Dürre in Afrika

Die Kinder in Afrika brauchen Ihre Hilfe

SOS-Kinderdorf hilft seit vielen Jahrzehnten in Afrika und wappnet sich für die drohende Hungersnot.

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SOS-Kinderdorf hilft in Afrika

Millionen Menschen von Dürre bedroht - besonders die Kinder leiden

In vielen Ländern Afrikas herrscht die größte Dürrekatastrophe seit langem. In einigen Regionen gab es bereits seit zwei Jahren kaum Niederschlag. Sintflutartige Regenfälle, vereinzelt im April und Mai aufgetreten, haben die Lage der Menschen nicht nachhaltig verbessert, sondern zusätzliche Probleme geschaffen. Ursache der extremen Wetterlagen ist das Klimaphänomen El Niño, das im vergangenen Jahr so heftig ausfiel wie nie. Ernten verdorren, Vieh verdurstet, viele Menschen verlassen ihre Dörfer auf der Suche nach Wasser und Nahrung. Die Vereinten Nationen schätzen, dass infolge der Dürre in den nächsten Monaten fast 50 Millionen Menschen in 27 afrikanischen Ländern von Hunger und Wassermangel bedroht sein werden. Auch die SOS-Familien in den östlichen und südlichen afrikanischen Regionen sind von den Auswirkungen des fehlenden Niederschlags betroffen, z.B. von den extrem gestiegenen Lebensmittelpreisen.

Im Interview: SOS-Mitarbeiter berichten von der kritischen Lage vor Ort

Notstand in Malawi

Im Interview: Ian Mashingaidze, Leiter für Entwicklungsprogramme in Ost- und Südafrika

Was wird am dringendsten für die medizinische Versorgung von Kindern und Müttern benötigt?

Am dringendsten brauchen wir kindgerechte Nahrungsmittel, um Wachstumsverzögerungen und Mangelernährung zu vermeiden. Das Programm richtet sich insbesondere an schwangere und stillende Frauen, die zu den größten Risikogruppen zählen.

Das Nothilfeprogramm in Malawi wurde letztes Jahr in den zentral und südlich gelegenen Regionen des Landes gestartet. Wie ist der aktuelle Stand der Dinge?

In 2016 rief die Regierung den Notstand aus. Etwa 2,8 Mio. Menschen in Malawi drohte eine akute Hungerkrise. Malawi war eines der am schlimmsten betroffenen Länder des südlichen Afrikas. SOS-Kinderdorf Malawi hat 520.000 Euro zur Unterstützung der Gemeinden in Blantyre, Lilongwe, Mzuzu und Ngabu zur Verfügung gestellt - das ist fast die Hälfte des Gesamtbudgets. Aktuell verteilen wir Lebensmittel an etwa 13.080 Kinder und Familien.

Somalia: Das medizinische Zentrum kämpft mit einer Vielzahl an kranken und unterernährten Kindern

Im Interview: Mohammed Ahmed, Geschäftsführer SOS-Kinderdorf Somalia

Wie sehr sind die SOS-Kinderdörfer von der Dürre betroffen?
Die Dürre hat große Auswirkungen auf unsere SOS-Programme in Somalia: Besonders in Baidoa, denn die gesamte Baidoa Bay Region ist extrem betroffen .

Viele Kinder sind mangelernährt und brauchen Hilfe Bild vergrößern

Viele Kinder sind mangelernährt und brauchen Hilfe

Das medizinische Zentrum des SOS-Kinderdorfs kämpft mit einer Vielzahl an kranken und unterernährten Kindern unter fünf Jahren. Die Situation hat sich zusätzlich durch den Ausbruch einer Masernepidemie, akuten Durchfällen und dem Mangel an sauberem Trinkwasser in der Stadt verschärft. Uns wurde von einem gehäuften Auftreten von Hautausschlägen und ansteckenden Krankheiten berichtet. Unser Personal ist durch die gestiegenen Patientenzahlen momentan stark überlastet.
Viele der Familien, die in unserem Familienstärkungsprogramm betreut werden, sehen sich aufgrund der Lebensmittel- und Trinkwasserknappheit gezwungen, in andere Gegenden zu ziehen. Auch das Vieh stirbt: der Verlust an Vieh zieht große Einkommensverluste der Familien nach sich.

Was unternimmt SOS-Kinderdorf gegen die Lebensmittel- und Wasserknappheit?
Wir haben ein Nothilfeteam zusammengestellt, um die Bedürfnisse des medizinischen Zentrums sowie der anderen SOS-Programme zu evaluieren.

SOS-Kinderdorf in Äthiopien: Nothilfeteams sind im Einsatz

Interview mit Sahlemariam Abebe, Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf Äthiopien

In einigen Teilen Äthiopiens herrschte letztes Jahr eine große Dürre. Wie ist die Lage im Moment?

Der Südosten Äthiopiens kämpft erneut mit einer großen Dürre. Etwa 5,6 Mio. Menschen benötigen dringend Nahrung, 9,2 Mio. haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. 300.000 Kinder sind mangelernährt und 2,4 Mio. Bauern und Hirten wissen nicht, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen.
Laut den Regierungsbehörden benötigt das Land für 2017 rund 948 Mio. Dollar, um geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung der Notlage ergreifen zu können.

