18. 11. 2016

Jede Menge Input für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer

Katharina-Mild---Fobi-Ehrenamt-(5k)

Gemeinsam engagiert (von links nach rechts):  Astrid-Verena Dietze (Neustadt Stadtteilmanagement), Sonja Spoede (Trainerin für die Freiwilligenagentur), Sylvia Schikker (SOS-Kinderdorf)

Erster Basiskurs der Freiwilligen-Agentur steht vor dem Abschluss

Gut vorbereitet ins Engagement – so lautet das Ziel des Basiskurses, den die Freiwilligen-Agentur Bremen gemeinsam mit dem SOS-Kinderdorf Bremen und dem Neustadt Stadtteilmanagement derzeit anbietet. In fünf Modulen lernen die Teilnehmenden wichtige Grundlagen für ihre ehrenamtliche Arbeit mit geflüchteten Menschen – von interkultureller Kommunikation über die soziale und rechtliche Situation von Flüchtlingen bis hin zur Reflektion der eigenen Motivationen, Grenzen und Erwartungen. Gefördert wurde der Kurs durch die Bürgerstiftung Bremen. Die Auftaktveranstaltung in der Bremer Neustadt war so erfolgreich, dass nun weitere Termine in anderen Stadtteilen geplant sind.

Fünf Module

Schild: Wie sieht die Praxis aus? Bild vergrößern

Sonja Spoede hat zwei Bilder an die Wand geworfen. Viele Punkte sind darauf zu sehen, links bilden sie eine gerade Linie, rechts eine große, runde Traube. „Warteschlange“ heißt das Piktogramm der chinesischen Künstlerin Yang Liu, mit dem Sonja Spoede kulturelle Unterschiede verbildlicht. „Ziel ist, dass die Teilnehmenden ein Gespür für kulturelle Unterschiede, für Missverständnisse und Irritationen entwickeln“, erklärt die interkulturelle Trainerin, „denn dann können sie im Alltag leichter auf diese eingehen, sie aufklären und vermitteln. Neben der interkulturellen Sensibilisierung steht auch die soziale und rechtliche Situation von Flüchtlingen auf der Agenda des Basiskurses. Hier bekommen die Engagierten Basisinformationen zu Asylfragen, zu Rechten und Pflichten von Geflüchteten sowie Zugänge zu Versorgung, Gesundheit und Arbeit.

Theorie und Selbstreflexion

Neben dem theoretischen Input ist aber auch die Selbstreflektion ein wichtiger Bestandteil der Fortbildung. So stand ganz am Anfang des Basiskurses die Auseinandersetzung mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen auf dem Programm. „In Kleingruppen haben wir uns mit unseren Motivationen auseinandergesetzt, warum wir uns ehrenamtlich engagieren möchten und dabei auch darauf geschaut, was wir uns vorstellen können und wo vielleicht auch unsere individuellen Grenzen liegen“, erklärt Spoede. Inzwischen ist die Gruppe beim vierten Modul angekommen, bei dem es um den Bericht und den Austausch der ersten Erfahrungen in der Freiwilligenarbeit erzählt. Während Marie-Christin Mittendorf den Basiskurs dafür genutzt hat, sich einen Überblick über die Möglichkeiten eines Engagements zu verschaffen und einen Eindruck zu bekommen, was sie dort erwartet, ist Felix Lanver bereits voll und ganz im Ehrenamt angekommen. Seit einigen Monaten ist er im SOS-Kinderdorf-Zentrum aktiv und bietet hier montags nachmittags ein Sprachcafé an. Geflüchtete und nicht-Geflüchtete treffen sich hier in offener, entspannter Atmosphäre, um gemeinsam die deutsche Sprache zu üben oder ein Stück Kuchen zu essen. „Für mich ist das Sprachcafé ein Ausgleich zu meinem sonstigen Alltag und macht einfach sehr viel Spaß“, berichtet der Student. Für den 21-Jährigen waren vor allem die Informationen über die rechtliche und soziale Situation der Flüchtlinge in Bremen hilfreich. „Und ich habe einen besseren Überblick bekommen, welche Hilfsangebote es wo in Bremen gibt“, so Lanver. Gespannt ist er außerdem auf das letzte noch ausstehende Modul zum Thema „Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge“, das in zwei Wochen ansteht.

Weitere Kurse geplant

Mit dem Erfolg und dem bisherigen Feedback sind die Initiatoren des Basiskurses vollauf zufrieden. So zufrieden, dass die Freiwilligen-Agentur, dank der Bürgerstiftung Bremen, bereits die nächsten Kurse in anderen Stadtteilen plant.

Wer daran Interesse hat, kann sich telefonisch unter 0421 / 34 20 80 oder per email (info@freiwilligen-agentur-bremen.de) für weitere Informationen vormerken lassen.