01. 09. 2016

Leben wie in der Großfamilie

von links: Friederike Holzapfel, Dr. Birgit Lambertz,  Barbara Klepsch, Jonas, Dr. Pia Findeiß, Heico M. Engelhardt

Friederike Holzapfel (li.) moderierte gemeinsam mit Jonas aus dem Kinderdorf Zwickau. Dr. Birgit Lambertz, Geschäftsführerin SOS-Kinderdorf e.V., Barbara Klepsch, sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Dr. Pia Findeiß, Oberbürgermeisterin Stadt Zwickau, Heico M. Engelhardt, Einrichtungsleiter SOS-Kinderdorf Zwickau. (v.li.)

25 Jahre SOS-Kinderdorf Zwickau

Das SOS-Kinderdorf Zwickau feierte am Samstag, 20. August mit einer Feierstunde und rund 100 geladenen Gästen sein 25-jähriges Bestehen. Damit beging zugleich auch der deutsche SOS-Kinderdorf e.V. ein Jubiläum: Das SOS-Kinderdorf in Zwickau ist das erste SOS-Kinderdorf, das der Verein in den neuen Bundesländern gegründet hat. Seither hat es sich zu einem modernen Hilfeverbund mit zahlreichen Angeboten entwickelt – und zu einer festen Größe in der sächsischen Jugendhilfelandschaft.

Barbara Klepsch, sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Bild vergrößern

Barbara Klepsch, sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, lobte das SOS-Kinderdorf als ein herausragendes Projekt und eine Bereicherung für die stationäre Kinder- und Jugendhilfelandschaft in Sachsen.

Das würdigte Barbara Klepsch, sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, in ihrem Grußwort: „Das SOS-Kinderdorf Zwickau ist ein wirklich herausragendes Projekt und eine große Bereicherung für unsere stationäre Kinder- und Jugendhilfelandschaft in Sachsen. Mit Ihrer verantwortungsvollen Arbeit leisten Sie einen bedeutsamen Beitrag für den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.“

Heico M. Engelhardt, Leiter des SOS-Kinderdorfes Zwickau, konnte zahlreiche weitere Gastredner, begrüßen: Zwickaus Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß und den Chemnitzer Bürgermeister Philipp Rochold, Dirk Panter, SPD-Fraktionsvorsitzender im sächsischen Landtag, Horst Wehner, Landesvorsitzender der Parität Sachsen, und Dr. Birgit Lambertz, Geschäftsführerin des SOS-Kinderdorf. e.V. „Vor über 60 Jahren hatte Herman Gmeiner eine kleine Idee, die große Wirkung erzielte: Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenslagen mit Hilfe, Unterstützung und Förderung in einem SOS-Kinderdorf beizustehen. Und diese Idee hat sich bewährt. Das Leben in einer SOS-Kinderdorffamilie bringt fachliches Handeln der Kinderdorfmutter oder des Kinderdorfvaters in Einklang mit privaten Familienleben und ist auch heute noch modern. Aus einem einfach Grund: weil diese Unterstützung wirkt!“ sagte Lambertz. „Den Erfolg sehen Sie daran: Letztes Jahr trafen sich hier im SOS-Kinderdorf Zwickau 150 Ehemalige und ihre Familien. Und auch für die Feier heute im Anschluss werden einige erwartet.“

Zwischen den Redebeiträgen präsentierten Kinder und Mitarbeitende verschiedener Zwickauer SOS-Einrichtungen ein unterhaltsames Programm. Dessen Moderation teilte sich Radio PSR-Moderatorin Friederike Holzapfel mit dem 12-jährigen SOS-Kinderdorfkind Jonas – sehr zum Vergnügen der vielen Ehrengäste. Zu diesen zählten etwa Spender und Förderer, aber auch Vertreter aus der Wirtschaft und der Jugendhilfe.

Die Geschichte des SOS-Kinderdorfes Zwickau begann 1991 mit der Grundsteinlegung in der Rottmannsdorfer Straße in Zwickau und der Eröffnung des Mütterzentrums, dem heutigen Mehrgenerationenhaus. In den Folgejahren kamen der SOS-Kindergarten sowie der offene SOS-Kinder- und Jugendtreff Spinnwebe hinzu. Heute umfasst das stationäre Angebot des SOS-Kinderdorfes sechs SOS-Kinderdorffamilien, sechs Kinder- und Jugendwohngruppen – davon zwei für minderjährige Flüchtlinge – und betreutes Wohnen. Über 200 Kinder und Jugendliche fanden seit 1994 im SOS-Kinderdorf Zwickau ein neues Zuhause.

Der Feierstunde folgte ein großes Kinderfest – fröhlicher Auftakt der Festwoche in den Einrichtungen des SOS-Kinderdorfes Zwickau bis zum 26. August: Interessierte können diese besuchen und bei Führungen die dortige Arbeit kennenlernen. Anmeldungen sind unter der Nummer 0375/788050-0 oder per Mail an berthold.grenz@sos-kinderdorf.de möglich. Den Abschluss bildet am 26. August von 15.00–20.00 Uhr das Fest der Kulturen im SOS-Mütterzentrum in der Kolpingstraße 22.

Neben dem SOS-Kinderdorf Zwickau betreibt der SOS-Kinderdorf e.V. in den neuen Bundesländern heute sieben weitere Einrichtungen mit zahlreichen Angeboten: SOS-Kinderdorf Bernburg, SOS-Kinderdorf Brandenburg, SOS-Kinderdorf Gera, SOS-Kinderdorf Lausitz und SOS-Kinderdorf Prignitz, das SOS-Beratungs- und Familienzentrum Weimar und die SOS-Dorfgemeinschaft Grimmen-Hohenwieden.

Vielfalt miteinander leben

SOS-Kinderdorf setzt sich seit 60 Jahren auf vielfältige Weise dafür ein, dass junge Menschen unterschiedlicher Herkunft ein Zuhause erhalten. Immer steht dabei im Mittelpunkt, Kindern und Jugendlichen die beste Unterstützung in ihrer jeweiligen Situation zu geben. Die Idee Hermann Gmeiners, Kindern Geborgenheit und Chancen zu schenken, war der Ansporn zur Gründung der Kinderdörfer, aber auch um zahlreiche andere Angebote zu entwickeln: Der SOS-Kinderdorfverein begleitet Mütter und ihre Kinder von Anfang an in Mütter- und Familienzentren. Er bietet Frühförderung in seinen Kinder- und Begegnungseinrichtungen. Jugendlichen steht er zur Seite mit offenen Angeboten, bietet ihnen aber auch ein Zuhause in Jugendwohngemeinschaften sowie Perspektiven in Berufsausbildungszentren. Ebenso gehören zum SOS-Kinderdorf e.V. die Dorfgemeinschaften für Menschen mit körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen. Sie finden dort einen Ort, an dem sie geborgen und selbstbestimmt leben und arbeiten können.