20. 07. 2016

Drei Tonnen Briefmarken für SOS-Kinderdorf

Briefmarkensammler Peter W. Jung

Seit über zehn Jahren sammelt Peter W. Jung Briefmarken für SOS-Kinderdorf.

Mal kommt bei Peter W. Jung ein dünner Briefumschlag an, mal eine ganze Kiste voll: Seit über zehn Jahren sammelt der 69-jährige Briefmarken für einen guten Zweck - jetzt hat er die Drei-Tonnen-Marke geknackt. Das Interesse an den bunten Marken auf Briefumschlägen und Postkarten begann bei dem Rentner aus Sebaldsbrück als Achtjähriger. „Briefmarken sind gut für die Allgemeinbildung, denn jede erzählt eine eigene Geschichte“ erzählt Peter W. Jung. Das anfängliche Interesse wurde zum Hobby und so sammelte er jahrzehntelang Marken aus der ganzen Welt. 1994 wurde er auf Kurt Wischnewski aufmerksam, den „Bremer Briefmarkenonkel“, der für SOS-Kinderdorf sammelte und zum Spenden von Briefmarken aufrief. Peter W. Jung und Kurt Wischnewski verstanden sich auf Anhieb und sammelten nun gemeinsam für den guten Zweck. 2003 übernahm Jung dann die Nachfolge und ist nun selbst über 10 Jahre „Briefmarkenonkel“ für SOS-Kinderdorf.

Die Päckchen kommen aus allen Bundesländern

Karin Mummenthey dankt Peter Jung für sein Engagement. Bild vergrößern

Bravo: SOS-Einrichtungsleiterin Karin Mummenthey dankte Peter Jung für sein Engagement.

Dass der junggebliebene Rentner Spaß an seiner selbstgewählten Aufgabe hat, merkt man sofort. Jungs Augen strahlen, wenn er von den vielen kleinen Geschichten erzählt, die er durch das Sammeln der Briefmarken erlebt hat. „Eine 90jährige Dame hat mir aus dem Altersheim drei Briefmarken geschickt, weil auch sie helfen wollte“ erzählt Jung sichtlich bewegt. Oft bekommt er auch Säckeweise Briefmarken, von Menschen, die diese sortieren wollten, wenn sie in Rente gehen, dann aber doch andere Interessen haben. Neben vielen Privatpersonen unterstützen Jung mittlerweile 128 Unternehmen, Kindergärten, Schulen und Ärzte alleine in Bremen. Durch sein jahrelanges Engagement ist er aber längst über die Bremer Grenzen hinaus bekannt: mittlerweile erhält er nicht nur Briefmarken aus allen anderen Bundesländern, sondern auch aus Österreich, Luxemburg und der Schweiz.

20.000 Euro gespendet!

Aufgrund der großen Resonanz freut sich Peter W. Jung sehr über die Unterstützung durch seine drei „Schnibbeldamen“, wie er seine fleißigen Helferinnen liebevoll nennt. Die Frauen haben ihr Engagement freiwillig angeboten und tragen so ebenso zur guten Sache bei. Die erhaltenen Marken werden fein säuberlich ausgeschnitten, verpackt und an die SOS-Kinderdorf Geschäftsstelle nach München verschickt. Von dort werden die Marken an Sammler verkauft, die Erlöse erhält der Verein, der sich seit fast 60 Jahren für Kinder und Familien engagiert. „Wenn ich dadurch nur einem Kind helfe, ein Dach über dem Kopf oder eine Ausbildung zu bekommen, bin ich zufrieden“ betont Peter W. Jung. Ein Engagement, das sich wirklich lohnt: In den vergangenen Jahren hat Peter W. Jung fast 20.000 Euro gespendet.

Nach dem Drei-Tonnen-Rekord ist für ihn noch lange nicht Schluß: Alleine in den vergangenen Tagen sind schon wieder 45 Kilogramm neue Marken eingetroffen.

Briefmarkenspenden können im SOS-Kinderdorf-Zentrum in der Friedrich-Ebert-Straße 101 oder direkt bei Peter W. Jung, Grüne Linde 1, 28309 Bremen, Telefon 0421-411084 abgegeben werden.