29. 06. 2012Quelle: Nicole Bethke, SOS-BAZ Berlin

Eine Bowling-Meisterin im BAZ Berlin

Bowling-Meisterin beim bowlen

Wenn Juliana vom Bowling spricht, leuchten ihre Augen. Pins und Bälle begeistern sie, seit sie sieben Jahre alt ist. Und ihr Durchhaltevermögen und ihre Spielfreude zahlten sich aus: Nach Berliner Meistertiteln im Einzel-, Doppel- und Teamwettkampf wurde Juliana in Hamburg Deutsche Junioren-Meisterin im Doppel.

"Das Beste, was mir je passiert ist"

Und genau in diesem Jahr änderte sich auch beruflich ihr Leben; sie startete neu durch. Im September 2011 begann sie im BAZ Berlin eine dreijährige Ausbildung zur Bürokauffrau. Das Modellprojekt „Mitte in Ausbildung (MiA)“ vom Jobcenter Berlin Mitte und vom Jugendamt Mitte war genau auf junge Menschen wie sie zugeschnitten. Es ermöglichte ihr, auch ohne Schulabschluss den ersten Schritt ins Berufsleben zu wagen. Dabei teilen sich das Jobcenter und das Jugendamt die Kosten für die Ausbildung bei einem Ausbildungsträger wie dem BAZ Berlin. Das Jugendamt finanziert die zusätzlich notwendige pädagogische Begleitung der jungen Menschen unter 21 Jahren, die schon einiges in ihrem Leben bewältigen mussten. Juliana bestätigt: „Das Projekt ist das beste, was mir passiert ist.“

Ein Praktikum im Steuerbüro

Nun ist die Auszubildende 22 Jahre alt und nicht nur im Bowling erfolgreich. Ihr erstes Lehrjahr verlief vollkommen unproblematisch und machte ihr viel Spaß, wie sie sagt. Juliana bemerkte schnell, dass ihr der Umgang mit Zahlen sehr gut liegt. Dachte sie vorher immer, das wäre ein Buch mit sieben Siegeln, änderte sich ihre Einstellung mit Beginn der Ausbildung. Rechnungswesen wurde zu ihrem Steckenpferd, das sie seit März 2012 auch in ihrem Praktikumsbetrieb, dem Steuerbüro Hecke, praktisch erproben kann. Eine Bilanzbuchhalterin unterstützt sie dort als Mentorin, so dass sie bei Fragen immer eine direkte Ansprechpartnerin hat. Der Einstieg in die 15-köpfige Steuerfirma fiel Juliana nicht schwer; sie würde ihre Ausbildung gerne dort fortsetzen. Und die Chancen dafür stehen sehr gut – Ende des Jahres entscheidet sich, ob sie als Auszubildende übernommen wird.

Julia will in die Nationalmannschaft!

Auch im Bowling hat Juliana Träume, die sie sich verwirklichen möchte. Derzeit spielt sie in der Landesliga, aber ihr Ziel ist eindeutig die deutsche Nationalmannschaft. Um jedoch in den nationalen Kader zu kommen, müssen auf eigene Kosten viele Turniere erfolgreich bestritten werden. Ein Sponsor unterstützt sie bereits mit Bällen und Pins, die Reisekosten zu den Wettkämpfen sind jedoch noch aus eigener Tasche zu bezahlen. Aber Julianas Ehrgeiz ist groß. Und dieser hilft ihr auch in ihrer Ausbildung; genauso wie ihre Konzentrationsfähigkeit, die sie sich in ihrem Lieblingssport angeeignet hat. „Was mir am Bowling gefällt? Es ist ein präziser Sport, der sich immer verändert. Die Bewegung muss einfach stimmen.“ Ob Team- oder Einzelwettbewerbe, beides gefällt ihr gut. Mittlerweile spielt sie in zwei festen Vereinen und hat seit zehn Jahren den gleichen Trainer; auch ein konstantes Umfeld gehört dazu und fördert den Erfolg.

Doch dass Bowling für sie nicht nur Leistungssport ist, sondern manchmal auch einfach nur gesellige Unterhaltung, möchte sie ihren Kolleginnen und Kollegen im Steuerbüro bei der nächsten Quartalsfeier zeigen. Julianas Vorschlag, einfach mal Bowlen zu gehen, wurde von ihrem Team begeistert aufgegriffen…