10. 06. 2016

Im schicken Oldtimer durchs SOS-Kinderdorf

Ein lässiger Gruß aus dem ersten in München hergestellten BMW 3/15 DA2 „Dixi“.

Ein lässiger Gruß aus dem ersten in München hergestellten BMW 3/15 DA2 „Dixi“.

„Kindermobil“ zu Gast beim Sommerfest – Maibaumklettern

„Ist der cool“. Mit jedem Auto, das auf den Helmut-Kutin-Platz im SOS-Kinderdorf Dießen einfährt, steigt die Begeisterung der Buben und Mädchen. Mit Beifall und großem Hallo begrüßen sie jeden einzelnen des knappen Dutzends Old- und Youngtimer und umlagern ihn sofort.

Da schägt das Herz jeden Autofans höher Bild vergrößern

Da schägt das Herz jeden Autofans höher

Denn die Gefährte, die beim Sommerfest 100 Jahre Automobilgeschichte widerspiegeln, dürfen nicht nur bestaunt, sondern auch bestiegen werden. Samantha (10) kennt sich aus: Fachmännisch zeigt sie Gas-, Kupplungs- und Bremspedal im BMW 3/15 DA2 („Dixi“), mit Baujahr 1929 heute das älteste Fahrzeug im SOS-Kinderdorf. Ein paar Meter weiter haben vier Mädchen zur imaginären Ausfahrt in einem VW Käfer Platz genommen, vor dem Haus Mosaik bestaunt Nancy ihren Favoriten, einen riesigen Pontiac aus den 1960-er Jahren.

Probesitzen in den Auto-Schatzkästchen

Im feschen Dirndl erklimmen Milena (vorne) und Larissa den Maibaum Bild vergrößern

Im feschen Dirndl erklimmen Milena (vorne) und Larissa mit der Hilfe von Nadine Rötzer den Maibaum und holen sich ihre Süßigkeiten.

Alexander Stockmann und Kristina Steinert, mit einem alten Opel Kadett und dem jüngsten BMW-Spross, einem i3 mit Elektromotor angereist, haben den Kindern das sonst verbotene Probesitzen in den Schatzkästchen der Automobilgeschichte ermöglicht. Auf Anregung ihres damals dreijährigen Sohns Fridolin haben die Oldtimer-Fans aus Windach 2009 erstmals ihr caritatives „Kindermobil – Oldtimer & Youngtimer zum Reinsetzen“ in Bachern am Wörthsee abgehalten. Dabei ließen alle Autobesitzer erstmals die Kleinen ans Steuer und auf die Beifahrersitze. Einzige Bedingung damals wie heute: Die Kinder dürfen nichts kaputt machen. Dafür beantworten die Besitzer geduldig alle Fragen und lassen die Buben und Mädchen auch mal ausgiebiger die Hupe testen. „Ausprobiert“ werden alle Modelle vom BMW 320 Cabrio, mit Baujahr 1988 ein „Youngtimer“, über den dunkelgrünen Morgan, den Opel Kapitän und den Renault 4CV von 1958 bis zum Pick-up, dessen Ladefläche die Kinder sofort stürmen. Technische Fragen beantworten Mitarbeiter der Firma Tunap, die Alexander Stockmann ebenfalls nach Dießen gebeten hat.

Für die meisten Kinder war die Rundfahrt durchs SOS-Kinderdorf in einem Oldtimer ihrer Wahl der Höhepunkt des diesjährigen Sommerfests. Begonnen hatte es mit dem traditionellen Maibaumklettern, den Abschluss bildete das gemeinsame Grillen.