben. Das zentrale Ziel dabei ist, dass bis 2024 noch mehr benachteiligte junge Menschen ihr Leben erfolgreich gestalten können. Mit seinen stationären, ambulanten und offenen Angeboten erreicht und unterstützt der Verein derzeit rund 100.000 Kinder, Jugendliche und Familien in erschwerten Lebenslagen. Das berichtete Vorstandsvorsitzender Dr. Kay Vorwerk bei der diesjährigen Mitgliederversammlung in Dießen. Dort wird im kommenden Jahr gefeiert: Am 8. Juni 2018 gibt es ein Fest zum 60-jährigen Bestehen.

60 Jahre SOS-Kinderdorf Diessen

Viel Beifall gab es bei der Mitgliederversammlung des SOS-Kinderdorf e.V. für die Kinderband „Karacho“ Bild vergrößern

Viel Beifall gab es bei der Mitgliederversammlung des SOS-Kinderdorf e.V. für die Kinderband „Karacho“. Sie hatte mit dem Lied vom klugen Kind „Alfonsina“ und der selbst verfassten Liebeserklärung an den „Ammersee“ für die passende Musik gesorgt

Sowohl Landrat Thomas Eichinger als auch Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch sind „stolz“, dass die Erfolgsgeschichte von SOS-Kinderdorf Deutschland von Dießen aus seinen Verlauf genommen hat. Vor knapp 60 Jahren waren die ersten Buben und Mädchen ins Kinderdorf eingezogen, heute ist der Verbund SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech „einer der größten Dienstleister für den Landkreis“, wie Landrat Eichinger nicht nur mit Blick auf die unbegleiteten minderjährigen Asylbewerber betonte.

Dass der Standort in Dießen nach wie vor zukunftsträchtig ist, zeige sich auch daran, dass das Kinderdorf nun auch erweitert werden kann, ergänzte Bürgermeister Kirsch. Das passt auch zur „Strategie 2024“ des Vereins, nach der noch mehr Kinder und Jugendliche noch intensiver dabei unterstützt werden sollen, ihr eigenes Leben erfolgreich zu gestalten, so Vorwerk. Er betonte, dass neben Beziehung, Bindung und Bildung vor allem die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen im SOS-Kinderdorf groß geschrieben wird – zum Beispiel über Kinderparlamente oder auch die regelmäßige Kinder- und Jugendkonferenz, die heuer mit rund 250 Teilnehmern in der Pfalz stattgefunden hat.

Außenansicht der Botschaft für Kinder Bild vergrößern

Vorwerk wies auch auf die „Botschaft für Kinder“ hin, die in Berlin entstanden ist. Hier hat der Verein ein Haus geschaffen, in dem er den Dialog mit Politik, Verbänden und interessierter Öffentlichkeit etablieren will: „Wir müssen gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen Lösungsansätze für die Herausforderungen der Zeit entwickeln“, bekräftigte er. Auch beim Besuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel in der SOS-Dorfgemeinschaft Grimmen waren die Anliegen von Kindern und Jugendlichen ein Thema gewesen.

Nach dem Motto „nur was sich ändert, bleibt bestehen“ reagiert der SOS-Kinderdorfverein auf gesellschaftliche Entwicklungen mit neuen Lösungen und Angeboten, betonte Verwaltungsratsvorsitzende Dr. Gitta Trauernicht. Im Mittelpunkt stehe jedoch nach wie vor das Kind, dem man das Versprechen auf bestmögliche Entwicklung gebe.

Vielen Dank an alle Unterstützer

Der Verein könne seine Arbeit jedoch nur dank des Engagements der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter und der vielen Spender leisten, betonte Vorstandsvorsitzender Vorwerk. Die gut 60 Anwesenden freuten sich deshalb, dass laut Referatsleiterin Eva Weiser das Spendenaufkommen im vergangenen Jahr um sechs Prozent gestiegen ist. Gleichzeitig gingen die Ausgaben für Verwaltung und Werbung auf knapp zwölf Prozent zurück – und der SOS-Kinderdorfverein erhielt erneut das begehrte dzi-Spendensiegel, erklärte sie.

Kindern und Jugendlichen eine Stimme geben

Beteiligung macht Kinder stark - auf der Kijuko tauschten sich Kinder aus vielen SOS-Kinderdörfern aus. Bild vergrößern

Beteiligung macht Kinder stark - auf der Kijuko tauschten sich Kinder aus vielen SOS-Kinderdörfern aus.

Der SOS-Kinderdorf e.V. setzt sich für positive Lebensbedingungen für alle Kinder und Jugendlichen ein. Dazu gehört, ihre Rechtsstellung zu stärken – insbesondere fordert SOS-Kinderdorf angemessene Beteiligungs-, Schutz- und Förderrechte für alle Kinder. Es ist ei-nes der Kernanliegen der Organisation, Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, ihre Rechte zu erlangen und wahrzunehmen. Für SOS-Kinderdorf sind junge Menschen Experten in eigener Sache: Der Verein legt in seiner pädagogischen Arbeit großen Wert darauf, dass Kinder ihre Rechte kennen und sie an den sie betreffenden Entscheidungen beteiligt werden. Zu den Beteiligungsstrukturen in den SOS-Einrichtungen gehören etwa Kinderdorfräte, Kinder- und Jugendparlamente, Beteiligungsmentoren und vereinsweite Kinderkonferenzen.
SOS-Kinderdorf ergreift Partei für Kinder, Jugendliche und Familien, insbesondere für sozial benachteiligte. So fordert der Verein seit langem die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz und setzt sich dafür ein, dass alle Kinder die gleichen Chancen erhalten, ihre Potentiale auszuschöpfen.