09. 02. 2015

Einige Bande reißen nie

In der SOS-Wohngruppe fühlte sich Eric sehr wohl

Eric mit Ute Friedrich: In der SOS-Wohngruppe fühlte sich Eric sehr wohl

Fürs Leben lernen von einem "Ehemaligen"

Eric Baumgartner war 13 Jahre alt, als er in die Wohngruppe von Doris Grohmann im  SOS-Kinderdorf Sauerland einzog. Vier Jahre lang lebte er gemeinsam mit anderen Teenagern zusammen und lernte - unterstützt von Pädagogen - schrittweise auf eigenen Beinen zu stehen.

Sein Auszug liegt mittlerweile 20 Jahre zurück, doch Eric ist dem SOS-Kinderdorf immer noch tief verbunden. „Ich habe so viele positive Erfahrungen im SOS-Kinderdorf gemacht, so viel Selbstbewusstsein und Geborgenheit erfahren, dass ich heute gerne ein Stück zurück geben möchte“, erzählt der Ehemalige, der mittlerweile in England lebt und dort erfolgreich an der Teikyo University of Japan arbeitet.

Eric engagiert sich ehrenamtlich

Englisch lernen - mit dem Profi Bild vergrößern

Englisch lernen - mit dem Profi

Aus einem losen Brief und Telefonkontakt mit seinen ehemaligen Betreuerinnen Doris Grohmann und Ute Friedrich aus dem Freizeitpädagogischen Bereich, wurde ein bewundernswertes ehrenamtliches Engagement, von dem besonders die Kinder, die heute im SOS-Kinderdorf Sauerland aufwachsen, profitieren. „Anfangs habe ich einfach Spenden gesammelt und beispielsweise bei einem meiner Geburtstage auf Geschenke verzichtet“, erzählt er, „doch viel lieber wollte ich persönlich etwas leisten, das direkt den Kindern zu Gute kommt“. Dann kam dem 36-Jährige eine zündende Idee: Ein persönlicher Englischkurs!

Vom Sauerland ins englische Durham

Eric zeigt den SOS-Kinderdorfkindern seine neue Heimatstadt Durham Bild vergrößern

Eric zeigt den SOS-Kinderdorfkindern seine neue Heimatstadt Durham

Immer wieder reiste Eric Baumgartner ins idyllische Sauerland, um den Kindern Spaß an der englischen Sprache zu vermitteln. „Englisch lernen in der Schule ist ja so eine Sache und besteht oft aus stupidem Vokabel-Lernen. Ich möchte den Kindern zeigen, wie lebendig die Sprache ist und wie wichtig es ist, sich mit Menschen aus anderen Ländern zu unterhalten“, erzählt Eric. Er verlegt das Vokabel-Pauken einfach auf den Fußballplatz und vermittelt anhand witziger Anekdoten aus seiner alten und neuen Heimat die Kultur- und Sprachunterschiede.

In den Ferien ermöglichte Eric einigen Kindern aus dem SOS-Kinderdorf sogar den Besuch in Durham. Gemeinsam mit Ute Friedrich  machten sich Cheyenne (17), Hatice (17) und der 13-jährige Andreas mit der Fähre auf den Weg  in den Nordosten Englands und sammelten wunderschöne Eindrücke und Erfahrungen für ihre Zukunft. „Die Kinder, die so viele negative Erfahrungen in ihrem Leben gemacht haben, glücklich zu sehen und ihnen wichtige Erfahrungen mit auf den Weg geben zu können, ist wunderschön“, erklärt Eric und schmiedet eifrig Pläne für die Zukunft….