20. 07. 2012

Preisträgerinnen aus aller Welt in Dießen

Internationaler Besuch von SOS-Preisträgerinnen im Kinderdorf (von links): Christian Honold (Hermann-Gmeiner-Akademie), Erich S

Internationaler Besuch von SOS-Preisträgerinnen im Kinderdorf (von links): Christian Honold (Hermann-Gmeiner-Akademie), Erich Schöpflin (Dorfleiter Dießen), Margarita Maximiana Cusihuam án Sisa (Peru), Rama Karki (Nepal), Sieglinde Olbrich (SOS-Kinderdorfmutter Dießen), Hanan Al A’Awar (Jordanien), Jojis Miyir (Äthiopien), Dolmetscherin Ghadeer Tayliakh und Dolmetscher und Dorfleiter Mustefa Haji (Äthiopien).

Ausgezeichnete Mitarbeiter besuchen SOS-Kinderdorf in Dießen 

Margarita Cusihuam án Sisa erlebt derzeit die "schönste Zeit ihres Lebens". Die Peruanerin ist zum ersten Mal in Europa – und sie hat einen Preis gewonnen, der heuer zum ersten Mal vergeben wurde: Den Helmut-Kutin-Award, für den sie von zahlreichen SOS-Kinderdorf-Mitarbeitern aus der ganzen Welt nominiert wurde. Gemeinsam mit den beiden anderen Preisträgerinnen aus Äthiopien und Jordanien sowie der diesjährigen Gewinnerin des Hermann-Gmeiner-Preises besuchte sie jetzt das SOS-Kinderdorf in Dießen.

Drei SOS-Kinderdorfmütter mit großem Herzen

Angeregt unterhielten sich (von links) Christian Honold (Hermann-Gmeiner-Akademie), Dolmetscher und Dorfleiter Mustefa Haji (Ät Bild vergrößern

Angeregt unterhielten sich (von links) Christian Honold (Hermann-Gmeiner-Akademie), Dolmetscher und Dorfleiter Mustefa Haji (Äthiopien), Rama Karki (Nepal), Erich Schöpflin (Dorfleiter Dießen), Sieglinde Olbrich (SOS-Kinderdorfmutter Dießen), Jojis Miyir (Äthiopien), Dolmetscherin Ghadeer Tayliakh, Hanan Al A’Awar (Jordanien) und Margarita Maximiana Cusihuam án Sisa (Peru) im Gemeindesaal des SOS-Kinderdorfs in Dießen.

25 Kinder hat Margarita in ihren 27 Jahren als SOS-Kinderdorfmutter in Arequito bereits groß gezogen. Sie alle, berichtet sie stolz, haben ihren Schulabschluss geschafft und führen ein selbstständiges Leben. Auch ihre Kollegin aus Jordanien, Hanan Al A’Awar wirkt schon seit 26 Jahren im SOS-Kinderdorf in Amman. Sie hat zu allen 21 ihren inzwischen erwachsenen Kindern noch guten Kontakt, ein Teil von ihnen arbeitet jetzt sogar für SOS-Kinderdorf, berichtet sie.
Jojis Miyir aus Äthiopien startete ihre Arbeit bei SOS-Kinderdorf als „Tante“ in fünf Familienhäusern und wurde vergangenes Jahr SOS-Kinderdorfmutter in Gode, einer sehr abgeschiedenen Ecke des Landes. Obwohl es dort außer im SOS-Kinderdorf kaum Wasser gibt, der Strom nur sechs Stunden am Tag läuft und Telefon wie Internet "kaum existieren", befindet sich dort dank SOS "die beste Schule", berichtet sie stolz.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Alle drei Kinderdorfmütter kümmern sich um je neun bis elf Buben und Mädchen, die zumeist zu fünft oder sechst in einem Raum schlafen. Entsprechend erstaunt waren die Besucher beim Rundgang durch das Familienhaus ihrer deutschen Kollegin Sieglinde Olbrich, wo die Kinder zu zweit ein Zimmer teilen. Ansonsten jedoch entdecken die Frauen viele Gemeinsamkeiten – egal ob es um die wichtige Zusammenarbeit mit den leiblichen Eltern, die gemeinsame Aufnahme von Geschwistern oder den Kontakt geht, den die meisten Kinder nach ihrem Auszug noch zum SOS-Kinderdorf halten.

Rama Karki arbeitet heute als Krankenschwester

Vier Freundinnen aus dem SOS-Kinderdorf Bild vergrößern

Auch Rama Karki hat sich ihrer SOS-Kinderdorfmutter bis zu deren Tod stets sehr verbunden gefühlt. Sie ist in einem SOS-Kinderdorf in Nepal aufgewachsen und arbeitet inzwischen als Krankenschwester selbst bei SOS-Kinderdorf: Sie unterstützt Kinder mit Behinderungen, die es in ihrem Land besonders schwer haben. Die meisten von ihnen schaffen es dank der „sehr guten“ SOS-Kinderdorf-Schule, einen Schulabschluss und eine Berufsausbildung zu absolvieren, freut sie sich. Rama Karki war ebenso überrascht wie stolz, als sie von ihrem Hermann-Gmeiner-Preis erfuhr, der jedes Jahr einem besonders erfolgreichen SOS-Kind verliehen wird.

Ein Teil der SOS-Familie

Ebenso wie die Helmut-Kutin-Preisträgerinnen verfolgte sie interessiert die Ausführungen von Einrichtungsleiter Erich Schöpflin zum SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech. Immer wieder vergleichen die Besucherinnen dabei die deutschen Verhältnisse mit denen in ihrem eigenen Land – und stellten fest, dass SOS-Kinderdorfmütter überall auf der Welt „stets ein großes Herz haben, um alle ihre Kinder zu lieben“ (Rama Karki) und dass sie wie Margarita Cusihuam án Sisa „sehr stolz“ sind, „ein Teil der großen SOS-Familie“ zu sein.