Die schlimmste Dürre seit 30 Jahren

SOS-Kinderdorfmutter mit Baby in Äthiopien

Im SOS-Kinderdorf Morudile

Äthiopien leidet. Das Land am Horn von Afrika kämpft mit akutem Wassermangel

Das Land am Horn von Afrika erlebt die schlimmste Dürre seit mehr als 30 Jahren. Mehr als 10 Millionen Menschen sind auf Lebensmittelhilfen angewiesen - zusätzlich zu den 7,9 Millionen, die durch ein Regierungsprogramm versorgt werden. Bereits jetzt sind 400.000 Kinder unter fünf Jahren aufgrund der Dürrekatastrophe unterernährt. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass in ganz Ost- und Südafrika rund eine Million Kinder nicht genug zu essen haben.

In Äthiopien selbst erfasst die Dürre diesmal weitaus größere Gebiete als in der Vergangenheit. Sie reicht von den Halbwüsten in den Regionen Afar und Somali bis in die fruchtbaren Gebiete von Oromia. 5,8 Millionen Menschen in Äthiopien benötigen eine Notfallversorgung mit Wasser. Allerdings besteht Hoffnung, dass die Auswirkungen besser bewältigt werden können als in der Vergangenheit: Dank moderner Informationssysteme wurde die Situation frühzeitig als dramatisch eingeschätzt.
Nach Angaben der äthiopischen Regierung und von Hilfsorganisationen werden mehr als 1,2 Milliarden Euro benötigt, um die aktuelle Krise zu bewältigen. Bislang konnte erst die Hälfte dieser Summe aufgebracht werden.

Trockenheit: Kinderdorfmütter kämpfen für ihre Familien

Dürre in Äthiopien: Die Kinder sind oft die Leidtragenden Bild vergrößern

Dürre in Äthiopien: Die Kinder sind oft die Leidtragenden

Am schlimmsten von der Dürre betroffen ist einem Bericht der äthiopischen Regierung zufolge die Region Ost-Hararghe. Abgelegene Dörfer leiden stärker als die Menschen in den Städten. Aber die Krise beschränkt sich nicht auf die ländlichen Regionen. Missernten und schwindende Vorräte lassen während der Dürreperiode überall im Land die Kosten für Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Lebens steigen. Dazu kommt, dass immer mehr in Not geratene Familien die Dürregebiete auf der Suche nach Hilfe, Wasser und Nahrung verlassen.

Äthiopienhilfe ist wichtig: Viele Kinder gehen nicht mehr zur Schule

Die Schulausfallquote der Kinder steigt an, weil viele Kinder dabei helfen müssen, die Familie mit Lebensmitteln und Wasser zu versorgen. Die Wege zur nächsten Wasserquelle werden immer länger. Lehrer berichten, dass Fehlzeiten von bis zu drei Tagen pro Woche nicht ungewöhnlich sind.
Auch SOS-Kinderdorfmütter haben aufgrund der Trockenheit mit den steigenden Preisen zu kämpfen, vor allem bei  Nahrungsmitteln. Auch die Begünstigten von Familienförderprogrammen und die Empfänger familienorientierter Hilfe leiden unter der Dürrekrise. In der Region um Hararghe möchte SOS-Kinderdorf 13.000 Menschen unterstützen, vor allem an den Standorten der Einrichtungen und Programme.

Immer mehr Hilfesuchende erwartet

Ein Ende der schwierigen Lage und der unkontrollierten Wanderung von Menschen ist nicht absehbar. Die Situation könnte sich weiter verschlechtern, wenn immer mehr Äthiopier auf der Suche nach Nahrung in die Städte drängen. Weil die Menschen in Äthiopien wissen, dass sich SOS-Kinderdorf zuverlässig und seit Jahrzehnten um Kinder und deren Familien kümmert, werden viele Familien in den SOS-Kinderdörfern Hilfe suchen. So leben beispielsweise die SOS-Kinderdorffamilien in Harar nur 70 Kilometer vom besonders dramatisch betroffenen Dürregebiet entfernt.

Um die aktuelle Krise zu bewältigen und eine nationale Hungerkatastrophe abzuwenden, ist SOS-Kinderdorf Äthiopien auf zwei Ebenen aktiv: Die Organisation beteiligt sich auf nationaler Ebene an Programmen und Aktionen, zusammen mit der Regierung und anderen Hilfsorganisationen. Und natürlich kümmert sich SOS vor Ort um betroffene Menschen. Dabei kommt SOS-Kinderdorf Äthiopien zugute, dass die Organisation seit Jahrzehnten im Land aktiv ist und sich stets um nachhaltige Hilfe bemüht.

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