31. 03. 2017Quelle: Dagmar Frommelt

Vom betreuten Schüler zum Praktikanten

Praktikant Max mit Kindern

Früher wurde Max selbst betreut, jetzt kümmert er sich um die Kleinen

Ein schlanker, in die Höhe geschossener Jugendlicher sitzt unten in der Hauswirtschaftsküche und putzt sorgfältig mit einer kleinen Bürste eine verkalkte Duschwand. Er lächelt mich an. Das Gesicht kenne ich. Er kam schon vor ein paar Jahren in den Offenen Kinder- und Jugendbereich (OKiJu). Erst komme ich nicht auf seinen Namen, dann ist er mir zum Glück doch noch eingefallen. Er ist Max. Im Alter von 12 Jahren war er das erste Mal im SOS-Mütterzentrum. Als Schüler, der täglich zum Mittagessen kam und seine Freizeit hier mit andern Kumpels verbrachte.

Nun macht er sein 3-wöchiges Schulpraktikum bei uns. Er war vorher bei EDEKA, das hat ihm gar nicht gefallen. Nach dem Wechsel zu uns arbeitete er erst im Männer-Team der Hausmeisterei mit, dann mit vielen Frauen in der Hauswirtschaft. Zum Schluss betreute er Kinder im Offenen Kinder- und Jugendbereich. „Mir hat das alles super gefallen“. Auch sein Freund Ahmad, der auch nach einem Versuch bei EDEKA bei uns in der Küche mitarbeitete, pflichtete bei: „ Bei EDEKA war es anstrengender, hier kann man bei der Arbeit gut chillen …“

Ja, so kann man das auch nennen, aber der Unterschied zu EDEKA ist der: Das SOS-Mütterzentrum macht sich für die Verwirklichung der Vision einer Lebenswelt stark, in der Kinder, Jugendliche, Erwachsene, benachteiligte, alte sowie kranke Menschen Leben, Lernen und Arbeiten gemeinsam gestalten können. Deshalb ist es bei uns anders …