06. 04. 2016Quelle: Christian Fürst, KD Berlin, und BSR

Ein schöner Montagmorgen

Toller Auftakt fürs Arbeitsleben

Toller Auftakt fürs Arbeitsleben: Die 17 neuen BSR-Kollegen bei der Vertragsübergabe mit Jutta Cordt (Geschäftsführerin der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit), Kirsten Spiewack (Leiterin KD Berlin), Sabine Smentek (Bezirksstadträtin für Jugend, Schule, Sport und Facility Management), Dilek Kolat (Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen) und MartinUrban (BSR-Personalvorstand) (v.l.n.r.)

Die Freude bei den Gastrednerinnen und  dem BSR-Personalvorstand Martin Urban war groß, als Anfang April 17 junge Männer ihre Arbeitsverträge bei der Berliner Stadtreinigung (BSR) erhielten. Bereits zum dritten Mal in Folge wurde das gemeinsame Projekt „SISA – sicher abfahren, sauber ankommen“ mit Erfolg abgeschlossen. Im Beisein von Arbeitssenatorin Dilek Kolat, Jugendstadträtin Sabine Smentek, der Geschäftsführerin der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, Jutta Cordt, und Kirsten Spiewack, Leiterin des KD Berlin, überreichte Martin Urban den neuen Kollegen ihre Arbeitsverträge und begrüßte sie herzlich im Unternehmen.

Stolz: Müslüm mit seinem Arbeitsvertrag Bild vergrößern

Stolz: Müslüm mit seinem Arbeitsvertrag

Müslüm überzeugt durch Einsatz und Freundlichkeit

Einer von den Glücklichen ist Müslüm. Als Zwölfjähriger kam er 2008 mit seinen Eltern und fünf Geschwistern aus der Türkei nach Berlin. Hier musste er sofort in der Schule durchstarten und gleichzeitig Deutsch lernen. Das war für ihn zunächst sehr schwer, weil die Familie zuhause immer noch Türkisch sprach. Wiederholt versuchte er an Oberstufenzentren die Berufsbildungsreife zu erlangen, schaffte aber nur ein Abgangszeugnis 2014. In der aktivierenden Berufsorientierung beim KD Berlin arbeitete Müslüm in einer Malerwerkstatt, um berufliche Kenntnisse zu erlangen und absolvierte ein kurzes Praktikum im Verkauf, um sich damit für das fünfmonatige Projekt mit der BSR zu qualifizieren. Bei Berlins größtem Entsorgungsunternehmen lernte er dann die Arbeit als Straßen- und Grünflächenreiniger kennen. Durch sein Engagement und seine freundliche Art schaffte er es, die Kollegen sowie Vorgesetzten zu überzeugen und erhielt – wie 16 seiner Mitstreiter – das Angebot, einen Arbeitsvertrag zu unterzeichnen. Parallel dazu durfte er im Rahmen des Projektes den Führerschein Klasse B machen. Mit sehr viel Übung und etwas Unterstützung schaffte er auf Anhieb die Theorieprüfung und ist derzeit dabei, auch in der Fahrpraxis zu bestehen. „Ich bin so glücklich, dass ich jetzt richtig Geld verdiene und meine Familie unterstützen kann“, sagte Müslüm als er seinen unterzeichneten Arbeitsvertrag endlich in den Händen hielt.

Somit ist das Ziel des Projektes, an dem neben dem KD Berlin die Jugendberufshilfeträger Zukunftsbau und nwik beteiligt sind, auch im dritten Durchgang erreicht: die betriebliche Integration junger Menschen mit Förderbedarf, die ohne Unterstützung nur geringe Chancen hätten, einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz zu finden. Für zwölf junge Männer, die zukünftig als Müllwerker ihren Dienst tun werden, und fünf frischgebackene Straßen- und Grünflächenreiniger eine tolle Chance und ein perfekter Wochenbeginn!

Zitate aus der Pressemeldung der BSR:

  • BSR-Personalvorstand Martin Urban sagte anlässlich der Neueinstellungen: „Seit drei Jahren stellen wir unter Beweis, dass dieses Konzept von SOS-Kinderdorf und BSR gut funktioniert. Drei Viertel aller Teilnehmer bekommen von uns einen Arbeitsvertrag.“
  • Arbeitssenatorin Dilek Kolat begrüßte das Engagement der Stadtreinigung: „Die BSR nimmt ihre gesellschaftliche Verantwortung war, auch jungen Erwachsenen mit schwierigen Startbedingungen eine Chance für eine Beschäftigung zu geben. Manche jungen Menschen brauchen eben eine zweite oder dritte Chance, weil sie es schwerer als andere haben, ihren Weg zu finden. Ich wünsche den frisch gebackenen jungen BSR-Kollegen einen guten Start und wünsche mir, dass dieses Engagement auch bei anderen Unternehmen Nachahmung findet.“
  • Kirsten Spiewack, Leiterin des SOS Kinderdorfs Berlin: „Ich bedanke mich für die eng vernetzte Zusammenarbeit mit der BSR, dem JobCenter und dem Jugendamt. Mit SISA haben die jungen Erwachsenen aus Mitte eine aussichtsreiche Chance, einen gut bezahlten sicheren Arbeitsplatz zu bekommen. Wir brauchen diese jungen Menschen in unserer Gesellschaft und deshalb ist zu überlegen, wie wir SISA langfristig etablieren können.“
  • Jutta Cordt, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit (BA): „Schulschwächere Jugendliche benötigen teilweise besondere Unterstützung, um den Übergang in das Berufsleben erfolgreich zu meistern. Im Kooperationsprojekt „SISA“ arbeiten BSR und das Jobcenter Berlin Mitte Hand in Hand und meistern damit diese Herausforderungen gemeinsam. So übernimmt das Jobcenter die Vorauswahl der jungen Erwachsenen für die BSR, bereitet sie auf ihre neue Aufgabe vor und fördert die betriebliche Erprobung in der BSR. Junge motivierte Menschen erhalten durch dieses Engagement eine echte Zukunftsperspektive.“
  • Mittes Jugendstadträtin Sabine Smentek sagte: „Alle, die SISA erfolgreich absolviert haben, haben sich im Rahmen des Projektes – trotz schwerer persönlicher Startbedingungen – eine berufliche Perspektive erarbeitet. Sie wirken damit für andere junge Menschen im Bezirk als Vorbild.“