23. 10. 2017Quelle: Dagmar Frommelt

Familienpaten gesucht!

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Was sind eigentlich genau Paten? Im Lexikon steht Folgendes: „Als Patenschaft wird eine freiwillige Übernahme einer Führsorgepflicht bezeichnet. Eine Patenschaft unterscheidet sich von einer Partnerschaft (z.B. Städtepartnerschaft) darin, dass die beiden Teilnehmer nicht gleiche Rechte und Pflichten besitzen, sondern eine einseitige Fürsorgeaufgabe wahrgenommen wird“.
Wie das genau in der Praxis aussieht, kann man im IKO-Café (Interkulturelles Kompetenz-Café(Integratives Kompetenz-Café für Flüchtlingsfamilien im SOS-Mütterzentrum) erfahren.

Vorraussetzungen? Offen sein für neue Kulturen

IKO-Café - hier kommen sich Kulturen näher Bild vergrößern

IKO-Café - hier kommen sich Kulturen näher

Welche Fähigkeiten und Kompetenzen sollten potentielle Paten mitbringen? Sollte man Englisch können oder eine andere Sprache? Nein, das ist gar nicht notwendig, erklären die Betreiber des Cafés: „Die deutsche Sprache reicht. Manchmal muss man halt mit Händen und Füssen reden. Aber das geht.“ Und der Zeitaufwand? Der ist auch ganz unterschiedlich: Mal mehrmals in der Woche, dann mal wieder eine Woche nicht. „Ich überlege mir immer, was würde ich als Oma machen und würde mich nicht auf einen Tag festlegen lassen“, erklärt eine Mitarbeiterin.

Eine professionelle Haltung ist wichtig

Im IKO-Café wird gerne geholfen Bild vergrößern

Im IKO-Café wird gerne geholfen

„Wichtig ist, den Abstand zu wahren. Ich bin nicht Mutter oder Vater, die wollen sie nicht ersetzt haben. Ich möchte Unterstützung im Alltag leisten“ so Ehepaar Kothe, das sich um Mohammed kümmern möchte. „Zu Mohammed gehören auch noch seine Frau, seine zwei Kinder und Mohammeds Bruder. So kümmern wir uns eben um die ganze Familie.“ Patin Judith erzählt: „Der Junge in meiner Familie spielt gern Fußball. Ich habe mich darum gekümmert, dass er in einem Fußballverein aufgenommen wird und dort spielen und Freunde finden kann. Und die Schwester singt sehr gern. Das tut sie jetzt bei den Sölter Kindern.“ 

Damit ist die Erklärung gefunden: DasProjekt „Familienpaten gesucht“ zielt darauf ab, Familien und Kindern mit Fluchterfahrungen eine zusätzliche Bezugsperson zur Seite zu stellen. Beispielsweise eine neue Oma, die Zeit für die Kinder mitbringt, mit ihnen spricht, etwas unternimmt, auf sie aufpasst.

Die Chemie zwischen Pate und Familie muss überspringen

  •  „Wichtig ist, dass man sich erstmal kennen lernt und dann muss der Funke überspringen – von beiden Seiten.“ Da sind sich alle einig.
  • „Bei Dingen, die man nicht selber regeln kann wie z.B. Fragen bei Behördenwegen – da wendet man sich am Besten an das IKO-Café, da findet man Rat und Hilfe.“