07. 04. 2014

Familienpaten-Projekt läuft an

Familienpaten helfen Familien bei der Bewältigung des Alltags

Familienpaten helfen Familien bei der Bewältigung des Alltags

Sie kommen eine Zeit lang regelmäßig und helfen, den Alltag Zuhause zu meistern. Das Projekt der Familien-Paten, das in anderen Regionen teils unter anderen Namen schon länger etabliert hat, läuft gerade im Landkreis Garmisch-Partenkirchen an. In Kooperation mit der Koordinierungsstelle Frühe Kindheit am Jugendamt und dem Mütter- und Familienzentrum „Murmel“ in Murnau hat sich das SOS-Kinderzentrum in Garmisch-Partenkirchen diesem Projekt angenommen: Sozialpädagogin Susanne Giesler-Fauser hat sich mit zwei Vertreterinnen der anderen Kooperationspartnern zur Koordinatorin ausbilden lassen und bereitete insgesamt neun Familien-Paten-Anwärterinnen und Anwärter auf ihre Aufgaben in den Familien vor.

Das Projekt wurde in Bayern vom Deutschen Kinderschutzbund, dem Landesverband der Mütter- und Familienzentren, dem katholischen, deutschen Frauenbund sowie dem Zentrum Aktiver Bürger ins Leben gerufen. Neben dem Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen fördert auch die Robert Bosch Stiftung sowie das Bürgerschaftliche Engagement „Wir für uns“ das Projekt finanziell. Um einen hohen Standard zu gewährleisten, werden die Schulungen der Familienpaten im Netzwerk Bayern vom Institut für Familienforschung evaluiert.

Wenn alles zuviel wird, helfen Familienpaten

achdem nun die ersten Familienpaten im Landkreis Garmisch auf ihren ersten Einsatz warten, sollen verstärkt junge Familien auf dieses neue Angebot aufmerksam gemacht werden. Denn grundsätzlich dürfen sich Alle angesprochen fühlen. Schließlich kennt „jede Familie Zeiten, in denen einfach alles zu viel wird“, weiß Susanne Giesler Fauser aus Erfahrung. Dann kann „ein wenig Unterstützung von außen viel bringen und extrem gut tun, so dass das Familienleben wieder harmonischer und liebvoller werden kann.“ Die klar definierten Aufträge der einzelnen Familienpaten können sehr vielfältig sein: Manchmal reicht es aus, zuhören und dafür Zeit mitzubringen, ein andermal ist eine Begleitung bei bei Alltagsentscheidungen gefragt. Aber auch Hilfe bei der Geschwisterbetreuung oder der Gestaltung und Planung gemeinsamer Familienaktivitäten ist möglich.

Die Absolventen freuen sich allesamt auf ihre neue Aufgabe

Während ihrer intensiven, sechstägigen Ausbildung erfuhren die angehenden Familienpaten nicht nur viel über Standards ihrer zukünftigen Tätigkeit, wie Schweigepflicht, Grenzen ihres Einsatzes und Wissenswertes zum Thema „Nähe und Distanz“ und verschiedenste Formen von Familie. Neben unterschiedlichen Fragetechniken lernten die sieben Frauen und ein Mann im Alter zwischen 40 und 70 Jahren auch anhand von Fallbeispielen aus der Praxis und erfuhren überdies, dass ihnen bei Fragen immer eine der Koordinatorinnen mit Rat und Tat zur Seite stehen wird. Die insgesamt drei zweitägigen Schulungs-Module begeisterten die Teilnehmer aufgrund ihrer Ausgewogenheit zwischen theoretischer Wissens-Vermittlung und praktischen Übungen.

Die Absolventen freuen sich allesamt auf ihre neue Aufgabe, obwohl ihnen durchaus während der facettenreichen Ausbildung bewusst wurde, dass sie bei dieser ehrenamtlichen Tätigkeit auch mit belastenden Situationen konfrontiert werden könnten.