07. 07. 2014

Immer mehr Jugendliche holen sich Hilfe

Die präventiven Erziehungskurse der SOS-Beratungsstelle werden gerne angemommen.

Die präventiven Erziehungskurse der SOS-Beratungsstelle werden gerne angemommen.

SOS-Beratungsstelle legt Jahresbericht für 2013 vor

Sie kommen, weil es Probleme zwischen den Eltern, zwischen Eltern und Kindern oder zwischen den Geschwistern gibt, weil Trennung und Scheidung anstehen oder Kinder sich auffällg verhalten: 665 Menschen aus dem Landkreis Landsberg suchten und fanden im vergangenen Jahr Hilfe in der SOS-Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Darunter sind immer mehr Kinder und Jugendiche, die von sich aus in die Spöttinger Straße kommen und dort ohne lange Wartezeit kostenlosen, der Schweigepflicht unterliegenden Rat von Fachleuten holen.

Oft haben die Ratsuchenden mit mehreren Problemen gleichzeitig zu kämpfen: Zu Trennung und Scheidung etwa gesellen sich noch finanzielle Schwierigkeiten, Wohnungswechsel, eine neue Tagesstruktur und Auffälligkeiten im Sozialverhalten der Kinder. Dann müssen die Mitarbeiter das drängendste Anliegen herausfinden und alle anderen Schwierigkeiten mit den Klienten zusammen nach und nach angehen. Kinder und Jugendliche sowie Menschen in akuten Krisen bekommen meist sofort einen ersten Termin, erklärt Bereichsleiterin Christina Plafky bei der Vorstellung des Jahresberichts. 76 Prozent der anderen Ratsuchenden warten darauf nur bis zu 14 Tage. Bereits beim ersten ausführlichen Gespräch erhalten die Betroffenen Hilfe, Tipps und Beratung – und gut einem Fünftel von ihnen genügt dies bereits, um wieder alleine klarzukommen. Die anderen steigen in einen kontinuierlichen Beratungsprozess ein, der je nach Problemlage eine bis 20 Sitzungen umfasst.

Gut genutzt: Anonyme Beratung

Die längerfristige Beratung startete für 31 Prozent der Betroffenen bereits beim ersten Beratungsgespräch, bei weiteren 40 Prozent innerhalb von drei Monaten, so Plafky. Spitzt sich die Situation jedoch zu, können auch kurzfristigere Termine angeboten werden. Gut genutzt wurden zudem die anonymen telefonischen Beratungen. Plafky freut sich, dass die Menschen im Landkreis die präventiven Angebote der Beratungsstelle so gut in Anspruch nahmen: Zum Beispiel die Erziehungskurse, den 2013 erstmals angebotenen Kurs “Kinder im Blick” für Eltern in Trennung und Scheidung, aber auch das Selbstsicherheitstraining für Jugendliche. Außerdem wünscht sich die Bereichsleiterin, dass die Menschen “möglichst frühzeitig” zur Beratung kommen, damit bei Schwierigkeiten rechtzeitig Lösungsstrategien erarbeitet werden können und die Situation sich nicht weiter verschlechtert.

Die Mitarbeiter der Beratungsstelle, die über viele Arbeitskreise mit anderen Einrichtungen im Landkreis vernetzt sind, können bei Bedarf auch an andere Stellen verweisen. Denn die Zusammenarbeit klappt “sehr gut”, lobt Plafky. Die Vernetzungsarbeit bedeutet auch einen Zugewinn für die Klienten, die so direkt an die passenden Stellen weitervermittelt werden. 

Spende als Dankeschön

Die Bereichsleiterin freut sich auch, dass die Klienten mit der Arbeit der Beratungsstelle offensichtlich zufrieden sind: Manche von ihnen drücken ihre Dankbarkeit sogar über eine Spende aus, weil die Beratung “so toll” war und ihnen kostenlos “so gut geholfen” wurde. Plafky wünscht sich lediglich, dass nicht benötigte Termine rechtzeitig abgesagt werden. So könnten “Leerläufe” verhindert werden, in denen anderen Ratsuchenden hätte geholfen werden können.