06. 05. 2015

Ich bin hier. Könnt ihr mich nicht sehen?

Der kleine Sujal überlebte das Erdbeben - seitdem ist der Halbwaise

Der kleine Sujal überlebte das Erdbeben - seitdem ist der Halbwaise

Der kleine Sujal wird gerettet

Tief schlafend liegt der kleine Sujal im Bett eines der Zelte des SOS-Nothilfecamps in Kavre. Er ist zweieinhalb Jahre alt und hat das schwere Erdbeben überlebt.
Sujal war mit seiner Mutter zu Hause, als das Erdbeben das Himalaya-Gebiet in Trümmer legte. Seine zwei älteren Brüder, 11 und 9 Jahre alt, spielten draußen. Binnen weniger Sekunden stürzte das Haus der Familie ein und begrub Sujal und seine Mutter unter den Trümmern. Völlig verängstigt liefen die beiden älteren Brüder davon.

1, 5 Tage harrte Sujal neben seiner toten Mutter aus

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Im SOS-Nothilfecamp bekommt Sujal etwas zu essen.

Sujal’s Mutter überlebte den Einsturz nicht - sie war sofort tot. Sujal hatte riesengroßes Glück: Lediglich sein linkes Bein wurde durch herabfallende Trümmer getroffen und mehrfach gebrochen. Er hat Schmerzen, kann sich kaum bewegen, aber er lebt.  1,5 Tage harrt der kleine Junge ohne Essen und Wasser neben seiner toten Mutter aus, bevor er gerettet wird. Als Sujal die Rettungskräfte hörte, ruft er ihnen unter den Trümmern zu: "Ich bin hier. Könnt ihr mich nicht sehen?"

Hoffnung im SOS-Nothilfecamp

Drei Tage später kommt Sujal in das SOS-Kinderdorf-Nothilfelager in Kavre. Liebevoll kümmern sich die SOS-Jugendliche um den kleinen Jungen, kochen ihm etwas zu essen und helfen, ihn zu säubern. Die SOS-Mitarbeiter kümmern sich auch psychologisch um die Erdbebenopfer. Wenn er wieder bei Kräften ist, kann Sujal in der  Nothilfe-Kita gemeinsam mit anderen Kindern spielen und langsam wieder in den Alltag zurück finden.

SOS-Kinderdorf hilft in den Nothilfecamps den Überlebenden des Erdbebens Bild vergrößern

SOS-Kinderdorf hilft in den Nothilfecamps den Überlebenden des Erdbebens

Mittlerweile ist auch Sujals Vater Raju im Camp eingetroffen. Er arbeitet als Wachmann in Saudi-Arabien und hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um möglichst schnell zu seinen Söhnen zu kommen. "Ich habe mir große Sorgen um meine Familie gemacht und wollte nur noch heim nach Nepal. Doch mein Arbeitgeber wollte mir nicht freigeben. Ich stritt mich heftig mit ihm und nahm daraufhin 40 Tage unbezahlten Urlaub". Raju ist froh, dass sein Sohn im SOS-Nothilfecamp die Unterstützung bekommt, die er gerade nötig hat. Denn er weiß, dass er schon bald zurück nach Saudi-Arabien muss: "Sonst habe ich kein Geld, um meine drei Söhne zu ernähren. Ich brauche jemanden, der sich um meine Kinder kümmert.“

Das SOS-Nothilfecamp in Kavre

Sindhupalchowk, Sujals Heimatort, ist einer der am stärksten zerstörten Distrikte in Nepal. An die 90 Prozent der Häuser sind beschädigt. Das Nothilfecamp in Kavre stellt einen temporären Zufluchtsort für die Menschen von Sindhupalchowk dar - ein Drittel der Hilfesuchenden sind Kinder. Viele von ihnen wissen nicht, wo sie hin sollen, wenn das Lager geschlossen wird. Die meisten der Menschen sind verletzt, haben gebrochene Extremitäten, Kopfplatzwunden und tiefe Fleischwunden.

SOS-Nothilfeprogramme sind gestartet

SOS-Kinderdorf hilft in den Nothilfecamps den Überlebenden des Erdbebens

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Zur aktuellen Lage in Nepal

Infografik: so hilft SOS-Kinderdorf in Nepal Bild vergrößern

Infografik: so hilft SOS-Kinderdorf in Nepal

Die zehn SOS-Kinderdörfer in Nepal wurden glücklicherweise von dem schweren Erdbeben verschont. Sie dienen derzeit als Basis für unzählige Nothilfemaßnahmen. SOS-Nepal plant, mindestens 20.000 Kinder (mit und ohne elterliche Begleitung) zu unterstützen. Bisher wurden drei Kitas eingerichtet (zwei in Bhaktapur und eine in Karve) - weitere elf sind geplant.

  • Zuflucht: Die SOS-Kinderdorf Einrichtungen bieten obdachlosen Familien ein Notquartier, Nahrungsmittel und medizinische Hilfe.
  • Schutz und psychologische Betreuung: SOS-Kinderdorf nimmt Kinder auf, die während der Katastrophe ihre Eltern verloren haben oder im Chaos von ihnen getrennt wurden. In Nothilfe-Kitas betreuen die SOS-Kinderdörfer traumatisierte Kinder.
  • Familienzusammenführung: Die SOS-Kinderdörfer tun alles, um unbegleitete Kinder wieder mit ihren Familien zu vereinen.
  • Langfristig werden die SOS-Kinderdörfer in Nepal arme Familien beim Wiederaufbau ihrer Existenz begleiten.
  • In Sindhupal Chowk werden drei Sozialzentren errichtet, die Unterstützung für 1.000 Familien bieten.
  • Derzeit wird eine Bedarfsanalyse für die Errichtung von Häusern für die Erdbebenopfer durchgeführt.

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