14. 02. 2017

Bundestagsabgeordneter besucht SOS-Kinderdorf Worpswede

Bundestagsabgeordneter Andreas Mattfeldt im SOS-Kinderdorf Worpswede

Aktueller Themenaustausch mit Bundestagsabgeordnetem Andreas Mattfeldt

Einen gelungenen Themenaustausch und viele Denkanstöße in offener Atmosphäre - das ist das Fazit des Besuchs vom Bundestagsabgeordneten der CDU für Verden und Osterholz Andreas Mattfeldt im SOS-Kinderdorf Worpswede. Das Treffen mit Einrichtungsleiter Joachim Schuch und seinen Bereichsleitern Niels Meyring, Dr. Uwe Harttgen und Annika Ziemann stand hauptsächlich im Zeichen der aktuellen Situation der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in der Region.

Mattfeldt bedankte sich zunächst für das große Engagement seitens der Einrichtung, die in 2015/16 einen Großteil der geflüchteten Jugendlichen im Landkreis Osterholz aufgenommen hat. Das SOS-Kinderdorf Worpswede hat es geschafft, in kürzester Zeit Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu schulen und auf die neue Situation einzustellen. Es wurden nicht nur Räumlichkeiten für über 30 Jugendliche geschaffen, Kenntnisse im Asylrecht vermittelt und Sprachbarrieren abgebaut, sondern auch Hilfe bei der Verarbeitung der traumatischen Erlebnisse und Unterstützung hinsichtlich der Integration geleistet. Dabei betonte Joachim Schuch die gute Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Osterholz, die sich durch schnelle und verlässliche Absprachen auszeichnete und dadurch eine reibungslose Versorgung sicherstellte. Auch die Gemeinde hat durchweg positiv auf die neuen Bewohner reagiert, die sich ihrerseits bis heute engagiert integrieren.

Ein großes Anliegen des SOS-Teams liegt nun auf der fortwährenden Unterstützung der geflüchteten Jugendlichen, die mit Erreichen des 18. Lebensjahres aus dem SGB VIII fallen und somit keine Unterstützung mehr vom Jugendamt erhalten. „Es darf nicht passieren, dass die Jugendlichen aufgebaut, gefördert und integriert werden und mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres auf einmal ins Nichts fallen und jegliche Form von Unterstützung wegbricht. Wir sehen uns hier in der Verantwortung nicht einfach aufzuhören, sondern gemeinsam an Perspektiven zu arbeiten“, erklärt Joachim Schuch. Diese Bedenken wurden mit Andreas Mattfeldt besprochen und die Bitte nach Implementierung eines Programms, das Jugendliche ab 18 Jahren auffängt und Betriebe begleitet, die Praktika und Ausbildungsplätze anbieten, wurden diskutiert. Laut Andreas Mattfeldt hat der Bund inzwischen alle Vorkehrungen getroffen, damit die Jugendlichen schnell und möglichst unbürokratisch an Ausbildungsplätze gelangen können. Sobald ein Ausbildungsverhältnis besteht, wird das Asylrecht ausgesetzt und zunächst in eine Duldung bis zum Ende der Ausbildung umgewandelt. Im Anschluss und je nach Perspektive und Übernahme kann diese verlängert werden. Andreas Mattfeldt nahm das Gespräch zum Anlass, die Themen mit den zuständigen Behörden und der Wirtschaft in der Region aufzugreifen.

Weitere Themen, wie die SGB VIII Reform, die aktuelle Situation der Einrichtung und die Änderungen im Elternverhalten im Hinblick auf die Arbeit in den Beratungsstellen, fanden ebenfalls Platz im regen Austausch zwischen SOS-Mitarbeitern und Andreas Mattfeldt. Auch für die Zukunft wurde ein enger Austausch vereinbart.