Wie wirkt sich die Situation auf die SOS-Kinderdörfer aus?

Hilfe in großer Not: Lebensmittelpakete werden ausgeteilt Bild vergrößern

Hilfe in großer Not: Lebensmittelpakete werden ausgeteilt

Unsere SOS-Programme, besonders die in Gode und Harar, liegen in den betroffenen Regionen. Momentan bemerken wir den Wassermangel und die höheren Kosten für Lebensmittel, die unser Budget sehr belasten. Aber wir sind auch auf andere Art und Weise betroffen. In unseren Familienstärkungsprogrammen helfen wir den Familien, sich auf Krisenzeiten vorzubereiten. Die aktuelle Dürre verhindert diese Versuche. Anstatt Gelder in die Sicherung der Existenzgrundlagen zu stecken und Rücklagen zu bilden, sind die Familien gezwungen, den Alltag zu bestreiten. Die SOS-Familienstärkungsprogramme in Gode und Kelafo richten sich an Familien, die ihren Lebensunterhalt durch die Viehzucht verdienen. Aber aufgrund der Dürre ist der Großteil des Viehs gestorben.

Was unternehmen die SOS-Kinderdörfer, um die Versorgung mit Lebensmitteln und Wasser zu gewährleisten?
Wir haben in Harar und Gode ein Nothilfeprogramm gestartet, um das Hilfsprogramm der lokalen Regierungsbehörden zu unterstützen. Es werden extra Nothilfeteams eingesetzt, um sowohl die bereits existierenden Programme und Pläne in die Tat umzusetzen als auch neue zu erstellen.

Kenia: Laut Schätzungen droht 1,3 Mio. Kenianern eine Hungersnot

Im Interview: AnnMarie Ojunga, Leiterin der SOS-Familienstärkungsprogramme in Kenia

Wie sehr ist Kenia von der Dürre betroffen?

Seit Mitte Januar sind nach und nach 23 Bezirke von der Dürre getroffen worden. Angesichts der großen Zahl (23 von 47 Bezirken in Kenia) an Menschen und der rasanten Verschlechterung der Lage, rief Präsident Uhuru Kenyatta in diesen 23 Bezirken am 10. Februar den landesweiten Notstand aus. Er bat lokale und internationale Partner um Hilfe. Laut Schätzungen droht 1,3 Mio. Kenianern eine Hungersnot.

Hat die Situation Auswirkungen auf die SOS-Kinderdörfer?

Drei der Gemeinden, in denen wir aktiv sind, liegen in der Region Marsabit – Manyatta Ginda, Hula Hula und Mlima Mitatu. Generell sind alle Menschen  in dieser Region betroffen, besonders Frauen und Kinder. In der Region Marsabit gibt es keinen Fluss und die bestehenden Wasserquellen sind von Menschen gebaute Dämme, Brunnen und Bohrlöcher, die während der Trockenzeit austrocknen.

Durch die Dürre sterben viele Tiere, welche die Hauptnahrungsquelle darstellen und das Wasser wird knapp. Wasser per Lastwagen bringen zu lassen, ist teuer. Steigende Kosten für Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs stellen ein weiteres Problem dar: die Familien sind in der Regel groß – mit sechs oder acht Kindern – und müssen von weniger als einem Dollar pro Tag leben.

Was wird dagegen unternommen?

Die Regierung und lokale Organisationen stellen den Menschen Wasser zur Verfügung und kaufen ihnen Schlachtvieh ab, bevor die Tiere verhungern.  SOS-Kinderdorf ist in Verhandlungen mit in Marsabit ansässigen NGOs über eine mögliche Zusammenarbeit. Wir haben außerdem die Regierungsbehörden kontaktiert, um sicherzustellen, dass die Schulen und umliegenden Dörfer ausreichend Wasser erhalten.

 

Nach  monatelanger Trockenheit  in 2016 durchlebt Äthiopien aktuell eine schwere Hungersnot. In der Region Ost Hararghe ist die Dürre besonders schlimm. Obwohl die Vegetation überall grün ist, führten der Mangel an Saatgut und der ausbleibende Regen vielerorts zu  Missernten. Die Menschen der Region nennen es „den grünen Hunger“.

SOS-Kinderdorf: seit Jahrzehnten ein verlässlicher Partner in Afrika

SOS-Kinderdorf setzt auf langfristige Projekte, um den Kindern und Familien vor Ort nachhaltig zu helfen – und leistet im Bedarfsfall wie auch aktuell durch das bestehende Netzwerk Nothilfe.

In Äthiopien ist SOS-Kinderdorf als Reaktion auf die damalige verheerende Dürre beispielsweise seit 1974 aktiv.  Mittlerweile ist SOS-Kinderdorf an sieben Standorten in ganz Äthiopien tätig – mit vielfältigen Ansätzen.

Diese langfristige Arbeit ist nur mit nachhaltiger Hilfe möglich. Gerade aktuell ist aufgrund der gestiegenen Lebensmittelpreise und um Nothilfe-Maßnahmen zu finanzieren der Bedarf an Unterstützung sehr hoch!
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