14. 11. 2016

Kalt aber oho: Zelten im Herbst mitten im Wald!

Puh ist das kalt: Zelten im Herbst ist ein Erlebnis!

Puh ist das kalt: Zelten im Herbst ist ein Erlebnis!

Gäbe es ein Guinnessbuch der Rekorde nur für die SOS-Kinderdörfer, die Kinder und Jugendlichen aus dem SOS-Kinderdorf Niederrhein hätten einen Eintrag unter der Rubrik „Extrem Zelten“ sicher.

In den Herbstferien (Mitte Oktober) starteten 60 Kinder und Jugendliche sowie 30 Erwachsene aus dem SOS-Kinderdorf Niederrhein in die lang ersehnten und alle zwei Jahre stattfindenden Projekttage. Die Idee zu diesem Vorhaben entstammte nicht, wie man meinen könnte aus dem Repertoire von Erlebnispädagogen, sondern kam direkt von den Kindern und Jugendlichen.

Im Vorfeld hatten sich im Rahmen der Partizipation die Kinder und Jugendlichen im Gruppensprechertreffen mehrheitlich für die Zeltaktion mit dem gesamten Dorf stark gemacht. Die Entscheidung war so deutlich, dass auch eventuell widrige Wetterbedingungen keine Rolle mehr spielten. Neben den Kindern aus den Kinderdorffamilien und Wohngruppen nahmen dieses Mal auch die seit Februar 2016 im SOS-Kinderdorf Niederrhein lebenden unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge teil. Sie waren von den Unternehmungen und der Atmosphäre hellauf begeistert. Ein Junge aus dem Irak sagte mit strahlenden Augen: „Freundschaft und Willkommen sein, das ist wie zu Hause.“

Eine frische Herausforderung: 3 Grad Celsius nachts

Nach einer langen und intensiven Vorbereitungsphase starteten wir in den Herbstferien dieses ungewöhnliche, spannende und erlebnisreiche Übernachtungsprojekt. Total aufgeregt und nach einem gemeinsamen Beginn auf dem Fußballplatz ging das Abenteuer endlich los. Es entstanden zwei große Zeltstädte. Die Kleinen bauten ihre Zelte auf dem Fußballplatz im SOS-Kinderdorf auf, während die Großen sich zunächst mit einer Schnitzeljagd auf den Weg in den nahe gelegenen Reichswald machten. Das Ziel war ein wunderschönes Haus mitten im Wald gelegen, wo die Zelte aufgebaut wurden. Die Kinder und Jugendlichen wappneten ihre Zelte gut gegen das herbstliche Wetter mit Nachttemperaturen von frischen 3° Celsius indem sie sie kuschelig, gemütlich und warm einrichteten.
Vielfältige Aktivitäten waren für die Kinder und Jugendlichen vorbereitet: die gemeinsamen Mahlzeiten - zubereitet auf offenem Feuer im Wald, ein Chaosspiel, Schatzsuche, Geocaching bei Tag und Nacht, Klettern im Hoch- und Niedrigseilgarten und – natürlich - ein Lagerfeuer, dass den ganzen Tag über brannte und bewacht werden musste. Die Abende klangen dann am Feuer mit Gitarre, Gesang und Stockbrot aus.

Gemeinsame Aktivitäten in der Natur

Zum Abschluss ließen Groß und Klein beim abschließenden Pizza essen, und Dia-Show mit Fotos und Filmen des Zeltprojektes die schönen drei Tage bei entspannter Atmosphäre Revue passieren. Die Kommentare beim Abschied reichten von: „nächstes Jahr unbedingt wieder, ich hätte gar nicht gedacht, dass ich beim Klettern so über meine Grenzen gehen kann, Geocaching im Dunkeln ist der schirre Wahnsinn, bis zur knappen Aussage von Ben: “Es war einfach cool!“ Die Projekttage hatten wiedermal ihren ganz besonderen Reiz. Abseits der alltäglichen Arbeit konnten sich die MitarbeiterInnen aus den unterschiedlichen Kinderdorffamilien und Wohngruppen näher kennenlernen und durch die gruppenübergreifende Arbeit mit den Jugendlichen und Kindern wertvolle Erfahrungen machen. Das Miteinander an diesen Tagen begünstigte zudem ganz beiläufig unser Gemeinschaftsgefühl und Zusammengehörigkeitsempfinden.