03. 12. 2012

SOS-Kinderdorf freut sich über DZI-Spendensiegel

Vorstandsvorsitzender Professor Dr. Johannes Münder (links), Verwaltungsratsvorsitzender Professor Dr. Hanjo Sauer (rechts) und

Mitgliederversammlung wählt Verwaltungsrat für vier Jahre

"Wir sind verschieden und trotzdem eins" – das Lied, mit dem die Kinderband Karacho die diesjährige Mitgliederversammlung des SOS-Kinderdorfvereins in Dießen eröffnete, erwies sich als passendes Motto für die Veranstaltung. Denn die Vereinsmitglieder wählten nicht nur einmütig den neuen Verwaltungsrat, sie freuten sich auch gemeinsam über die vielfältigen Projekte von SOS-Kinderdorf – und über das DZI-Spendensiegel, das der Verein nach strenger Prüfung erneut erhalten hat.

Familien stützen, Kinder schützen

Vom Babykurs bis zum Berufsausbildungszentrum reicht das Angebot, mit dem SOS-Kinderdorf deutschlandweit in über 43 Einrichtungen gut 130 000 Kinder, Jugendliche und Eltern in schwierigen Lebenslagen unterstützt. Ziel sei dabei die Hilfe zur Selbsthilfe, betonte Vorstandsvorsitzender Professor Dr. Johannes Münder in seinem Tätigkeitsbericht. Das gelte zum Beispiel für das neue Projekt „Frühe Hilfen“ für Familien mit Kindern unter drei Jahren: „Familien stützen heißt Kinder schützen“, betonte Münder. Eine starke Persönlichkeit biete den besten Schutz vor Übergriffen, meinte der Vorstandsvorsitzende. Deshalb lässt SOS-Kinderdorf die Buben und Mädchen nicht nur bei der Kinder- und Jugendkonferenz Beteiligung (er-) leben und ein Bewusstsein für ihre Rechte entwickeln. Der Verein setzt sich außerdem dafür ein, dass die Regelleistungen für Kinder von Hartz IV-Empfängern entsprechend deren Bedarf an Bildung und Teilhabe festgelegt werden und nicht nur das absolute Minimum beinhalten. Münder berichtete von einigen Jubiläen in verschiedenen Einrichtungen und von einer Untersuchung des Sozialpädagogischen Instituts von SOS-Kinderdorf, die bestätigt, dass das gemeinsame Aufwachsen leiblicher Geschwister in einer Kinderdorffamilie sehr hilfreich sein kann. Im kommenden Jahr will der Verein unter anderem ein weiteres Kinderdorf in Haiti bauen, das Feriendorf in Caldonazzo bei Trient renovieren und städtische Kinderdörfer in Stuttgart und Frankfurt errichten.

Uneingeschränkte Testat der Wirtschaftsprüfer

Das Versprechen, so lange für die Kinder und Jugendlichen da zu sein, wie sie Hilfe benötigen, könne SOS-Kinderdorf nur dank der vielen Spender und Förderer halten, betonte Münder. Deren Zuwendungen kommen auch zu mehr als 88 Prozent direkt bei den Kindern an, erklärte Geschäftsführer Dr. Kay Vorwerk. Da weiterhin nur ein kleiner Teil in Verwaltung und Werbung fließen, erhielt SOS-Kinderdorf erneut das uneingeschränkte Testat der Wirtschaftsprüfer, freute sich Vorwerk. Ihm bereiten allerdings die dramatisch steigenden Kosten im Ausland, vor allem für Lebensmittel,  Sorgen. Schließlich unterstützt SOS-Kinderdorf Deutschland 130 Einrichtungen in 44 Ländern. Auch Verwaltungsratsvorsitzender Professor Dr. Hanjo Sauer nannte die schwierige wirtschaftliche Situation dort eine „Herausforderung“. Er berichtete von der ehrenamtlichen Arbeit im Verwaltungsrat und betonte wie Münder, dass bei SOS-Kinderdorf ausdrücklich ein Miteinander von verschiedenen Traditionen gefördert werde, da gerade die Vielfalt der Kulturen einen „unersetzlichen Reichtum an Erfahrungen“ bedeute. Außerdem setze man damit ein deutliches Signal gegen rechts, so Münder, und fördere stattdessen den Frieden, den Karacho in „Wir sind eins“ besungen hatten. Der Liedtitel treffe aber auch auf Dießen zu, betonte Bürgermeister Herbert Kirsch in seinem Grußwort. Denn das SOS-Kinderdorf gehöre fest zur Marktgemeinde und diese sei stolz auf die Einrichtung.

Herzlich willkommen!

Bei der Versammlung stellten sich die neue Geschäftsführerin Personal und Pädagogik, Dr. Birgit Lambertz, sowie die Verwaltungsratsmitglieder vor. Für die nächsten vier Jahre gehören dem Verwaltungsrat an:

  • Ila Brix-Leusmann (Wesel),
  • Christoph L. Crasemann (Hamburg),
  • Inge Göbbel (Worpswede),
  • Hubert J. Haitz (Marxzell-Burbach),
  • Margarete Hascher-Kück (Grafrath),
  • Günther Kagerer (München),
  • Professor Dr. Annette Kluge (Würselen),
  • Stefan Pfisterer (Holzkirchen),
  • Professor Dr. Hanjo Sauer (Bamberg),
  • Dr. Susanna Schmidt (Berlin),
  • Erich Schöpflin (Dießen),
  • Dr. Rupert Schreiner (München),
  • Dr. Hubertus Schröer (München),
  • Professor Dr. Barbara Seidenstücker (Regensburg),
  • Harald Spahn-Dömling (Augsburg) und
  • Dr. Margrit Spielmann (Brandenburg an der Havel).