Botschaft für Kinder

Außenansicht der Botschaft für Kinder

Kindern eine Stimme geben

SOS-Kinderdorf setzt sich seit mehr als 60 Jahren dafür ein, Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenslagen zu schützen, zu fördern, zu beteiligen – und ihre Rechte zu wahren. Die 2017 eröffnete Botschaft für Kinder in Berlin stellt hierfür eine neue politische Plattform: Sie ist ein einzigartiger Ort, an dem Kinder und Jugendliche, Politiker, soziale Organisationen und die Zivilgesellschaft auf Augenhöhe miteinander ins Gespräch kommen, sich austauschen und diskutieren können – um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, die die Lage der jungen Menschen verbessern.

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Das sechsgeschossige Gebäude in der Lehrter Straße in Berlin-Moabit stellt mit seinem Angebot an Tagungsräumen und Veranstaltungen ein wichtiges fachliches und politisches Forum dar. Mit der Botschaft für Kinder leistet SOS-Kinderdorf einen wichtigen Beitrag dazu, dass sich zukünftige politische Entscheidungen an den Interessen und Bedürfnissen der jungen Generation ausrichten.

Die Botschaft fungiert jedoch nicht nur auf ideeller Ebene als eine Plattform für Kinder und ihre Rechte, sondern unterstützt junge Menschen mit Förderbedarf ganz konkret  bei der beruflichen Orientierung und Qualifizierung. Ein eigens eingerichtetes Infozentrum im Erdgeschoss steht allen Interessierten offen – Besucher können hier die Arbeit von SOS-Kinderdorf in Berlin, Deutschland und der Welt  interaktiv kennenlernen und seine Vielfalt entdecken.

Ein Haus mit vielen Facetten

Gerechte Chancen für alle

Botschafter in eigener Sache

Die 2017 eröffnete Botschaft für Kinder in Berlin ist ein einzigartiger Ort, an dem Kinder und Jugendliche, Politiker, soziale Organisationen und die Zivilgesellschaft offen über die verbesserungswürdigen Bedingungen von jungen Menschen in schwierigen Lebenslagen diskutieren und gemeinsam Lösungen erarbeiten werden, die die Lage der Kinder und Jugendlichen verbessern.

Ein deutliches Signal setzen

Die Etablierung der Botschaft ist für SOS-Kinderdorf ein weiterer Ausdruck seiner grundlegenden Werte und Überzeugungen – und setzt damit nicht zuletzt ein deutliches politisches Signal: Kinder und Jugendliche entwickeln hier eine starke Stimme und können so ihre Anliegen direkt in die politische Diskussion miteinbringen. Sie sind Botschafter in eigener Sache und bekommen die Aufmerksamkeit, die sie verdienen.

Inklusion und Integration

Ein Ort voller Chancen

SOS-Kinderdorf fördert seit Jahren Menschen mit geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen, um ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Das der Botschaft für Kinder angeschlossene Hotel Rossi ist ein Inklusionsbetrieb, der genau diese Chance bietet: über die Hälfte der 40 Arbeitsplätze im Restaurant, Hotel und Veranstaltungsbereich werden durch Menschen mit Behinderung besetzt.  Durch die Vielfalt der Arbeitsfelder können sie hier einer Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nachgehen, die ihrern Interessen und Möglichkeiten entspricht.

Ein Ort der Begegnungen 

Die Botschaft für Kinder ist in erster Linie ein Ort des Dialogs und der Begegnungen sowie ein gesellschaftliches und politisches Forum: Dafür bietet sie Tagungsräume für bis zu 250 Teilnehmer, die von Unternehmen, sozialen Verbänden, Stiftungen, Parteien und Vereinen genutzt werden können sowie ein Hotel mit 28 Zimmern. Wer im Hotel Rossi übernachtet oder das dazugehörige Restaurant mit über 80 Sitzplätzen im Innen- und Außenbereich besucht, unterstützt die Arbeit der dort angestellten Menschen mit Behinderung. Diese erhalten hier dort die Möglichkeit, einer erfüllenden Tätigkeit in Voll- und Teilzeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nachzugehen.

 

Bildung und Ausbildung

Junge Menschen fit für die Zukunft machen

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen in Deutschland ist hoch. Kinderarmut ist ein großes Problem in der Bundesrepublik – denn die Herkunft entscheidet hierzulande noch immer über die Zukunftsperspektive. Kinder und Jugendliche aus armen Verhältnissen haben es schwer, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und werden nicht ausreichend dabei unterstützt, ihre Möglichkeiten zu erkennen und zu ergreifen. Bis jeder junge Mensch gerechte Chancen für ein gelingendes Aufwachsen erhält, ist es noch ein weiter Weg – den SOS-Kinderdorf mitgestalten will.

Das SOS-Kinderdorf Berlin unterstützt seit 1996 Jugendliche mit Förderbedarf sowie Alleinerziehende und junge Mütter in der Berufsausbildung und -qualifizierung. Durch diese Maßnahmen konnten bereits über 1.500 junge Menschen erfolgreich ausgebildet und qualifiziert werden. Diese Arbeit wird nun in der Botschaft für Kinder fortgeführt

Hoffnung und Perspektive bieten

Junge Menschen mit Förderbedarf erhalten hier Anerkennung, übernehmen Verantwortung und beweisen, wie wichtig ihnen diese Chance auf eine berufliche Zukunft ist. Um sie für den Arbeitsmarkt fit zu machen, stehen ihnen unsere Sozialpädagogen, Lehrkräfte und Ausbilder zur Seite, die ihnen auch bei der Praktikumssuche sowie im Bewerbungsprozess helfen. Ohne zusätzliche Unterstützung hätten sie aufgrund ihrer Vorgeschichte kaum Chancen, sich und ihr Können auf dem Arbeitsmarkt zu beweisen.

