Das SOS-Mütterzentrum Salzgitter – ein Ort an dem jeder Zuhause ist

Ein Mädchen und ein Junge im Mütterzentrum Salzgitter

Nicht nur ihre Mutter hat in Salzgitter Hilfe gefunden - auch für Sophie ist immer jemand da!

Vom Schreikind zum Wonneproppen: Sophie macht wichtige Entwicklungsschritte

"Opa Dieter": Sophie schreit fröhlich auf, als sie Wahl-Opa Dieter im Besuchercafé entdeckt. Die 6-Jährige nimmt Anlauf und springt dem Rentner in die Arme. Seit er verwitwet ist, verbringt er den Großteil seiner Zeit im Familienzentrum und hilft überall mit, wo Not am Mann ist. Ehrenamtlich.
So war vor sechs Jahren "Opa Dieter" der Einzige, der Schreikind Sophie beruhigen konnte, als sie mit sieben Tagen das erste Mal mit ihrer Mutter in das SOS-Mütterzentrum kam. Er war genauso da, als sie ihre ersten Schritte gemacht hat und fiebert jetzt mit, wenn Sophie in die Schule kommt.

Jeder kann seine Kompetenzen einbringen

Das SOS-Mütterzentrum sieht sich mehr als „Großfamilie“ denn als pädagogische Einrichtung. Hier ist man füreinander da, nimmt sich an, wie man ist, glaubt an die Stärken des Einzelnen und zeigt ihm, dass er ein wichtiger Teil der Gemeinschaft ist.
In einer Stadt, wie Salzgitter, in der jedes 5. Kind unterhalb der Armutsgrenze lebt, ist das eine Erfahrung, die die Kinder zu Hause oft nicht machen. Denn neben der materiellen Armut, in der die Kinder auswachsen, erleben sie Zuhause häufig auch eine emotionale Armut und ein belastetes Umfeld. Für die Kinder heißt das am Ende häufig: geringes Selbstwertgefühl, schlechte Bildungschancen, soziale Isolation, kaum Zukunftsperspektiven.

Jedes 5. Kind lebt in Salzgitter unter der Armutsgrenze

Nicht nur für die Kinder, sondern auch für ihre Eltern ist es hier oft das erste Mal, dass sie sich wertgeschätzt fühlen. Genauso ging es auch Melanie, Sophies Mutter. Sie selbst bekam von ihren Eltern nie Unterstützung, hatte eine abgebrochene Ausbildung, ihre zwei anderen Kinder lebten beim Vater, sie selbst von Harz IV. Im SOS-Mütterzentrum fand sie ein Zuhause. Hier hatte immer jemand ein offenes Ohr für sie, als sie ihre Ausbildung nicht schaffte; hier bekam sie Unterstützung, als Tochter Sophie sich ankündigte, die Beziehung zu dem Vater in die Brüche ging und sie eine neue Wohnung brauchte; und hier hat ihr immer jemand Mut gemacht, als sie ihre zwei anderen Kinder wieder zu sich geholt hat und sich nun um drei Kinder alleine kümmern musste.

Wertschätzung und Unterstützung

Mittlerweile engagiert sich Melanie regelmäßig ehrenamtlich im Café des SOS- Mütterzentrums. Für sie verbindet das SOS-Mütterzentrum Arbeit und Privatleben ideal. Denn während sie arbeitet oder eines der Unterstützungsangebote des Zentrums nutzt, treffen ihre Kinder hier Freunde, nehmen an Freizeitangeboten wie Ballett, Ferienprogramm oder Hausaufgabenbegleitung teil und haben immer jemanden, der sich gerne um sie kümmert. Und so hat auch Sophie sich vom Schreikind zum selbstbewussten Wonneproppen entwickelt, dem man nicht anmerkt, dass sie eigentlich schwierige Startbedingungen hatte.