08. 05. 2012

Mali: Schulbildung für vertriebene Kinder

Ein Mädchen bittet in Mali um Essen

Nach dem Militärputsch im März dieses Jahres sind in Mali mehrere hunderttausend Menschen ohne Obdach oder auf der Flucht. Viele Familien haben ihre Kinder in Obhut gegeben oder zu Verwandten in den Süden geschickt. Um den geflohenen Mädchen und Jungen einen möglichst normalen Alltag zu ermöglichen, werden rund 134 Flüchtlingskinder kostenlos in den Hermann-Gmeiner-Schulen unterrichtet. SOS-Kinderdorf versorgt die Kinder mit Schulmaterial, in der Schulkantine erhalten sie zudem täglich  ein warmes Mittagessen. Dies entlastet die Familien, bei denen sie vorübergehend untergebracht sind. "Der Schulbesuch bringt ein Stück Normalität und Routine in das Leben der Kinder und hilft somit, die traumatischen Erfahrungen, die sie erlitten haben, zu verarbeiten", erklärt eine SOS-Kinderdorf-Mitarbeiterin.

Ein neues Zuhause für SOS-Kinderdorf-Familien

In der Schulkantine von SOS-Kinderdorf erhalten die Flüchtlingskinder eine warme Mahlzeit Bild vergrößern

In der Schulkantine von SOS-Kinderdorf erhalten die Flüchtlingskinder eine warme Mahlzeit

Auch die SOS-Kinderdorffamilien aus dem SOS-Kinderdorf Mopti mussten aufgrund der prekären Lage evakuiert werden. Die 140 Mädchen und Jungen sind gemeinsam mit den SOS-Mitarbeitern in den SOS-Kinderdörfern in Sanankoroba und Kita untergebracht worden, nachdem die Rebellen aus dem Norden immer näher an das SOS-Kinderdorf Mopti vorgedrungen sind. Dort werden sie vorraussichtlich noch ein ganzes Jahr bleiben. 

Die Lage im Norden des Landes ist jedoch weiterhin prekär. Zudem wird befürchtet, dass sich dort eine humanitäre Katastrophe ereignen könnte. Den SOS-Kinderdorfmitarbeitern bereitet derzeit die ungewisse Zukunft Malis Sorge.

Humanitäre Katastrophe im Norden Malis befürchtet

Übersichtskarte Mali Bild vergrößern

Amnesty International und viele andere NROs warnen, dass schon bald 175.000 Kinder in Mali an akuter Unterernährung leiden könnten. Die Region ist bereits jetzt von Dürre und Mangel an Grundnahrungsmitteln gezeichnet. Zudem haben die Rebellen Krankenhäuser, Schulen, Hilfsorganisationen und Regierungsgebäude geplündert, was das Überleben der Bevölkerung in der Sahel-Zone zusätzlich erschwert.  

Hintergrundinformation:

Am 21. März 2012 wurde der Präsident Malis, Amadou Toumani Touré, bei einem Militärputsch gestürzt. Seitdem ist die Lage im Land prekär. Die Rebellen der MNLA im Norden Malis haben mehrere Städte im Norden und Osten des Landes eingenommen.  Durch die Kämpfe zwischen Regierung und Rebellen haben nach UN-Angaben 93.000 Menschen ihr Obdach verloren, weitere 200.000 sind ins Ausland geflohen.

SOS-NOTHILFE

Mädchen aus einem SOS-Kinderdorf in Serbien

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