17. 09. 2012

Ganz einfach: Erziehungsberatung bei SOS-Kinderdorf

Beratung

Manchmal ist man unsicher: Warum trotzt mein Kind im Kindergarten? Wie verhalte ich mich, wenn mein Kind in der Pubertät sich komplett verschließt? Bin ich zu streng? Müsste ich meinem Kind mehr Grenzen setzen? Ist mein Kind "normal" oder hat es Lernschwierigkeiten?

Egal ob bei Erziehungsfragen, bei Konflikten in der Familie, bei Trennung und Scheidung oder finanziellen Problemen - die SOS-Beratungsstellen in Deutschland sind genau bei diesen Fragen kompetenter Ansprechpartner. 

Der Weg in die Beratungsstelle

Ein Mann lässt sich beraten Bild vergrößern

Ein Mann lässt sich beraten

"Leider ist bei vielen Menschen die Hemmschwelle sehr groß, sich beraten zu lassen. Sie schämen sich und haben unklare oder sogar falsche Vorstellungen von dem, was sie in einer Beratungsstelle erwartet. Sie kommen mit großen Ängsten", weiß Bernd Konzalla vom SOS-Hilfeverbund Wilhelmshaven zu berichten. " Natürlich ganz zu unrecht - die meisten atmen nach wenigen Minuten auf und sagen 'wenn ich das gewusst hätte, wäre ich schon viel früher gekommen."

Weil die Beratungsanlässe sehr unterschiedlich sind und jede Person, jede Familien ihr je ganz eigene Möglichkeiten mitbringt, ist jeder Beratungsprozess ganz unterschiedlich. Daher bietet jede SOS-Beratungsstelle unterschiedliche Formen der Hilfe an und ist über ein breites Netzwerk mit Institutionen im gesamten landkreis verknüpft. Nach der persönlichen oder telefonischen Anmeldung im Sekretariat erhält der Ratsuchende einen Termin für ein Erstgespräch. Wenn Jugendliche sich anmelden oder bei akuten Konfliktsituationen wird nach Möglichkeit sofort oder innerhalb weniger Tage ein Termin vergeben - normalerweise liegt die Wartezeit bei ca 2 bis 3 Wochen. An diesem Ersttermin alle diejenigen Personen teilnehmen, die bereit sind, an einer Lösung der Schwierigkeit zu arbeiten.  Nach dem Erstgespräch entstehen keine erneuten längeren Wartezeiten.

Schweigepflicht - na klar!

In den Gesprächen werden die Schwierigkeiten beleuchtet und mögliche Erklärungen gesucht. Die Berater versuchen mit den Ratsuchenden, die Probleme zu verstehen. Gemeinsam wird nach einem Weg zur Bewältigung der Herausforderungen geschaut. Meist schließen sich Einzel- oder Gruppengespräche an - ganz individuell nur für Eltern(-teile), Kinder, Jugendliche oder die ganze Familie sind denkbar.

Da sich zwischen Ratsuchenden und BeraterInnen eine vertrauensvolle Beziehung entwickeln soll, unterliegen die Inhalte der Gespräche der gesetzlichen  Schweigepflicht. Manchmal haben andere Personen, wie Lehrer, Mitarbeiter des Jugendamtes ein Interesse an den Inhalten der Beratungen. Sie erfahren allerdings nur mit Einwilligung, mit ausdrücklichem Einverständnis und auf Wunsch der Ratsuchenden davon.

Gewusst? Beratung ist kostenlos!

In der SOS-Beratungsstelle stehen sowohl Männer als auch Frauen als Berater zur Verfügung. Sie sind ausgebildet als Psychologen, Pädagogen oder Sozialpädagogen und verfügen über weitere Zusatzqualifikationen. Ein Anruf genügt, um einen Termin für ein Erstgespräch zu vereinbaren. Die Beratung ist übrigens kostenlos: Denn Eltern und andere Personensorgeberechtigte haben einen Rechtsanspruch auf Erziehungsberatung - so ist es im Gesetz geregelt.