29. 05. 2018Quelle: Dagmar Frommelt

Eselei mit Frieda und Klara – Spurensuche inklusive

Mensch und Esel

Erste Annäherung von Mensch und Esel

Eines mittwochs, 9.00 Uhr. Alexa, Kübra (beide Bundesfreiwilligendienst), Franka (Freiwilliges Soziales Jahr) und Dagmar – das bin ich - starten zu einem MAL-ANDEREN-SEMINARTAG nach Ilsenburg im Harz.

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Wellness muss sein – auch bei Eseln

Dort warten die Esel Momo, Moritz, Frieda & Klara (die gehören dort zu einem Hotel und ich gehe mit denen oft auf Wanderschaft). Sie stehen für einen theoretischen und praktischen Teil zur Prüfung des Eselführerscheins bereit. Zuerst mache ich eine Einführung über Herkunft, die Sinne der Esel (am wichtigsten sind für sie die langen Ohren), Haltung und Pflege, was sie fressen und was für sie giftig ist. Und dass Esel nicht stur, sondern SEHR besonnen sind, immer für sich selbst verantwortlich und vor allen Dingen: im Unterschied zu Pferden sind sie keine Fluchttiere!

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Frieda an der langen Leine

Soweit alles verstanden. In der Zwischenzeit kommen zwei Lastwagen – einer sogar mit Hänger – mit Schotter beladen wirklich „vorbeigedonnert“. Frieda und Klara bekommen Panik und wollen sich losreißen. Doch dann beruhigt sich zunächst alles wieder. „Also, wenn wir jetzt loslaufen, der Esel ist immer rechts und niemals den Führstrick um die Hand wickeln. Und wenn die Tiere nicht mehr zu halten sind – dann einfach loslassen. Die warten dann an der nächsten Ecke.“

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Vorne alles im Lot, hinten driftet ein Esel gerade vom Wege ab

Es gibt keine Fragen mehr und wir ziehen los. In Anbetracht des regen Verkehrs auf den eher beruhigten Waldverkehrswegen wähle ich den Weg direkt an der Ilse. Taktisch sehr klug, denn die Felsen rechts kommen sie nicht hoch und in das Wasser wollen sie auch nicht. Nach wenigen Kilometern beginnt es zu regnen und wir entscheiden uns zur Umkehr.
Plötzlich tauchen wie aus dem NICHTS die beiden Laster mit dem Hänger auf der anderen Seite des Flusses auf, noch schneller als vorher und – da unbeladen – noch lauter. Frieda und Klara bekommen totale Panik und reißen sich los. Wir stiefeln recht entspannt hinterher, denken, an der nächsten Ecke warten sie auf uns – sind ja keine ausgesprochenen Fluchttiere wie Pferde! Fehlanzeige. Dann kommt auch noch eine Weggabelung. Sind sie Richtung Hotel oder in den Wald gelaufen? Wir tippen auf Hotel. Leider sind sie dort nicht.
Mit Ali (arbeitet im Hotel) gehe ich schnellen Schrittes Richtung Stadt. „Haben Sie zwei Esel gesehen?“ frage ich alle Leute und Autofahrer und manche sehen mich so an, als wäre ich von „Verstehen Sie Spaß“. Aber niemand hat Esel gesehen. Nochmal zurück. Franka, Kübra und Alexa noch mal auf den gegangen Weg, ich in den Wald. Ich treffe eine Frau mit Walkingstöcken. Auf meine Frage „… Esel …?!“ nickt sie nur und sagt, da seien schon zwei Männer und führen sie zum Paddock.

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Alle wieder gut gelandet

Und, als wir gemeinsam wieder Richtung Hotel gehen, zeigt Franka auf die Hufabdrücke, die ganz klar in diese Richtung gehen. Wir hätten erstmal die Lage analysieren sollen, um dann richtig zu handeln. Hätte eine Menge Energie gespart. Liebe Esel, wir können viel von euch lernen!