15. 05. 2012

SOS-Jahresempfang 2012: "Weil wir alle Freunde brauchen"

Professor Dr. Johannes Münder, Vorstandsvorsitzender des SOS-Kinderdorf e.V., betonte die Kultur des Miteinanders

Professor Dr. Johannes Münder, Vorstandsvorsitzender des SOS-Kinderdorf e.V., betonte die Kultur des Miteinanders

Thema "Integration" wird beim SOS-Jahresempfang im SOS-Kinderdorf Schwarzwald diskutiert

Miteinander entsteht nur, wenn wir uns gegenseitig respektieren und aufeinander achten", sagt Vanessa (15) im Filmclip zum SOS-Jahresempfang 2012. Vanessa hat im SOS-Kinderdorf Schwarzwald eine Heimat, ein neues Zuhause gefunden. Und sie drückt aus, was sich viele junge Menschen sehnlich wünschen: Respekt, Anerkennung und Freunde. „Miteinander macht stark“ lautete das diesjährige Motto

Gäste aus Politik und Gesellschaft, sowie langjährige Spender und Förderer waren der Einladung zum SOS-Jahresempfang in Sulzburg zahlreich gefolgt. Beim Empfang und dem anschließenden Rundgang durch das dortige SOS-Kinderdorf Schwarzwald konnten sich die Gäste selbst überzeugen: Der deutsche SOS-Kinderdorfverein hat vielfältige Antworten auf gesellschaftliche Fragen, wenn es um benachteiligte Kinder und Familien geht. Und er hat dazu als erfahrene und zugleich innovative soziale Organisation ganz unterschiedliche Angebote und Projekte entwickelt.

"Was muss man tun, damit das Miteinander gelingt?"

Wie funktioniert Integration? Die Interviewgruppe bei der Arbeit Bild vergrößern

Wie funktioniert Integration? Die Interviewgruppe bei der Arbeit 

Dazu gehört auch, dass sich junge Menschen aktiv beteiligen. Die Jugendlichen des SOS-Kinderdorfes warteten schon gespannt auf die Premiere ihrer Filmclips. Sie hatten die Clips in Eigenregie für den Jahresempfang produziert – mit Unterstützung eines professionellen Filmproduzenten: Jürgen Dettling, sonst für Sender wie SWR und ARTE tätig, hilft mit seinem BLACK Dogs e.V. jungen Menschen, sich über das Medium Film auszudrücken. Die Jugendlichen aus dem SOS-Kinderdorf Schwarzwald interviewten mit dem Mikro in der Hand ihre Mitbewohner und fragten: "Was muss man tun, damit das Miteinander gelingt?" Die Kinder antworteten wirklich auf ihre ganz eigene Weise. Sie brachten die Gäste damit zum Schmunzeln und Nachdenken. Da ging es um Ehrlichkeit, Verständnis und Zuhören. Ums Streiten und das sich wieder vertragen und darum, wie wichtig Freunde sind. Denn nur so klappt es auch mit dem Miteinander.

Wie dieses in den deutschen SOS-Einrichtungen gelingt, verdeutlichte Professor Dr. Johannes Münder, Vorstandsvorsitzender des SOS-Kinderdorf e.V., in seiner Ansprache. "SOS setzt sich auch in der Region für Integration und Teilhabe junger Menschen ein", erklärte Karin Schäfer, Leiterin des SOS-Kinderdorfes Schwarzwald. "Zum Beispiel durch die ‚Freiburger StrassenSchule’ für Jugendliche, die auf der Straße leben." Oder in der Projektarbeit der SOS-Kinder- und Jugendhilfen Göppingen. Unter anderem gibt es hier im Rahmen des Bundesprogramms das Projekt "Vielfalt tut gut" für junge Menschen mit Migrationshintergrund.Der SOS-Kinderdorf e.V. gibt vielen am Rande der Gesellschaft lebenden Kindern und Jugendlichen neue Chancen. Das gilt besonders für junge Menschen aus benachteiligten Familien, die Probleme wie Arbeitslosigkeit, Armut oder Krankheit zu bewältigen haben.

Engagiert in der Region und deutschlandweit präsent

„SOS-Kinderdorf engagiert sich überall dort, wo benachteiligte junge Menschen und ihre Familien auf Unterstützung angewiesen sind – in Großstädten ebenso wie in ländlichen Regionen“, betonte Prof. Münder. „Auch in sozialen Brennpunkten wie Berlin-Moabit mit hohem Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund. Die heutige Vielfalt der SOS-Kinderdorfarbeit ist groß. Dabei geht es nicht nur um Integration benachteiligter, ausgegrenzter Menschen, sondern um eine Kultur des Miteinanders", betonte Münder. "Denn nur wenn wir andere Kulturen und Sichtweisen schätzen lernen, wird Zusammenleben in einer globalisierten Welt gelingen." Oder, wie es die Jugendlichen des SOS-Kinderdorfes Schwarzwald im Film ausdrückten: "Man sollte jedem eine Chance geben" und "Spaß zusammen haben". „Weil man so andere Kulturen kennenlernen kann und andere Lebensweisen mitbekommt", sagt Aaron (14).