05. 05. 2015

Eine Oase der Ruhe

Ayeshas Haus: ein einziger Trümmerhaufen. Ihre Eltern suchen nach Erinnerungen

Ayeshas Haus: ein einziger Trümmerhaufen. Ihre Eltern suchen nach Erinnerungen

In der SOS-Nothilfe-Kita dürfen die Kinder wieder Kind sein

Einige Kinder sitzen konzentriert am Tisch und malen Bilder, andere bauen mit Legosteinen Häuser, andere singen und klatschen ein fröhliches Lied. In den SOS-Nothilfe-Kitas, die SOS-Kinderdorf in Nepal kurz nach dem schweren Erdbeben eröffnet hat, können die Kinder für kurze Momente den schlimmen Alltag vergessen und einfach nur Kind sein. Hier werden sie nicht nur professionell umsorgt und bekommen eine Mahlzeit - sie finden inmitten des Erbebenchaos eine kleine Oase der Ruhe.

Laute Geräusche machen Ayesha Angst

Ayesha fühlt sich in der SOS-Nothilfe-Kita wohl. Bild vergrößern

Ayesha fühlt sich in der SOS-Nothilfe-Kita wohl. “Ich spiele und esse hier. Mir gefällt es hier."

Auch die zehnjährige Ayesha kommt gerne mit ihrem jüngeren Bruder in die Nothilfe-Kita, die von SOS-Kinderdorf in einem medizinischen Zentrum in Harisiddhi, einer Stadt im Lalitpur Distrikt im Kathmandu-Tal eingerichtet wurde.  Auch wenn Ayesha immer wieder ausgelassen lacht, steht ihr die Angst immer noch ins Gesicht geschrieben. Besonders das Geräusch lauter Fahrzeuge erschreckt das Mädchen sehr. "Unser ganzes Haus ist zusammengebrochen", erinnert sich Ayesha an das schwere Erdbeben. "Auch die drei Häuser um uns herum -  selbst die großen." Sie macht eine Pause, dann fügt sie hinzu: "Als das Erdbeben losging, sind wir schnell aus dem Haus gerannt. Es fühlte sich sehr gefährlich an. Ich lief alleine raus aufs Feld. Ich hatte Angst. Nach einer Weile kamen auch meine Eltern mit meinem Bruder - wir hatten alle überlebt".

Das Haus ist ein einziger Trümmerhaufen

Einblick in die SOS-Nothilfe-Kita Bild vergrößern

Gemeinsam bauen Ayesha und ihr kleiner Bruder mit Legosteinen

Mit unzähligen anderen Menschen findet die Familie Zuflucht in einer Veranstaltungshalle. Die Angst vor der Zukunft ist groß: Wie viele Nachbeben gibt es? Wie soll die Familie das Haus wieder aufbauen? Gibt es genug Nahrung und Wasser für alle Opfer?

Ayesha’s Haus liegt nur 5 Minuten entfernt von der Nothilfe-Kita, aber es besteht nur noch aus einem Trümmerhaufen. Auch die anderen Häuser in der Nachbarschaft sind alle während des Erdbebens zerstört worden. Während Ayesha’s Mutter, Vater und ihre Tante in dem Schutt graben, um möglicherweise persönliche Gegenstände zu retten, hofft Ayesha, dass ihr Haus eines Tages wieder aufgebaut wird und sie zurück können. Ihr Vater macht sich dagegen keine großen Hoffnungen: “Es wird Monate dauern, das Haus wieder aufzubauen. Und wir haben dafür kein Geld." Vor dem Erdbeben arbeitete die Mutter als Teppichweberin in einer Fabrik, doch diese ist nun geschlossen.

Die Eltern sind froh, dass ihre Kinder in der SOS-Nothilfe-Kita die schlimmen Erlebnisse der vergangenen Tage verarbeiten und für kurze Zeit vergessen können. Und Ayesha hofft jeden Tag, dort auch ihren Freunden wiederzubegegnen - wenn sie das Erdbeben überlebt haben.

SOS-Nothilfeprogramme sind gestartet

SOS-Kinderdorf hilft in den Nothilfecamps den Überlebenden des Erdbebens

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Zur aktuellen Lage in Nepal

Die zehn SOS-Kinderdörfer in Nepal wurden glücklicherweise von dem schweren Erdbeben verschont. Sie dienen derzeit als Basis für unzählige Nothilfemaßnahmen. SOS-Nepal plant, mindestens 20.000 Kinder (mit und ohne elterliche Begleitung) zu unterstützen. Bisher wurden drei Kitas eingerichtet (zwei in Bhaktapur und eine in Karve) - weitere elf sind geplant.

  • Infografik: so hilft SOS-Kinderdorf in Nepal Bild vergrößern

    Infografik: so hilft SOS-Kinderdorf in Nepal

    Zuflucht: Die SOS-Kinderdorf Einrichtungen bieten obdachlosen Familien ein Notquartier, Nahrungsmittel und medizinische Hilfe.
  • Schutz und psychologische Betreuung: SOS-Kinderdorf nimmt Kinder auf, die während der Katastrophe ihre Eltern verloren haben oder im Chaos von ihnen getrennt wurden. In Nothilfe-Kitas betreuen die SOS-Kinderdörfer traumatisierte Kinder.
  • Familienzusammenführung: Die SOS-Kinderdörfer tun alles, um unbegleitete Kinder wieder mit ihren Familien zu vereinen.
  • Langfristig werden die SOS-Kinderdörfer in Nepal arme Familien beim Wiederaufbau ihrer Existenz begleiten.
  • In Sindhupal Chowk werden drei Sozialzentren errichtet, die Unterstützung für 1.000 Familien bieten.
  • Derzeit wird eine Bedarfsanalyse für die Errichtung von Häusern für die Erdbebenopfer durchgeführt.

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