22. 06. 2013

Kindern Orientierung geben für ein gutes Leben

SOS-Kinderdorfmutter Lilian Janetz Cruz

Lilian Janetz Cruz ist SOS-Kinderdorfmutter im SOS-Kinderdorf Tegucigalpa

Die SOS-Einrichtung wurde vor über 40 Jahren gegründet. Tegucigalpa ist die Hauptstadt von Honduras. 135 Kinder finden hier bei SOS-Kinderdorf ein neues Zuhause. Viele andere Kinder leben verwaist irgendwo in der Stadt. Ihr Familienersatz sind oft gewalttätige Straßenbanden. Den jungen Menschen Halt und Geborgenheit zu geben, damit sie eine faire Chance auf ein gutes Leben erhalten, ist Wunsch und Aufgabe von Lilian. Wir hatten Gelegenheit, die 40-jährige SOS-Kinderdorfmutter zu fragen, wie ihre Arbeit aussieht und was ihre Träume und Herausforderungen sind.

Was ist Ihre Aufgabe als SOS-Kinderdorfmutter?

Wie jede Mutter kümmere ich mich darum, dass die Kinder all das haben, was sie brauchen, also regelmäßige Mahlzeiten, Hilfe bei den Schulaufgaben, Begleitung bei Arztbesuchen, wenn sie mal krank sind. Und: Ich bin immer für sie da.

Wie sieht Ihr Tag aus?

Morgens um 5 Uhr klingelt der Wecker! Nach dem Aufstehen bereite ich das Frühstück vor und wecke die Kinder, die in die Schule müssen. Ich mache das Haus sauber und gehe einkaufen. Nachmittags helfe ich den Kindern bei den Hausaufgaben. Wäsche waschen und Bügeln gehört natürlich auch zu meinen Aufgaben. Häufig ist es 10 Uhr abends und es gibt immer noch was zu erledigen. Die Arbeit geht nie aus …

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?

Ich genieße es, mit Kindern zusammen zu sein und es gefällt mir, Kindern und Jugendlichen, die Unterstützung brauchen, zu helfen – ich tue das seit mehr als 20 Jahren! Am allerschönsten ist es, wenn die Jugendlichen ihre Ziele erreichen, ihre Ausbildung abschließen, heiraten, eine Arbeit finden und sich zu Menschen entwickeln, die sich in der Gesellschaft nützlich machen. Und wenn sie sagen: »Dank meiner SOS-Kinderdorfmutter bin ich zu der Person geworden, die ich heute bin.« Etwas Schöneres können sie mir kaum sagen.

Was fordert Sie heraus?

Wir haben hier in Honduras sehr schwierige soziale Verhältnisse. Die größte Herausforderung ist es, den Jugendlichen eine Orientierung zu geben, also eine Richtung aufzuweisen. Damit sie verstehen, dass sie sich von gewissen Situationen fernhalten müssen, zum Beispiel kriminelle Banden, Drogen und Alkohol. Hier in Honduras ist das ungeheuer wichtig.

Wovon träumen Sie?

Ich wünsche mir, immer noch mehr Wissen und Erfahrung zu erlangen. Damit ich den Kindern und Jugendlichen, die mir anvertraut wurden, noch besser helfen kann.