19. 12. 2017

Vorbild Großfamilie

Voneinander lernen im Mehrgenerationen Haus des Mütterzentrums Salzgitter

Im Mehrgenerationen Haus des Mütterzentrums Salzgitter können Alt und Jung voneinander lernen.

Generationen unter einem Dach!

Die einen kommen, um sich bei Problemen helfen zu lassen, die anderen suchen den Austausch mit den Bewohnern aus dem Viertel, wieder andere wollen ihr Wissen und Können zum Einsatz bringen. Mehrgenerationenhäuser sind Orte der Hilfe, Begegnung und des Engagements gleichermaßen und stehen jedem, unabhängig von Alter oder Herkunft, offen. Auch wenn dort die Generationen nicht wirklich unter einem Dach zusammenleben, dient die Großfamilie als Vorbild für Mehrgenerationenhäuser. Hier unterstützen sich Alt und Jung gegenseitig und engagieren sich füreinander. Man sorgt sich um den anderen und bildet so eine Gemeinschaft, in der sich jeder nach seinen Möglichkeiten einbringt und die Hilfe bekommt, die er gerade benötigt.

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Generationen im Dialog - im Mehrgenerationenhaus

Angebote, so vielfältig wie die Menschen

So unterschiedlich und vielfältig die Menschen und ihre Lebenslagen sind, gestalten sich auch die Angebote in den Häusern. Betreuungs-, Lern- und Kreativangebote für Kinder und Jugendliche, Weiterbildungskurse für den (Wieder-)Einstieg in den Beruf werden ebenso angeboten wie Unterstützung für Pflegebedürftige, Sprachkurse für Migrantinnen und Migranten oder Mittagessen zum günstigen Preis. „Wir bieten an, was die Menschen wirklich brauchen und schaffen ein Umfeld, in dem sich die Menschen wohl fühlen“, sagt Sabine Genther, Leiterin des SOS-Mehrgenerationenhauses in Salzgitter. Die Angebote orientieren sich am Bedarf vor Ort, der in Abstimmung mit den Kommunen ermittelt wird. Einen unverzichtbaren Beitrag zum Gelingen tragen neben den Hauptamtlichen die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter bei, ohne die eine solche Vielfalt an Angeboten gar nicht realisiert werden könnte. Jeder, der Lust hat, kann seine Fähigkeiten und Talente zum Einsatz bringen.

Offener Treff

Das Herz eines jeden Mehrgenerationenhauses schlägt im „Offenen Treff“. Hier ist der Ort, an dem die Besucher ins Gespräch kommen, Kontakte geknüpft werden. In der Regel ist dieser Treff täglich wochentags geöffnet und bietet in gemütlicher Atmosphäre die Möglichkeit sich auszutauschen und über alle Angebote und Kurse zu informieren. „Offen“ bedeutet: Hier ist Raum für eigene Ideen und deren Umsetzung. Egal ob Flohmarkt, Nähkurs oder Gitarrenunterricht: Mehrgenerationenhäuser leben von der Kreativität und den Interessen der Menschen, die sich hier einbringen.

Bildung und Beruf

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Mehrgenerationenhäuser liegt darin, jungen Menschen auf dem Weg in Beruf und Arbeit zu unterstützen. Sie finden die Möglichkeit im hauswirtschaftlich pflegerischen Bereich mitzuarbeiten, sich zu qualifizieren oder eine Ausbildung in der Hauswirtschaft zu absolvieren. Arbeitslosen stehen diverse Weiterbildungs- und Qualifikationsmaßnahmen zur Verfügung, die ihnen den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtern sollen. Zudem bieten einige Häuser Plätze für das Freiwillige Soziale Jahr im ambulanten Dienst und oder in der Seniorentagespflege. Auch Praktika und Betriebserprobungen sind möglich, um jungen Menschen eine Orientierung zu geben.

Mehrgenerationenhäuser - so sind sie entstanden:  Aufgrund einer Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurden 2006 erste Mehrgenerationenhäuser gegründet. Sie stellen einen Beitrag für das gemeinschaftliche Leben im Sozialraum dar und vereinen offene Angebote, bürgerschaftliches Engagement und professionelle Hilfe und Beratung. Das Konzept der Mehrgenerationenhäuser geht zurück auf das SOS-Mütterzentrum Salzgitter, das schon in den 1980-er Jahren mit der Umsetzung des generationsübergreifenden Ansatzes begann. Mittlerweile gibt es bundesweit insgesamt neun Mehrgenerationenhäuser unter dem Dach von SOS-Kinderdorf.


SOS-Einrichtungen mit Mehrgenerationenhäuser: