07. 02. 2013

Mali kommt nicht zur Ruhe

Zwei Mädchen im Kinderdorf

Diese beiden Mädchen sind im SOS-Kinderdorf Sanankoroba in Sicherheit.

Familien und Kinder sind am stärksten von den Kämpfen im Land betroffen.

Seit Januar hat sich die Lage der Zivilbevölkerung in Mali durch die Offensive bewaffneter Rebellengruppen und die Besetzung der strategisch wichtigen Stadt Konna noch einmal drastisch verschlechtert. Die meisten Menschen flohen vor den Kämpfen weiter in den Süden des Landes. Knapp 230.000 Menschen sind auf der Flucht, unter ihnen mehr als 4.000 Familien mit kleinen Kindern.

SOS-Mitarbeiter verteilen Nahrungsmittel Bild vergrößern

SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter versorgen die Familien mit dem Notwendigsten.

Die Folgen sind Lebensmittelknappheit und Mangel- oder gar Unterernährung (insbesondere bei Kindern unter fünf Jahren, Schwangeren und stillenden Müttern). Die sich von Tag zu Tag verschlechternden sanitären und Hygienebedingungen und die zum größten Teil ungeeigneten Unterkünfte für die Flüchtlinge tragen zur rasanten Verbreitung von Krankheiten bei.

Die Vertriebenen brauchen schnellstmöglich Grundnahrungsmittel, den Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäranlagen, aber auch psychologische und soziale Unterstützung sowie eine ausreichende medizinische Versorgung. Ibrahima Bane, Direktor der SOS-Kinderdörfer in Mali kommentiert die aktuelle Lage: „Wir sehen dem Ende des Krieges optimistisch entgegen. Wir müssen uns auf die Nachkriegssituation vorbereiten und Bedingungen schaffen, dass sich die wirtschaftliche Lage wieder erholt. Doch zunächst muss humanitäre Hilfe geleistet werden, die Bedürftigen mit Nahrungsmitteln versorgt und die Sicherheitslage verbessert werden." Angesichts der sich weiter verschlechternden Situation hat SOS-Kinderdorf das Hilfsprogramm für Flüchtlinge in Mali erweitert.

Zentrale Hilfsmaßnahmen von SOS-Kinderdorf

Versorgung der Flüchtlinge mit gesunden, nahrhaften Lebensmitteln. Sofortige Bereitstellung von Nahrungs- und Wasserrationen. Die Hilfsmaßnahmen beinhalten auch ein Screening unterernährter Kinder und die Überweisung äußerst gravierender Fälle an das nächstgelegene Gesundheitszentrum.

Trauriges Mädchen Bild vergrößern

Die Kinder leiden unter dem Krieg am meisten.

Besonderer Schutz für Kinder: Kinder, insbesondere jene, die wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen im Land von ihrer Familie getrennt wurden, erhalten durch die Hilfsmaßnahmen größte Aufmerksamkeit. Zu den wichtigsten Maßnahmen neben der Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten zählt die psychologische und soziale Unterstützung der Kinder durch speziell ausgebildete SOS-Mitarbeiter. Aber auch das Bereitstellen von geschützten Orten für traumatisierte und verlassene Kinder sowie von Spiel- und Freizeitmöglichkeiten.
Das Hilfsprogramm ist auf sieben Monate ausgelegt, je nach Situation in Mali und Bedarf werden die Hilfsmaßnahmen verlängert. Das Nothilfe-Projekt wird von der Koordinierungsstelle in Socoura/Mopti durchgeführt, wo SOS-Kinderdorf Mali bereits über Büroräume und logistische Unterstützung verfügt. Das Team ist auf humanitäre Hilfe und die Abwicklung von Nothilfeprojekten spezialisiert und agiert in enger Zusammenarbeit mit dem SOS-Familienstärkungsprogramm in Mopti.  Das Projekt steht zudem in ständigem Austausch mit Hilfsorganisationen, die bereits vor Ort tätig sind, den Behörden und dem technischen Dienst und den städtischen Behörden.

Hintergrundinformation:

Mali Karte kleiner Bild vergrößern

Am 21. März 2012 wurde der Präsident Malis, Amadou Toumani Touré, bei einem Militärputsch gestürzt. Seitdem ist die Lage im Land prekär. Die Rebellen der MNLA im Norden Malis haben mehrere Städte im Norden und Osten des Landes eingenommen.  Im Januar 2013 startete die von Frankreich unterstützte Militäroffensive gegen die Rebellen.  

Laut neuesten UN-Angaben wird befürchtet, dass 700.000 Menschen ihr Zuhause verlieren könnten. Bisher haben 230.000 ihr Obdach verloren und fast 150.000 Menschen sind aus Mali geflohen.

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