02. 03. 2012

SOS-Kinderdorf Mogadischu erneut evakuiert

Mörsergranaten, Schüsse und Explosionen in unmittelbarer Nähe: Um die Sicherheit der Kinder, Jugendlichen und Mitarbeiter des SOS-Kinderdorfes Mogadischu zu gewährleisten, wurde das SOS-Kinderdorf jetzt erneut evakuiert. Bereits im August 2011 wurde das SOS-Kinderdorf in der somalischen Hauptstadt aufgrund der prekären Sicherheitslage evakuiert. Die SOS-Familien wurden in Notunterkünften im Afgooye-Korridor in Sicherheit gebracht. Dort war die Lage bisher ruhig, doch nun hat der Bürgerkrieg auch diesen Stadtteil erreicht.

Alle SOS-Kinder und -Mitarbeiter unverletzt

In der provisorischen SOS-Kinderdorf-Klinik werden weiterhin Mütter und Babys behandelt Bild vergrößern

In der provisorischen SOS-Kinderdorf-Klinik werden weiterhin Mütter und Babys behandelt

Während der vergangenen beiden Wochen kam es in unmittelbarer Umgebung der Notunterkünfte von SOS-Kinderdorf zu heftigen Gefechten zwischen den Truppen der somalischen Übergangsregierung, der verbündeten Afrikanische Union (AMSIOM) und der Al-Shabaab. Die Regierungstruppen drangen immer weiter in den 13 Kilometer außerhalb von Mogadischu gelegenen Afgooye-Korridor vor. Viele Bewohner mussten fliehen. SOS-Kinderdorf hatte sich bereits auf eine mögliche Evakuierung vorbereitet. Die Familien wurden aus der Kampfzone gebracht und sind nun in zwei gemieteten Häusern im Bezirk Hodon in Mogadischu, der als sicher gilt, untergebracht. SOS-Mütter und -Mitarbeiter bemühen sich darum, dass die Kinder nach dem traumatischen Erlebnis der erneuten Evakuierung wieder in ihren Alltag zurückfinden. Dazu gehört auch der Schulbesuch. Derzeit wird mit Hochdruck nach einem Ausweichquartier für die SOS-Schule gesucht, damit der Unterricht wieder beginnen kann.

SOS-Nothilfe im Süden Somalias

Kinder im Flüchtlingscamp Bild vergrößern

In der Notunterkunft finden die Kinder aus dem SOS-Kinderdorf Mogadischu Schutz.

Die Rückkehr der SOS-Familien ins SOS-Kinderdorf im Norden Mogadischus ist nach wie vor nicht möglich, da sich das SOS-Gelände direkt an der Frontlinie in dem umkämpften Stadtteil befindet. Die benachbarte SOS-Mutter-Kind-Klinik muss deshalb ebenfalls weiter geschlossen bleiben. In etwa zwei Kilometer Entfernung hat SOS-Kinderdorf jedoch ein temporäres medizinisches SOS-Zentrum eingerichtet, dessen Mitarbeiter täglich 400 bis 600 Kinder und schwangere Frauen behandeln. Unterdessen leisten die SOS-Kinderdörfer in Somalia weiter Nothilfe für hungernde Kinder und Familien. Vor allem in Südsomalia bleibt die Versorgungslage kritisch. SOS-Mitarbeiter haben dort bislang 25.000 Menschen - Kinder und ihre Angehörigen - medizinisch versorgt. Die SOS-Kinderdörfer sind in Südsomalia derzeit als einzige internationale Hilfsorganisation aktiv, nachdem mehrere NGOs ihre Arbeit in dem von der Al-Shabab-Miliz kontrollierten Gebiet einstellen mussten.

SOS-NOTHILFE

Ein Mädchen mit Kuscheltier

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