13. 04. 2016

„Dort sein, wo Hilfe gebraucht wird...“

Das Grundstück in Bremen-Nord

Das Grundstück in Bremen-Nord

SOS-Kinderdorf Worpswede engagiert sich in Bremen-Nord

„Wir wollen näher an den Menschen dran sein, um mit unserer Fachkompetenz Kindern und Jugendlichen in Not auch in ihrem direkten Umfeld zu helfen“, erklärt Joachim Schuch, Einrichtungsleiter des SOS-Kinderdorfes Worpswede. Der aktuelle Kauf eines Grundstücks in Bremen-Nord ist der erste Schritt zur Therapeutischen Kinderwohngruppe, die im Frühjahr 2017 ihre Türen öffnet. Kinder mit höherem Förderbedarf finden hier ein liebevolles Zuhause und werden von qualifizierten Fachkräften u.a. mit Musik- und Kunsttherapie gefördert. Wie bereits in Osterholz-Scharmbeck und Rotenburg sollen zukünftig auch in Bremen-Nord Kinder, Jugendliche und Familien unterstützt werden, z.B. durch Beratungsangebote und präventive Hilfen. Ebenfalls werden Angebote für Familien angedacht wie z.B. eine Spielgruppe für Kinder.

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Die Kinder toben herum

„Im städtischen Raum ist der Bedarf an Kinder-, Jugend- und Familienhilfe groß“, weiß Joachim Schuch, Einrichtungsleiter des SOS-Kinderdorfes Worpswede. Es gibt mehr Familien, meistens eine höhere Arbeitslosigkeit und oft mehr Kriminalität. Vor gut einem Jahr startete das SOS-Kinderdorf Worpswede daher die Suche nach einem Haus mit Garten in Bremen-Nord für die geplante Therapeutische Kinderwohngruppe. Die Immobiliensuche gestaltete sich nicht leicht. Dank des Engagements von Norbert Lange- Kroning, Inhaber der Kroning GmbH unterschrieb Joachim Schuch kürzlich den Kaufvertrag für ein Grundstück in der Furtstraße in Grohn. Eine zweite Fläche an der Friedrich- Humbert-Straße will der Nordbremer Unternehmer dem SOS-Kinderdorf Worpswede für die Realisierung weiterer Angebote freihalten.

In der Therapeutischen Kinderwohngruppe sollen sechs Kinder mit größerem Förderbedarf in einem zweigeschossigen Neubau in Grohn ein liebevolles Zuhause finden. Ein fünfköpfiges Pädagogen-Team betreut den Nachwuchs ab KiTa-Alter aufwärts abwechselnd rund um die Uhr. In engen Zusammenarbeit mit Psychologen soll es im Haus auch Förderangebote geben, wie Musik- bzw. Kunsttherapie. In einer kleinen Einliegerwohnung wird ein Büro für SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter eingerichtet. Hier können auch Elterngespräche geführt werden. Der wertschätzende Kontakt der Kinder zu ihrer Herkunftsfamilie ist wichtig. Er soll, soweit möglich, gepflegt werden. Hier wirkt sich der Standort der Therapeutischen Kinderwohngruppe positiv aus: Die Kinder bleiben in ihrer vertrauten Umgebung - in der Nähe von Schule, Freunden und Eltern.

„Auch in Bremen-Nord gilt für uns natürlich der familienorientierte Ansatz. Er ist seit jeher die Basis unserer therapeutischen Arbeit“, sagt Joachim Schuch. Im SOS-Kinderdorf Worpswede und weltweit leben pädagogisch geschulte SOS-Kinderdorfmütter mit ihren Schützlingen wie in einer Familie zusammen. Wertschätzende Geborgenheit, verlässliche Rituale und emotionale Stabilität in einer festen Lebensgemeinschaft sind für die Entwicklung von Kindern aus schwierigen Verhältnissen besonders wichtig. Je nach ihrem Förderbedarf kommen noch heilpädagogische Angebote dazu. In über 50 Jahren hat sich das SOS-Kinderdorf Worpswede orientiert am Bedarf der Region immer weiterentwickelt. Mittlerweile gibt es Hausgemeinschaften, Wohngruppen und diverse andere Angebote für Kinder und Jugendliche wie z.B. Kitas, Beratungszentren, flexible Hilfen oder ein „offener Familientreff“ für gesellige, kreative Angebote wie z.B. Bastelkurse. So könnte die Entwicklung auch in Bremen-Nord aussehen. „Ich kann mir eine Reihe von Ergänzungen vorstellen, wie Angebote für Familien z.B. Spielgruppen für Kinder, eine Beratungsstelle oder erlebnispädagogische Aktivitäten“, so Joachim Schuch. Die ersten Kontakte sind bereits geknüpft, z.B. zum Quartiersmanagement der Grohner Düne. Alle, die sich wirksam für ihren Stadtteil engagieren wollen, sind dem Kinder- und Jugendhilfeträgers sehr willkommen. „Je mehr wir gemeinsam an einem Strang ziehen, umso mehr können wir bewegen. Und das kommt letztlich allen zugute. Deswegen freut sich das SOS-Kinderdorf Worpswede über alle Spender, Förderer und Ehrenamtliche die sich für Bremen-Nord einsetzen wollen.

Wer das SOS-Kinderdorf Worpswede und die neuen Projekte in Bremen-Nord unterstützen möchte kann dies mit einer Spende auf dieses Konto tun: Kreissparkasse Osterholz, IBAN: DE30 2915 2300 0000 3017 21.