Die Botschaft für Kinder fungiert so nicht nur auf ideeller Ebene als eine Plattform für Kinder und ihre Rechte, sondern unterstützt junge Menschen in schwierigen Lebenslagen auch ganz konkret mit speziellen Förderangeboten – für eine Zukunft voller Hoffnung und Perspektive.

Bildergalerie: die Botschaft für Kinder entsteht

In der Holzwerkstatt in Hof Bockum wurden Möbel gefertigt

Monatelang herrschte in der Tischlerei auf SOS-Hof Bockum aufgeregtes und emsiges Treiben. Ein neuer großer Auftrag stand an: Möbel bauen für das neue Hotel von SOS Kinderdorf in Berlin!

Die Freude war groß, die Anforderungen hoch: Für die neuen Zimmer im Hotel „Rossi“  in Berlin sollen Betten, Tische, Kofferablagen, Hutablagen und Hocker, die auch als Nachttisch verwendet werden können, entstehen. Über viele Wochen wurde gemessen, gesägt,  gehobelt und gebaut, um alles rechtzeitig fertig zu bekommen.

Gesagt, getan, gewerkelt: das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Nach getaner Arbeit fuhren die Mitarbeiter und Werkstattbeschäftigten neugierig und voller Stolz nach Berlin, um die Möbel persönlich auszuliefern und ihr Werk zu begutachten. „Die Arbeit hat mir viel Spaß gemacht und es ist super, dass am Ende jetzt ein bequemes Bett vor mir steht!“, freut sich Katharine Smidt, eine von acht Menschen mit Behinderung, die in der Tischlerei Anstellung gefunden haben.

Die Tischlerei ist eine von sieben Abteilungen der Werkstatt für behinderte Menschen in SOS-Hof Bockum. Idyllisch gelegen in der Lüneburger Heide finden in der Einrichtung von SOS-Kinderdorf  erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung einen Platz zum Leben und eine sinnvolle Arbeit.  Neben der Tischlerei gibt es die Landwirtschaft mit Milchkühen und Ackerbau, die Käserei, in der die eigene Milch verarbeitet wird und die Gärtnerei, in der Gemüse streng nach biologischen Richtlinien angebaut wird. Insgesamt werden in SOS-Hof Bockum 100 Menschen betreut, gefördert und gefordert – Tendenz steigend!

 

Aktion "Meine Botschaft an die Botschaft"

Kinder  wollen gerne mitreden – sie haben schließlich auch jede Menge zu sagen! So lautet das positive Fazit von SOS-Kinderdorfmitarbeiterin Karen Silvester, die anlässlich der Eröffnung der Botschaft für Kinder in Berlin rund 200 Mädchen und Jungen zum Thema  Kinderrechte befragte.

Kindgerecht erklärt und liebevoll mit Playmobilfiguren nachgestellt, konnten sich die Kinder auf einem Stand bei den Evangelischen Kirchentagen über das Thema Kinderrechte informieren und überlegen, was sie in dieser Welt gerne verbessern würden.

Herausgekommen ist eine beeindruckende Sammlung an ganz persönlichen Postkarten, die rechtzeitig zur Eröffnung auf die Reise in die „Botschaft für Kinder“ gingen. „Keine Kinderarbeit“, „Gerechtigkeit“, „Jedes Kind sollte Eltern haben“, „Friede“ oder „Jedes Kind sollte ein Lächeln auf dem Gesicht haben“ steht beispielsweise auf den Postkarten.
Und wer noch nicht selbst schreiben konnte? „Die jüngeren Kinder haben einfach gemalt oder ihre Eltern gebeten, ihre Gedanken aufzuschreiben“, erzählt das Organisationsteam. „Das zeigt: man ist niemals zu jung, um sich mit so wichtigen Dingen auseinander zu setzen.“

Kinderrechte und Beteiligung sind zentrale Themen

SOS-Kinderdorf setzt sich seit über 60 Jahren für positive Lebensbedingungen für alle Kinder und Jugendlichen ein - nicht nur mit der neuen Botschaft für Kinder. Dabei geht es insbesondere um die (altersgemäße) Beteiligung der Kinder und Jugendlichen im Alltag an Belangen und Entscheidungen, die ihr Leben betreffen.  Durch dieses Beteiligtsein erfahren die Kinder, dass sie selbst etwas bewirken können. Beteiligung wirkt persönlichkeitsbildend und stärkt die Handlungskompetenzen.

Zudem engagiert sich der SOS-Kinderdorf e.V., um Kinderrechte zu stärken – insbesondere wenn es um angemessene  Schutz- und Förderrechte geht. „Es ist wichtig, den Kinderrechten im Alltag Geltung zu verschaffen“, sagt Luise Pfütze Referentin Advocacy beim SOS-Kinderdorf e.V. „Wenn Kinder ihre Rechte kennen, bestärkt es sie darin, in eigener Sache aktiv zu werden und Veränderungen mitzugestalten. Das ist eine wichtige Basis dafür, selbstbestimmt zu handeln und Verantwortung zu übernehmen.“ Eine wichtige Forderung des SOS-Kinderdorf e.V. ist daher die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz.

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