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Panama
Die 75.517 km² große Republik Panama mit ihren 3,5 Millionen Einwohnern liegt am für die Seeschifffahrt bedeutenden Panama-Kanal und ist damit Verbindungsbrücke Mittelamerikas mit dem südamerikanischen Kontinent. Hauptstadt des Landes ist Panama-City, in der fast die Hälfte der Einwohner lebt. Die Bevölkerung setzt sich zu 70 Prozent aus Mestizen sowie je etwa 10 Prozent Weißen und Farbigen zusammen. Der indianische Bevölkerungsanteil macht ca. 12 Prozent aus. Offizielle Landessprache ist Spanisch.
SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Panama:
- 4 SOS-Kinderdörfer
- 3 SOS-Jugendeinrichtungen
- 1 SOS-Berufsausbildungszentrum für Mütter und Personal
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Hintergrund
Panama verfügt über eine günstige geographische Lage, eine gute Infrastruktur (Häfen auf beiden Seiten des Landes), ein modernes Finanzzentrum und verzeichnet eine stabile Wirtschaftslage. Der Panama-Kanal ist neben der Registrierung von Schiffen die Haupteinnahmequelle des Landes. Die Einkommensverteilung ist allerdings äußerst ungleich. So muss der Großteil der Landbevölkerung mit weniger als 2 US-Dollar pro Tag auskommen. In den Städten ist die Situation etwas besser, jedoch ist auch hier die indigene Bevölkerung überproportional von Armut betroffen.
Die politische Situation und die sich zuspitzenden Konflikte mit dem wichtigsten Handelspartner USA führten das Land Mitte der 80er-Jahre in eine sozioökonomische Krise. Um für das Familieneinkommen zu sorgen, sahen sich häufig beide Elternteile gezwungen, arbeiten zu gehen, alleinerziehende Mütter mussten in die Ballungszentren ziehen, um dort Arbeit zu finden - unter diesen Zuständen litten vor allem die Kinder und Jugendlichen, die nun keine geeignete Betreuung mehr hatten oder gar zurückgelassen werden mussten. Als Antwort auf diese bis heute anhaltende Not reagierte SOS-Kinderdorf in den darauffolgenden Jahrzehnten mit der Errichtung von SOS-Kinderdörfern und zusätzlichen Betreuungseinrichtungen. Mittlerweile gibt es hier vier SOS-Kinderdörfer, drei SOS-Jugendeinrichtungen sowie ein Berufsausbildungszentrum für SOS-Mitarbeiter.
SOS-Kinderdorf Penonomé
Das Kinderdorf Penonomé, etwa 3 Autostunden von der Hauptstadt Panama-City entfernt, wurde am 29. April 1991 offiziell eingeweiht. Das Kinderdorf, auf einem 5 Hektar großen Grundstück am Stadtrand der gleichnamigen Provinzstadt errichtet, besteht aus 14 Familienhäusern, einem Dorfleiterhaus, einem Tantenhaus, einem Mehrzwecksaal, einer Bibliothek, einer Nähstube, einem Spielplatz, einem Basketballplatz sowie einem Verwaltungs- und Servicebereich. Für die dem Dorf entwachsenen Jugendlichen gibt es in der Stadt Penonomé eine SOS-Jugendeinrichtung, in der sie erlernen ein eigenständiges Leben zu führen.
Besonders stolz ist der SOS-Kinderdorf-Verein in Panama auf die verschiedenen Freizeitaktivitäten, die in den SOS-Kinderdörfern angeboten werden. Schwimmen, Schachspielen, Volkstanzkurse – dies sind ebenso Angebote wie Gartenbau, Handarbeits- und Englischstunden. Mit einem "wandernden Lesekoffer" sollen die Kinder und Jugendlichen Spaß an Büchern und am Lesen entdecken.
Mit Obst- und Gemüseanbau tragen die Bewohner der SOS-Kinderdörfer zur Eigenversorgung bei. In Penonomé verkauft man das Gemüse sogar in die Nachbarschaft. Die Gärten werden von den Familienhelferinnen und Gärtnern bearbeitet, aber auch SOS-Kinderdorfkinder, die Interesse haben, helfen mit.
SOS-Kinderdorf David
Ds dritte SOS-Kinderdorf David in der Provinz Chiriquí konnte im März 1999 eröffnet werden. Es besteht aus 15 Familienhäusern, die Platz für 135 Kinder bieten, einem Dorfleiterhaus, einem Tantenhaus, einer Bibliothek, einem Spielplatz, einem Basketballplatz sowie einem Verwaltungs- und Servicebereich.
Angeschlossen an das SOS-Kinderdorf ist eine SOS-Jugendeinrichtung, in der die Jugendlichen auf ein eigenständiges Leben vorbereitet werden.