24. 05. 2017

Hungersnot im Südsudan: Steigende Lebensmittelpreise erschweren Nothilfe

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Im SOS-Kinderdorf Südsudan sind die Kinder in Sicherheit und werden gut versorgt

Inflation und steigende Preise behindern die schnelle Hilfe für Familien in Not.

Der Bürgerkrieg im Südsudan lässt die Preise für Nahrungsmittel explodieren. Während die Familien des SOS-Kinderdorfes Juba gut versorgt sind, sie ausreichend Nahrung und Wasser bekommen, kämpfen viele Menschen im Land ums Überleben.
„Viele Familien können sich Lebensmittel einfach nicht mehr leisten“, berichtet Alberto Fait, Projektkoordinator von SOS-Kinderdorf im Südsudan. “Die Gemeinde steht kurz vor dem Kollaps und die Situation wird immer schlimmer. Wir sehen mehr und mehr unterernährte Kinder.“

Preise für Lebensmittel massiv gestiegen

„Auf den Märkten sind Nahrungsmittel durchaus verfügbar, aber die Inflation liegt bei über 800 Prozent, und das können viele Menschen nicht mehr bezahlen. Die meisten Lebensmittel werden aus Uganda importiert. Obwohl es gelegentlich Lieferschwierigkeiten und Engpässe gibt, funktioniert die Versorgung weiterhin recht gut."

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Steigende Lebensmittelpreise gefährden die Versorgung

Die steigenden Kosten stellen nun eine neue Herausforderung dar. Laut Fait haben die Begünstigten der SOS-Nothilfeprogramme große Schwierigkeiten zu diesen Preisen ausreichend Essen kaufen zu können. Das Gleiche gilt für medizinische Behandlungen und den Kauf von Trinkwasser. "In unserer Schule sind 140 Kinder, deren Familien wir mit Wasser und Lebensmittel unterstützen. Außerdem kümmern wir uns um unterernährte Kinder, die wir an spezialisierte Gesundheitszentren überweisen.“
„Die SOS-Kinderdörfer haben ein eigenes Budget für Lebensmittel und können diese regelmäßig auf dem Markt einkaufen“, erklärt uns der Projektkoordinator. Bei den Nothilfeprogrammen sieht es dagegen etwas komplizierter aus. „Unsere Möglichkeiten den Familien zu helfen, hängen stark von den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln ab. Wir sind dankbar für die Unterstützung durch Spender, aber die Not wird immer größer und wir haben wenig Hoffnung, dass sich die Situation im Land bald verbessert.“

SOS-Kinderdorf baut seine Nothilfemaßnahmen aus

Nach Ausbruch des Bürgerkriegs rief SOS-Kinderdorf ein Nothilfeprogramm im Südsudan ins Leben. So konnten Unterkünfte und Bedarfsgüter für die SOS-Familien und weiteren 600 Kindern und deren Familien aus der näheren Umgebung finanziert werden.

Aktuell hilft SOS-Kinderdorf mit folgenden Maßnahmen:

  • 60 gefährdete Familien (rund 370 Personen) erhalten Essens-Gutscheine und bei Bedarf soziale Hilfen
  • Bei Bedarf bieten wir psychologische Unterstützung
  • Eltern werden darin geschult, erste Zeichen von Unterernährung zu erkennen
  • Schwangere und stillende Mütter werden über richtige Ernährung aufgeklärt und geschult
  • Verteilung von Seife und Hygienemitteln an Mütter
  • Überwachung des Ernährungs- und Gesundheitszustandes der Kinder und Übernahme von Behandlungskosten
  • Bereitstellung von Wasser für über 60 Haushalte und Aufklärung zur Vorbeugung von Cholera in den betreffenden Gemeinden
  • Übernahme der Schulgebühren und Kosten für Schulmaterialien für 140 Kinder