05. 04. 2017

Kolumbien: SOS-Kinderdorf leistet Nothilfe

Kein Zuhause mehr: starke Regenfälle haben in Mocoa die Erde ins Rutschen gebracht.

Starke Regenfälle haben in Mocoa (Kolumbien)  die Erde ins Rutschen gebracht.

Das SOS-Kinderdorf blieb von der Schlammlawine verschont

Starke Regenfälle haben vergangenen Freitag in Mocoa, einer Stadt im Südwesten Kolumbiens, Flüsse über die Ufer treten lassen und die Erde ins Rutschen gebracht. Viele der aus Holz oder Lehm gebauten Hütten konnten der Wucht der Schlammlawinen nicht standhalten und wurden komplett zerstört. In weiten Teilen der Stadt brach die Stromversorgung zusammen. Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist stark gefährdet. Die meisten Menschen wurden im Schlaf von der Katastrophe überrascht, unzählige werden noch vermisst.

Angesichts hunderter Toter und Verletzter rief die Regierung zwischenzeitlich den Notstand für die Region aus. Ein Großteil der Zufahrtsstraßen ist unpassierbar, zwei Brücken wurden durch die Fluten zerstört. Für die Helfer ist die Stadt in den meisten Fällen derzeit nur mit Booten zu erreichen. Die Infrastruktur ist in vielen Bereichen zusammengebrochen. Das einzige öffentliche Krankenhaus vor Ort ist mit der Vielzahl der Verletzten überfordert.

Viele Kinder wurden von den Eltern getrennt - SOS-Kinderdorf hilft

Das in der betroffenen Region gelegene SOS-Kinderdorf Ipiales hat glücklicherweise keinen Schaden erlitten. Alle SOS-Familien sind wohlauf. Aufgrund der verheerenden Auswirkungen der Fluten hat sich SOS-Kinderdorf Kolumbien entschlossen, ein SOS-Nothilfeprogramm für die betroffene Bevölkerung zu starten: SOS-Kinderdorf Kolumbien steht in Kontakt mit der kolumbianischen Regierung sowie der UN und arbeitet mit örtlichen Nothilfe-Komitees zusammen.

Ein Nothilfeteam vor Ort evaluiert die Lage und leitet notwendige Hilfsmaßnahmen in die Wege. Als Akuthilfe werden Kinderschutzzonen eingerichtet, in denen unbegleitete oder von der Familie getrennte Kinder betreut werden. Insgesamt 1200 obdachlose Familien konnten bislang in temporären Unterkünften untergebracht werden, davon sind 40 Prozent Kinder. Die Lage vor Ort bleibt  kritisch – für die nächsten Tage kündigte der Wetterdienst weitere Regenschauer an.