22. 08. 2013

Mali: SOS-Nothilfeprogramm startet

Lager an Getreidesäcken

„Dieses von SOS-Kinderdorf geplante Nothilfeprogramm zählt zu den besten und sinnvollsten, die wir in der Region hatten.“
Der Gouverneur der Region Mopti, Hama Ibrahim Traore, zeigte sich begeistert vom SOS-Nothilfeprogramm. Er unterstrich in seiner Rede, dass die Nothilfemaßnahmen von SOS-Kinderdorf eine große Hilfe für die notleidenden Flüchtlinge seien, da die Hilfsprogramme anderer NROs im Juli endeten. Zudem lobte er den ganzheitlichen Ansatz der Nothilfemaßnahmen, welcher sich nicht nur auf Lebensmittelpakete beschränke, sondern auf die Reintegration der Vertriebenen in ihre ursprüngliche Heimat abziele.

Gouverneur Hama Ibrahim Traore bei seiner Eröffnungsrede Bild vergrößern

Gouverneur Hama Ibrahim Traore hielt die Eröffnungsrede.

Unter der Leitung des Gouvereurs wurde das Projekt offiziell am 25. Juli im SOS-Kinderdorf Socoura / Mopti gestartet. Auch der Bürgermeister von Socoura war bei dem offiziellen Start anwesend und zeigte sich dankbar, dass SOS-Kinderdorf die Not der Flüchtlinge lindern wird.

Das Nothilfeprogramm (PAADMO – Projet d’Appui et d’Accompagnement des Populations Déplacées de Mopti) beinhaltet vier Schwerpunkte:

  • Verteilung von Grundnahrungsmitteln an ca. 7.800 Personen (nach strengen Kriterien ausgewählt)
  • Nahrungsergänzung für 1.000 Kinder, 300 Schwangere und 1.000 stillende Mütter
  • Schutz und psychosoziale Unterstützung für 700 Kinder, die Opfer von Gewalt wurden
  • Sozioökonomische Reintegration und Notunterkünfte für ca. 580 Personen sowie Unterstützung bei der Rückführung von ca. 1.200 Binnenflüchtlingen an ihren ursprünglichen Wohnort

Das PAADMO-Team umfasst einen Koordinator, einen Psychologen (Kinderschutz), einen Ernährungswissenschaftler, einen Verwaltungs- und Finanzmitarbeiter, einen Logistiker und fünf Hilfsarbeiter, welche in gemieteten Räumlichkeiten im Bezirk Millionkin, Sévaré, untergebracht sind.
Laut dem PAADMO-Koordinator umfassen die Lebensmittelpakete 15 kg Reis, 1,8 kg Bohnen und 0,6 L Speiseöl pro Person pro Monat, wobei ein Zeitraum von ca. vier Monaten (Juli bis Oktober) anvisiert ist. Insgesamt sollen von den Maßnahmen 6.616 Menschen profitieren.

Frauen stehen um Hilfspakete an Bild vergrößern

Die SOS-Hilfspakete sichern das Überleben.

Beim offiziellen Start wurden die ersten Lebensmittelrationen in einer symbolischen Übergabe an die ersten zehn Begünstigten verteilt.
Die schwangere Habibatou Toure, 32 Jahre, ursprünglich aus Gao, ist sehr dankbar für die Unterstützung mit Grundnahrungsmitteln und froh, dass sie nun keinen Hunger mehr leiden muss. Aïssata Dicko, aus Kidal, ist auch erleichtert, dass sie nun genug zu essen hat, um ihr Baby zu stillen. „Die Hilfe von SOS-Kinderdorf ist ein Segen!“
Dies war die erste Verteilung von Lebensmitteln, wobei insgesamt 11.750 Begünstigte von den Nothilfemaßnahmen im Rahmen von PAADMO profitieren werden.

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Hintergrundinformation:
Seit den bewaffneten Konflikten im Norden Malis, die im Januar 2012 begannen, hat die Region Mopti einen hohen Zustrom an Flüchtlingen verzeichnet. Laut dem Regionaldirektorat für Soziale Entwicklung und Sozialwirtschaft von Mopti wurde die Zahl der Flüchtlinge auf etwa 40.000 geschätzt.
SOS-Kinderdorf setzt sich dafür ein, 11.750 Flüchtlinge in Mopti (in Sévaré und Socoura) im Rahmen des Nothilfeprojektes (PAADMO – Projet d’Appui et d’Accompagnement des Populations Déplacées de Mopti) zu unterstützen.

Bei den Präsidentschaftswahlen Ende Juli ging mit fast 78 Prozent der Stimmen der Politikveteran Ibrahim Boubacar Keita als Sieger hervor. Er steht nun vor der gewaltigen Aufgabe, ein von einem Militärputsch und dem Krieg gegen die radikalen Islamisten im Norden, erschüttertes Land zu einen.