27. 02. 2014

Hand in Hand spielen

Glückliche Kinder

Neun verschiedene Nationen unter einem Dach

Im Gruppenraum des Kinderhorts in Nürnberg-Schweinau hängt ein großes Plakat, auf dem sich unzählige Worte in den unterschiedlichsten Sprachen tummeln. читать = okumak = lesen steht da in schön gestalteten Lettern.

Kleine Dolmetscher

Das Plakat, das die Hortkinder gemeinsam mit Gruppenleiterin Daniela Pröger gestaltet haben, symbolisiert die Vielfalt der unterschiedlichen Nationen, die dort betreut werden. Denn die 27 Hortkinder kommen aus neun verschiedenen Nationen und verstehen sich prächtig:  spielerisch überwinden sie sämtliche Grenzen. "Derzeit haben wir Kinder aus Deutschland, der Türkei, Tunesien, Togo, Algerien, Polen, Vietnam, Italien und Russland. Es ist immer wieder spannend, zu sehen, wie frei die Kinder von Vorurteilen sind“, erzählt SOS-Mitarbeiterin Daniele Pröger. "Da können wir Erwachsene uns eine Scheibe abschneiden." Beim Basteln, Malen, Toben und Spielen sind geografische Grenzen sofort vergessen – und auch die Verständigung kein Problem. „Da die Kinder eine deutsche Schule besuchen, sprechen sie Deutsch. Das ist auch unser Aufnahmekriterium. Es wird nur manchmal lustig, wenn wir neue Spiele erklären, die in anderen Ländern einfach anders heißen“, erklärt Daniela Pröger. „Lediglich bei den Gesprächen mit den Eltern hapert es manchmal mit der Verständigung. Hier wird den Kindern eine besondere Rolle zuteil, denn sie sind unsere Dolmetscher. Darauf sind sie stolz!"

Eine Oase im Alltagsgrau

Hausaufgabenzeit Bild vergrößern

Im Hort haben die Kinder bei Hausaufgabenproblemen immer einen Ansprechpartner

Seit 2003 ist der Kinderhort fest im Stadtteil Schweinau verwurzelt. Zuvor klaffte dort eine riesige Betreuungslücke. "Die meisten Kinder verbrachten die Nachmittage auf der Straße", erklärt die SOS-Kinderdorfmitarbeiterin. "Die meisten Kinder kommen aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Für die überwiegende Anzahl der Kinder übernimmt das Jugendamt die Hortkosten. Allein das spiegelt die Bedürftigkeit der Familien wider." Ein weiteres Problem: Wegen mangelnder Deutschkenntnisse konnte kaum ein Erwachsener seinen Kindern bei den Hausaufgaben helfen.
Das Hortteam sorgt nun nicht nur für ein warmes Mittagessen und die Möglichkeit, gemeinsam zu spielen, sondern auch dafür, dass die Kinder den Anschluss in der Schule nicht verlieren. Und auch den Eltern wird geholfen:  "Wir versuchen nicht nur die Kinder zu integrieren, sondern arbeiten auch aktiv mit den Eltern zusammen. So stehen Mitarbeiter auch bei Behördengängen und dem Ausfüllen von Formularen mit Rat und Tat zur Seite. Denn wenn ich aus Aserbaidschan komme, kann ein Hartz IV-Antrag eine sehr komplizierte Sache sein", weiß Daniela Pröger.
Und wie ist das mit dem Essen? Stehen in einem Multikulti-Hort auch internationale Köstlichkeiten wie Lahmacun, indisches Curry oder Borscht auf dem Speiseplan? „Wenn wir die Kinder fragen, was sie sich zum Mittagessen wünschen, herrscht absolute Einigkeit: Pommes, Schnitzel, Nudeln und Pfannkuchen“, lacht Daniela Pröger, "da sind alle Kinder gleich!" Exotisch geht es nur bei den Sommerfesten zu, denn dann bringen alle Eltern etwas für das große Buffet mit. Hmmmm, lecker!

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