26. 07. 2013Quelle: SOS-Kinderdorf International

Mali: Die kommende Wahl weckt große Hoffnungen

Familie aus Mali

Am Sonntag wird in Mali gewählt. Erst Anfang Juli konnten 139 Kinder und Jugendliche aus dem SOS-Kinderdorf Mopti in ihr Dorf zurückkehren. Sie waren 15 Monate zuvor aus Sicherheitsgründen evakuiert worden und wurden zwischenzeitlich  in den südlich gelegeneren SOS-Kinderdörfern Kita und Sanankoroba untergebracht.
Über die derzeitige Lage im Lande sprachen wir mit Ibrahima Bane, dem Nationaldirektor der SOS-Kinderdörfer in Mali.

Nachdem die Kinder und ihre SOS-Mütter in Sicherheit gebracht wurden, entschieden sich viele SOS-Mitarbeiter in Mopti zu bleiben, um den Menschen zu helfen. Was haben sie in dieser Zeit erreicht?

Ibrahima Bane, Nationaldirektor der SOS-Kinderdörfer in Mali Bild vergrößern

Ibrahima Bane, Nationaldirektor der SOS-Kinderdörfer in Mali

Ibrahima Bane: Wenn die Mitarbeiter nicht geblieben wären, um das SOS-Dorf und die Hermann Gmeiner Schule zu schützen, wären die Einrichtungen mit Sicherheit geplündert worden. Ein weiterer Grund zu bleiben, waren die über 500 Kinder und ihre Familien, die wir im Rahmen unseres Familienstärkungsprogrammes unterstützen und die vielen Kinder aus der Umgebung, die unsere Hermann Gmeiner Schule besuchen. All das zusammen macht unsere Präsenz in Mopte unerlässlich, auch in Kriegszeiten. Unser Motto ist in der Gegend inzwischen weit bekannt: „Wir bleiben, weil mir mehr denn je gebraucht werden!“

Die SOS-Kinderdörfer Malis arbeiten gerade an einem Nothilfeprogramm. Was beinhaltet diese Programm und wie sollen damit Familien unterstützt werden?
Ibrahima Bane: Die Kinder aus bedürftigen Familien können weiterhin unsere Schule besuchen. Arme Familien unterstützen wir mit Lebensmitteln und Medikamenten. Außerdem werden wir traumatisierten Kindern und Erwachsenen die Hilfe unserer ausgebildeten Therapeuten anbieten. Für das beginnende Schuljahr werden wir den Kindern Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stellen. Flüchtlinge werden wir bei der Rückkehr in ihre Häuser und ihren Alltag unterstützen.
Dieses Programm wird über 11 000 Menschen erreichen. 700 Kinder, die Opfer von Gewalt wurden, werden wir psychologisch betreuen und 1 750 Menschen werden wir eine sichere Rückkehr in ihre Heimat ermöglichen.

Seit August 2012 wird Mali durch eine Übergangsregierung vertreten. Im Angesicht der Instabilität des letzten Jahres, was erwarten die Bürger Malis von der Wahl?
Ibrahima Bane: Wir glauben, dass es für Mali unerlässlich ist, wieder zur Rechtmäßigkeit zurückzukehren. Das wird nur durch Wahlen möglich sein, die die Staatsordnung wiederherstellen. Die Bürger sehnen die Wahlen herbei, haben aber Sorge ob sie im Nachkriegstrubel legal ablaufen werden. Beispielsweise halten sich noch mehrere Hunderttausend Flüchtlinge in Nachbarländern auf und können ihre Stimme nicht abgeben. Die UNHC versucht alles, dass auch diese Malinesen an der Wahl teilnehmen können.

Bereiten sich die SOS-Kinderdörfer in Mali auf mögliche Unruhen nach den Wahlen vor?
Ibrahima Bane: In diesem Fall werden wir alles in unserer Macht stehende tun, um die Kinder und Mitarbeiter zu schützen. Wir sind bereits in Kontakt mit Sicherheitsfirmen, falls wir die Sicherheitsmaßnahmen unserer Dörfer verstärken müssen. Sollte es für die Kinder zu gefährlich werden, erwägen wir auch Evakuierungen in die SOS-Kinderdörfer der Nachbarländer. Wir beobachten ständig die Situation, so wie wir es auch während der Aufstände letztes Jahr gemacht haben. Wir sind immer wachsam!

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