20. 09. 2013Quelle: Schmid Media

Lenka Dürr engagiert sich für Flüchtlingsprojekt

Volleyball-Nationalspielerin Lenka Dürr

Volleyball-Nationalspielerin Lenka Dürr (2. von rechts) engagiert sich für minderjährige Flüchtlinge, die von SOS-Kinderdorf in Augsburg betreut werden.

Die Volleyball-Nationalspielerin Lenka Dürr setzt sich für ein Flüchtlingsprojekt von SOS-Kinderdorf in Augsburg ein. Bei ihrem Besuch wurde mit der frischgebackenen Silbermedaillengewinnern fleißig gepritscht und gebaggert.

Mit Spenden hat Lenka Dürr, Libero der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft aus Kaufbeuren im Allgäu, SOS-Kinderdorf schon öfter unterstützt. Jetzt wollte sich die 22-Jährige bei den SOS-Familien- und Jugendhilfen Augsburg die Arbeit einmal näher anschauen und ihre Popularität für einen guten Zweck nutzen. In Kürze wechselt sie als Volleyball-Profi in die Hauptstadt Aserbaidschans, Baku. Davor besuchte sie im Familienzentrum im Hochfeld neun junge Flüchtlinge, die von SOS-Kinderdorf in Augsburg betreut werden.

Wichtige Hilfe seit 5 Jahren

„Für die meisten ist die Flucht ein Trauma, ganz zu schweigen von dem, was sie vorher erlebt haben“, berichtet Angelika Christl, Bereichsleiterin Hochfeld der SOS-Familien- und Jugendhilfen Augsburg. Die Flucht endete in der Erstaufnahmestelle für Asylbewerber in München, von dort gelangten die jungen Flüchtlinge mit Hilfe des Stadtjugendamtes München weiter nach Augsburg: ohne Geld und ohne Familie. Seit nunmehr fünf Jahren kümmert sich SOS um unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge (umF), versucht ihnen eine neue Perspektive zu eröffnen.

Eine enorme Aufgabe

Lenka Dürr nimmt sich viel Zeit für die jungen Flüchtlinge aus Somalia, Afghanistan, Palästina und dem Irak, hört sich ihre Schicksale an, will wissen, wie Mahdi, der im bürgerkriegserschütterten Somalia selten eine Schule besucht, nun hier Deutsch lernt und sich in einer neuen Welt zurechtfindet. „Es ist toll, welche Mühe man sich mit den jungen Flüchtlingen gibt“, sagt Lenka Dürr, die sich künftig noch stärker beim Kinderhilfswerk engagieren will.

Volleyball mit dem Profi

Im Freien spielt die Spitzensportlerin mit den Flüchtlingen, die sie bei der jüngsten Europameisterschaft beim Gewinn der Silbermedaille vor dem Fernseher verfolgt haben, Volleyball. Die Niederlage im Finale gegen Russland (1:3) konnte auch die Spielerin mit der Nummer 1 im Nationaltrikot nicht verhindern, zufrieden mit dem Turnier ist sie dennoch. „Die Stimmung war fantastisch.“
Jetzt erfüllt sich für Lenka Dürr mit dem Wechsel ins Ausland ein Traum. Mit ihrem künftigen Team in Baku, 4.000 Kilometer fernab der Heimat, wird sie auf höchstem Niveau spielen. Bevor sie wieder ins Rampenlicht tritt, machte sie denen Mut, die auf der Schattenseite des Lebens stehen, vor Krieg, Armut und Verfolgung geflohen sind.

Gut zu wissen:
Die SOS-Familien- und Jugendhilfen Augsburg gehören zum weltweiten Hilfswerk SOS-Kinderdorf e.V. Sie unterstützen Jugendliche und ihre Familien: von der Mutter-Kind-Betreuung über die Beratungsstelle bei Essstörungen, „Schneewittchen“, ambulante Hilfen, bis zur Wohngemeinschaft. In Deutschland sollen sich laut Bundesverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge e.V. in München zwischen 3.000 und 6.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufhalten. Gestattung nennt sich ihr Aufenthaltsstatus bis zur Entscheidung über ihren Asylantrag. Solange dürfen sie die Stadt Augsburg nur nach vorheriger Genehmigung verlassen. Bei Minderjährigen ist ein Vormund eingesetzt, das Sorgerecht der Eltern (so sie noch leben) ruht. Die Flüchtlinge erhalten Zuschüsse zum Lebensunterhalt und Taschengeld.